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LinkedIn zum Weltfrauentag – „Gender Gap“ in deutschen Chefetagen schließt sich erst 2058

Der Anteil von Frauen in Führungspositionen ist in Deutschland seit 2009 um durchschnittlich zwei Prozent pro Jahr gewachsen – das ergibt eine Datenanalyse* des weltweit größten Karrierenetzwerks LinkedIn. Deutschland schneidet damit besser ab als Frankreich und das Vereinigten Königreich, von einer fairen Verteilung kann aber noch lange keine Rede sein: Wächst der Frauenanteil im aktuellen Tempo weiter, erreicht die deutsche Wirtschaft erst 2058 ein ausgewogenes Geschlechterverhältnis in den Chefetagen.

Positiv sind aber die Veränderungen, die sich in männerdominierten Branchen wie IT und Logistik vollziehen. Sie verzeichnen die höchsten Zuwachsraten und verringern den Abstand gegenüber Branchen, die bereits weiter sind. Um herauszufinden, welche Qualifikationen Frauen helfen, sich in Führungspositionen zu behaupten, hat LinkedIn außerdem die Schlagworte auf den Profilen weiblicher Führungskräfte analysiert.

Ländervergleich: Deutschland im Mittelfeld

Zusammengerechnet ist der Frauenanteil in Führungspositionen hierzulande in den vergangenen neun Jahren um rund 20 Prozent gestiegen und liegt jetzt bei insgesamt 22 Prozent. Was die Geschwindigkeit des Wandels anbelangt, übertrifft Deutschland somit Frankreich, das lediglich einen Zuwachs von 17 Prozent erreicht hat, sowie das Vereinigte Königreich mit 16 Prozent. Dennoch sind in diesen beiden Ländern weiterhin wesentlich mehr Frauen in Führungspositionen vertreten – ihr Anteil liegt jeweils bei 31 Prozent. Weltweiter Spitzenreiter beim Wachstum ist Indien, dort gibt es heute 31 Prozent mehr weibliche Führungskräfte als 2009.

„Der Frauenanteil in den Chefetagen wächst langsam, aber kontinuierlich“, erklärt Barbara Wittmann, Direktorin für den Bereich Rekrutierungslösungen und Mitglied der Geschäftsleitung bei LinkedIn Deutschland, Österreich, Schweiz. „Gleichzeitig wollen wir nicht bis 2058 auf ausgeglichene Geschlechterverhältnisse warten. Deshalb ist es wichtig, dass wir das Thema nicht nur am Weltfrauentag diskutieren, sondern es dauerhaft im Bewusstsein halten. Frauen sollen nicht erst in einem halben Jahrhundert, sondern schon heute alle Karrierechancen eröffnet werden.“

Männerdominierte Branchen holen auf

Die größten Zuwachsraten verzeichnen Branchen, die lange als reine Männerdomänen galten. So stieg der Frauenanteil in Führungspositionen in der Logistikbranche im Verlauf der vergangenen Jahre um 46 Prozent, in der Finanzbranche um 39 Prozent und in der IT-Branche um 38 Prozent. Vergleichsweise positiv entwickelte er sich auch in der Unterhaltungsbranche mit 25 Prozent und im verarbeitenden Gewerbe mit 22 Prozent.

Außerdem verzeichneten einzelne Geschäftsbereiche größere Zuwächse als andere. Besonders stark stieg der Frauenanteil in Führungspositionen in den Bereichen Rechtswesen (66 %), Buchhaltung (51 %), Marketing (50 %), Human Resources (31 %) und Business Development (28 %).

LinkedIn will aktiv zur Gleichberechtigung zwischen Männern und Frauen beitragen. So verrät beispielsweise der LinkedIn Gehaltvergleich Gehaltsinformationen der über 546 Millionen Mitglieder bezüglich Branche, Region, Position und Ausbildung. Dadurch erhalten Arbeitnehmer einen stets aktuellen Überblick bezüglich Gehaltsunterschieden und -aussichten. Diese Informationen können Frauen Nutzen, um bei Gehaltsgesprächen besser zu verhandeln.

Was Frauen in Führungspositionen auszeichnet

Welche Fähigkeiten sollten Frauen mitbringen, um den Aufstieg zu schaffen? Um das herauszufinden, hat LinkedIn die Schlagworte analysiert, mit denen sich weibliche Führungskräfte häufig beschreiben. Branchenübergreifend erwiesen sich dabei drei Fähigkeiten als besonders verbreitet: Projektmanagement, strategische Planung und Führungsstärke. Im Januar 2018 ermittelte LinkedIn zudem die zehn am häufigsten verwendeten Beschreibungen aller 546 Millionen Mitglieder.

*Methodik: Grundlage der Auswertung waren die Profile der weltweit mehr als 546 Millionen Mitglieder von LinkedIn. Da LinkedIn nicht das Geschlecht der Nutzer abfragt, erfolgte die Analyse auf Basis der Vornamen. Mitglieder, deren Geschlecht daraus nicht eindeutig abgeleitet werden konnte, wurden nicht einbezogen. Mitglieder in Führungspositionen wurden anhand deren Jobtitel identifiziert.

Quelle: LinkedIn

(Foto: © mast3r/Fotolia)

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