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Die Botschaft ist eindeutig

In meinem Lateinbuch aus der 5. Klasse stand früher der Spruch: „Hic Rhodos, hic salta“. Dieser Ausspruch wird dem griechischen Dichter und Sklaven Aisopos  (6. Jahrhundert v. Chr.) zugeschrieben.

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Franz Langecker

In meinem Lateinbuch aus der 5. Klasse stand früher der Spruch: „Hic Rhodos, hic salta“. Dieser Ausspruch wird dem griechischen Dichter und Sklaven Aisopos  (6. Jahrhundert v. Chr.) zugeschrieben. „Hier ist Rhodos, hier musst du springen“. In der Fabel geht es um die Aufforderung an einen Prahler, der sich rühmt, in Rhodos einen großen Sprung gemacht zu haben, diesen vor Ort zu wiederholen. Ich habe den Spruch immer als „hic et nunc“ („hier und jetzt“) verstanden. In der kurzen Zeitspanne unseres Lebens macht es keinen Sinn, vor den Herausforderungen zu flüchten.

Wir haben die Pandemie fast gemeistert. Wir stehen vor der globalen Herausforderung des Klimawandels. Und gleichzeitig gibt es einen Krieg in Europa. Wir müssen nachhaltiger wirtschaften, die Gesellschaft sozialer organisieren und uns selbst klar darüber werden, was wir wirklich wollen und brauchen. Schon Frithjof Bergmann hat in den 70er-Jahren die arbeitslos werdenden Mitarbeiter von General Motors gefragt: „Was wollt ihr eigentlich arbeiten?“. Mit der Bewegung der „Neuen Arbeit“ (New Work) wollte er neue Wege gehen.

Angesichts der Pandemie haben viele Unternehmen das Homeoffice ebenfalls als New Work entdeckt. Die Erfahrungen sind und waren vielfältig. Und nach zwei Jahren hat sich diese Form der New Work relativiert. Vor zehn Jahren lautete die Botschaft noch „Work-Life-Balance“. Damals ging es um die Trennung von Arbeit und Freizeit. In der New Work vermischte sich plötzlich wieder alles im Homeoffice. Die Beschäftigten sollten plötzlich selbstbestimmt, demokratisch und flexibel handeln. Die Gallup-Studie zeigt: Die Menschen sind heute unzufriedener und unglücklicher als früher. Das heißt, Arbeit muss nicht nur anders, sondern auch besser werden. Die Klimakrise und der Krieg erlauben keinen Aufschub mehr.

Während sich die GM-Arbeiter und Frithjof Bergmann vor 40 Jahren noch mit der Frage quälten, was sie wirklich wollen, haben die meisten Beschäftigten heute konkrete Vorstellungen. Das zeigt eine aktuelle „Engagement-Studie“ der ManPower Group Deutschland. 72 Prozent der Millenials belohnen gesellschaftliches Engagement von Unternehmen mit Loyalität. 89 Prozent der Deutschen wollen wissen, was Unternehmen tun, um ihrer gesellschaftlichen Verantwortung gerecht zu werden. 86 Prozent der Deutschen würden ein Unternehmen, das für besonderes gesellschaftliches Engagement ausgezeichnet wurde, als Arbeitgeber vorziehen. Die Botschaft ist eindeutig. Die Beschäftigten wünschen sich und erwarten konkretes Engagement von ihren Unternehmen und den Vorgesetzten. Dabei geht es um die Einhaltung von Menschenrechten, um nachhaltiges Wirtschaften zum Erhalt unserer Lebensgrundlagen und um ein sozialverträgliches Zusammenleben.

Gelebte Werte via ESG praktizieren

Inga Dransfeld-Haase, Präsidentin des Bundesverbands der Personalmanager (BPM), schrieb dazu in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift „­­+3, WAS IST IHRE MEINUNG“: „Das Thema Verantwortung muss deshalb ganzheitlich neu gedacht werden. Dafür ist eine Environmental Social Governance (ESG) ideal. Sie bietet Personalverantwortlichen die Möglichkeit, zu zeigen, wie ihr Unternehmen ökologische und soziale Verantwortung übernimmt und mitgestaltet. Denn ESG befasst sich vor allem mit Rechten und Standards, von denen Mitarbeitende und Gesellschaft in gleichem Maße profitieren. […] Es braucht starke Personaler:innen, die die Umsetzung der ESG Standards vorantreiben und mit dem Unternehmenszweck und der Unternehmenskultur verknüpfen.“

Die Telekom lässt Ukrainer gebührenfrei in die Heimat telefonieren. Die Bahn transportiert Ukrainer kostenlos. Das Engagement für eine bessere Welt lohnt sich. Es macht uns zufriedener und alle glücklicher.

Franz Langecker

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