Startseite » News » Digitale Mängel vor Augen

Digitale Mängel vor Augen

Insgesamt antworteten nicht einmal die Hälfte (43 Prozent) der Studienteilnehmer mit „sehr wichtig bis wichtig“ auf die Frage, welchen Stellenwert der digitale Fortschritt in ihrem Unternehmen einnimmt. Knapp jedes fünfte Unternehmen (19 Prozent) erachtet Digitalisierung sogar als unwichtig.

2 Min. Lesezeit
Digitale Transformation - Kompass
Foto: ©AdobeStock/Coloures-Pic

Die Corona-Pandemie und die Home-Office-Praxis haben vielen Unternehmen ihre digitalen Mängel vor Augen geführt. Auch nach dem offiziellen Ende der Pandemie sind die Unternehmen damit beschäftigt, diese Schwachstellen auszumerzen und Ressourcen für neue Herausforderungen zu schaffen. Das zeigt eine aktuelle Studie des Beratungsunternehmens 123C Digital Consulting GmbH aus Berlin.

Mehr als die Hälfte der befragten Unternehmen (54 Prozent) sagen demnach, dass sie seit Corona ihre Digitalisierung stärker vorantreiben als zuvor. Konkret haben sie unter anderem in neue Tools investiert (53 Prozent), um digitales Arbeiten zu erleichtern. Auch die Sichtweise hat sich für die Mehrheit geändert. So erklären ebenfalls 53 Prozent der Befragten, dass sie die Digitalisierung innerhalb des Unternehmens positiver wahrnehmen.

Doch wo Licht, da auch Schatten: Denn wie es für Krisen oft üblich ist, decken sie zwar einerseits Defizite auf, erzeugen jedoch Probleme an anderer Stelle. Dadurch wird es schwierig, die aufgedeckten Defizite zu beseitigen. So geben zwar 42 Prozent an, durch die Pandemie mehr Zeit gewonnen zu haben, um sich Digitalisierungsthemen zu widmen. Parallel hat die Pandemie allerdings bei 48 Prozent das Geschäftsvolumen reduziert – was den geplanten digitalen Fortschritt gleichzeitig hemmt. Bei genauerer Nachfrage wird deutlich, dass hierfür primär finanzielle Engpässe verantwortlich waren (43 Prozent).

Die Daten der Studie zeigen darüber hinaus, dass Firmen mit einem reinen B2B-Geschäftsmodell aufgrund der Pandemie die Budgets für Digitalisierungsprojekte weniger gekürzt haben, als B2B & B2C-Unternehmen (B2B 31 Prozent; B2B & B2C 49 Prozent). Trotz dieses finanziellen Vorteils haben sie den digitalen Wandel schwächer vorangetrieben (B2B 41 Prozent; B2B & B2C 57 Prozent). „Insbesondere B2B-Unternehmen müssen sich bewusst werden, dass sie ohne direkten Kontakt zu Endkunden häufig weniger motiviert sind, in Digitalisierung zu investieren. Sie laufen Gefahr, den Bedürfnissen des Marktes nicht gerecht zu werden und langfristig irrelevant zu werden“, warnt Thomas Apollonio, Geschäftsführer der 123C Digital Consulting GmbH und Initiator der Studie. Unternehmen, die sich nicht ausreichend digitalisieren, haben nach seinen Worten keine Zukunft. KI gestützte Entwicklungen beschleunigen diese „mangelhafte Zukunftsbefähigung“ noch. Das Ende der Entwicklungen sei noch nicht absehbar.

Digitalisierungspotenzial noch lange nicht ausgeschöpft

Insgesamt antworteten nicht einmal die Hälfte (43 Prozent) der Studienteilnehmer mit „sehr wichtig bis wichtig“ auf die Frage, welchen Stellenwert der digitale Fortschritt in ihrem Unternehmen einnimmt. Knapp jedes fünfte Unternehmen (19 Prozent) erachtet Digitalisierung sogar als unwichtig. „Mit Blick auf die Zahlen ist es nicht verwunderlich, dass sich noch immer jedes vierte Unternehmen als digital schlecht aufgestellt einstuft“, sagt Apollonio. Allerdings zeigt sich eine Diskrepanz zwischen Firmen mit über 200 Angestellten und kleineren Betrieben: unter den 36 Prozent, die sich als fortschrittlich bewerten, beschäftigt nur rund jedes vierte Unternehmen (26 Prozent) weniger als 200 Mitarbeitende. Laut Studie schreiben besonders die großen Unternehmen der Digitalisierung eine höhere Priorität zu. Das erhöhe gleichzeitig den Druck auf die kleineren Unternehmen, mehr zu tun und die digitalen Anstrengungen zu verstärken, so Appolonio.

Zum Studiendesign: An der Studie haben 2022 im Rahmen von 100 Interviews Geschäftsführer, Eigentümer oder Gesellschafter von B2B-Unternehmen teilgenommen. Rund ein Drittel der befragten Unternehmen (32 Prozent) beschäftigt 100 bis 199 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Der Rest (68 Prozent) beschäftigt 200 bis 500 Personen. Industrieunternehmen aus den Bereichen Automobil, Transport und Logistik, Chemie, Maschinen- und Anlagenbau sowie Medizin und Gesundheit nahmen teil.

Das Thema Digitalisierung wird nach der Corona-Pandemie positiver bewertet als vorher

Quelle: 123C Digital Consulting GmbH

Andere interessante News

Job-Migration

Erwerbstätigenquoten von Geflüchteten steigen mit Aufenthaltsdauer

Mit zunehmender Aufenthaltsdauer stiegen nicht nur die Erwerbstätigenquoten, auch die Beschäftigungsqualität verbesserte sich. So waren 76 Prozent der beschäftigten Geflüchteten, die 2015 zugezogen sind, 2022 in Vollzeit beschäftigt.

Kurzarbeit

Arbeitsmenge vs Kurzarbeit in der Covid-19-Pandemie

„Für die Zukunft empfehlen wir eine strikt regelbasierte Anwendung des Kurzarbeitergeldes, um Mitnahmeeffekte zu begrenzen“, so Fitzenberger weiter. „Für eine Krisensituation, in der Kurzarbeit attraktiver ausgestaltet wird und der Zugang erleichtert wird, sind zusätzliche Kontrollen notwendig."

Fragezeichen

Drei Fragen an…

Wir haben mit Diana Vieweg, seit dem 1. August 2023 neue Director of Human Resources bei Meininger Hotels, gesprochen - über für sie wichtige Tools und Apps in der Personalarbeit sowie die Personalarbeit in Zeiten von Post-Corona und Inflation.