Kundenservice Veranstaltungen: 02234-9894940
Kundenservice Bücher: 089-21837921
Aboservice Zeitschriften: 089-21837110

Mitarbeiterbefragungen während der Krise – so geht‘s

Verunsicherte Mitarbeiter, die Aufrechterhaltung der Leistungsfähigkeit trotz Kurzarbeit und Homeoffice: Corona stellt Betriebe vor viele Herausforderungen. Feedback von der eigenen Belegschaft ist bereits in „Schönwetterzeiten“ bedeutend, um Engagement und Produktivität hochzuhalten. Umso wichtiger ist es nun in „Schlechtwetterzeiten“.

Der Anglizismus Employee Experience hat sich in den Jargon der Personalwirtschaft eingeschlichen hat. Er umfasst den Grundgedanken, die Welt mit den Augen der eigenen Mitarbeiter zu betrachten.

In Covid-19-Zeiten könnte das beispielsweise bedeuten, dass….

▪ … ein Unternehmen Masken nicht nur an Mitarbeiter, sondern auch deren Familien verteilt,

▪ … die Personalentwicklungs-Experten didaktische Unterstützung für Homeschooling bieten,

▪ … ein Unternehmen im Homeoffice unbürokratisch Arbeitsmittel zur Verfügung stellt,

▪ … ein Unternehmen gezielt virtuelles Teambuilding betreibt, anstatt jegliches Miteinander aus Kostengründen zu streichen,

▪ … ein Unternehmen die „Helden“ der Krise sichtbar macht und Anerkennung zeigt.

 

Mitarbeiterbefragung: wie geht es der Belegschaft?

Homeoffice war lange nur ein Goodie, heute ist es für viele Betriebe existenziell. Andere Unternehmen sind in Kurzarbeit oder machen Zwangspause. Beides bringt unbestreitbare Belastungen mit sich. Was das Ganze mit Mitarbeiterbefragungen zu tun hat? Mitarbeiterbefragungen haben unterschiedliche Funktionen:

▪ Die Messfunktion, etwas in Zahlen und Kennzahlen abzubilden.

▪ Die Evaluationsfunktion, etwas zu bewerten und Lernpotenziale aufzuzeigen.

▪ Die Kommunikationsfunktion, Prioritäten und Botschaften zu senden.

▪ Die Interventionsfunktion, etwas mit den Ergebnissen zu machen und zu verändern.

▪ Die Partizipationsfunktion, um Betroffene zu Beteiligten zu machen.

 

Gerade die Kommunikations- und die Interventionsfunktionen stechen in Krisenzeiten hervor. Daran ausgerichtet machen Befragungen weiterhin Sinn. Sie liefern wertvolle Informationen, wie es der Belegschaft gerade geht und wie Führungskräfte auf bestehende Bedürfnisse bestmöglich reagieren können.

Drei Tipps, wie Feedback in Krisenzeiten gelingen kann:

  • Befragungen sollten kompakter gehalten werden. Die Durchlaufzeit der Befragung muss sich drastisch verkürzen, um aktuell-relevante Ergebnisse zu bieten.
  • Den Themenkatalog um derzeit „nebensächliche“ Themen reduzieren (bspw. Karriereoptionen). Gegengleich den Anteil an krisenrelevanten Fragen erhöhen (Qualität der Kommunikation, Führung auf Distanz, Produktivität im Homeoffice etc.).
  • Den Aufarbeitungsprozess nicht als wochenlanges Projekt zu verstehen, sondern eher als „agile Fleckenstrategie“.

Mitarbeiterbefragungen signalisieren Interesse. Die aktuelle COVID-19-Situation ist eine außergewöhnliche. Richtig umgesetzte „Employee Experience“ wird länger nachwirken als die beste Employer Branding Kampagne der Welt. Mitarbeiterbefragungen können helfen, dies aktiv zu gestalten.

Quelle: Gerd Beidernikl, Vieconsult, „In guten wie in schlechten Tagen: Mitarbeiterbefragungen in Krisenzeiten“, HR Performance Spezial Feedbackmanagement 3/2020