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Mehr als die Hälfte der deutschen Beschäftigten geht krank zur Arbeit

"Präsentismus" in Deutschland kristallisiert sich zu einem wachsenden Problem. Das geht aus einer aktuellen, europaweiten Studie hervor, die von dem globalen Büroartikel-Hersteller Fellowes in Auftrag gegeben und von dem unabhängigen Marktforschungsunternehmen Loudhouse durchgeführt wurde.

Mehr als die Hälfte (52 %) der deutschen Arbeitnehmer geht arbeiten, wenn ihre Leistung durch arbeitsbedingte Gesundheitsprobleme beeinträchtigt wird - und ein Viertel (24 %) der Arbeitnehmer gibt an, dass sie aufgrund der nachteiligen Auswirkungen ihres Arbeitsplatzes auf ihre Gesundheit sogar erwogen haben, die Arbeitsstelle zu wechseln.

Aus krankheitsbedingten Fehlzeiten wurde Präsentismus

Beschäftigte, die krank zur Arbeit gehen, mögen die besten Absichten haben, aber sie tragen damit zur Zunahme von Präsentismus in Deutschland bei. Wenn Mitarbeiter anwesend sind, aber ihre Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist, dann beeinträchtigt das die Produktivität. Die meisten Beschäftigten arbeiten trotz krankheitsbedingter Leistungseinschränkung weiter anstatt sich auszukurieren und verzögern so den Genesungsprozess. Für Unternehmen wirkt sich das nachteilig auf die Arbeitsqualität und die Produktivität aus, was dann wiederum negative Folgen für das Geschäftsergebnis haben kann.

Unsere Untersuchungen zeigen, dass die Beschäftigten in Deutschland von allen Europäern am häufigsten unter Rückenschmerzen (43 %) und auch regelmäßig unter Nackenschmerzen (38 %) und Schulterverspannungen (34 %) leiden, die eine direkte Folge ihrer Arbeitsweise sind. Zusätzlich treten bei nahezu jedem Vierten (23 %) Augenreizungen und Kopfschmerzen (ebenfalls 23 %) aufgrund von mangelndem Wohlbefinden am Arbeitsplatz auf.

Wenn man die Ursachen dieser gesundheitlichen Probleme analysiert, fällt auf, dass bei vielen das Bewusstsein dafür fehlt, was gute Arbeitsweisen sind. Bei der Frage nach schlechten Gewohnheiten am Arbeitsplatz nennen die Deutschen am häufigsten falsche Sitzhaltung (57 %) sowie zu langes ununterbrochenes Sitzen (49 %) und bei der Arbeit nicht genug trinken (46 %) - europaweit sind das die höchsten Werte. Leider reduzieren derartige gesundheitliche Probleme die tägliche Arbeitsproduktivität und mehr als ein Fünftel (21 %) der Beschäftigten gibt an, dass sie deshalb regelmäßig Überstunden machen oder am Wochenende arbeiten - was eine weitere Reduzierung des Mitarbeiterengagements und Konzentrationsverlust zur Folge haben kann.

Ein vorbeugender Ansatz ist dringend notwendig

Für deutsche Führungskräfte stellt Präsentismus ein zunehmendes Problem dar. Die Studie belegt, dass die Schaffung eines gesünderen Arbeitsplatzes für Manager in Deutschland (45 %) einen höheren Stellenwert einnimmt als in anderen Teilen Europas. Der Verbesserung der Moral (46 %) und Steigerung der Produktivität (38 %) wurde ebenfalls hohe Priorität eingeräumt, gleichzeitig wissen nur 35 % der Beschäftigten, dass ihr Arbeitgeber Anreize für Gesundheit und Wohlbefinden anbietet, um in diesen Bereichen Fortschritte zu erzielen. Außerdem gibt fast die Hälfte der deutschen Beschäftigten (42 %) an, dass sie nicht glauben, ihr Arbeitgeber setze sich genug für ihr allgemeines Wohlbefinden ein.

Um sich diesem wachsenden Problem zu stellen, müssen Arbeitgeber einen langfristigen, vorbeugenden Ansatz bei der Durchsetzung einer gesunden Arbeitsweise verfolgen, anstatt auf kurzfristige Lösungen zurückzugreifen. Wenn 47 % der Beschäftigten angeben, dass sie länger bei einem Unternehmen arbeiten würden, wenn mehr für ihr Wohlbefinden getan würde, liegt die Lösung auf der Hand. Für Arbeitgeber besteht ein enormer Anreiz darin, die Ursachen der aktuellen arbeitsbedingten Gesundheitsprobleme zu bekämpfen und den Weg für eine glücklichere, engagiertere und letztendlich produktivere Belegschaft zu bahnen.


Europaweit sind 74 % der Manager davon überzeugt, dass sich durch Initiativen zur Förderung von Gesundheit und Wohlbefinden bessere Mitarbeiter anwerben ließen. Ein Beispiel dafür wäre die Einführung ergonomischer Produkte, die die natürliche Körperhaltung beim Arbeiten am Schreibtisch unterstützen, wie Fußstützen, Rückenstützen, Handgelenkauflagen und Monitorständer. Fast zwei Drittel (65 %) der Manager sind ebenfalls davon überzeugt, dass ihre Teams motivierter und engagierter wären, wenn ihr unmittelbares Arbeitsumfeld durch Sitz-Steh Arbeitsplätze verbessert würde. Darüber hinaus geben sie an, dass dadurch Fehlzeiten reduziert werden könnten (58 %), weil sich die Beschäftigten im Arbeitsalltag mehr bewegen und deshalb gesünder sind.

Über die Studie

Die von Fellowes in Auftrag gegebene internationale Studie wurde vom Marktforschungsunternehmen Loudhouse durchgeführt. Dafür fanden im Februar 2017 europaweit 4033 Online-Interviews mit Mitarbeitern sowie 526 Online-Interviews mit Arbeitgebern/Entscheidungsträgern statt. Die Teilnehmer kamen aus fünf Ländern: Großbritannien, den Niederlanden, Frankreich, Deutschland und Spanien. Außerdem wurden 25 telefonische Tiefeninterviews mit Einkäufern, Einflussnehmern und Experten für ergonomische Produkte realisiert.

 

(Foto: © olly/Fotolia.com)