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Die 14 wichtigsten Lerntrends 2023

Was ist aus der Lernkultur geblieben, die während der Pandemiezeit entstanden ist? Zu viel oder zu wenig Datenschutz beim Lernen mit digitalen Medien? Welche Lernformen stehen an der Spitze? Diese und weitere Fragen beantwortet die 17. Ausgabe der Trendstudie mmb Learning Delphi des mmb Instituts.

3 Min. Lesezeit
Foto: ©AdobeStock/Miriam

Zur 17. Ausgabe der Trendstudie mmb Learning Delphi des mmb Instituts haben sich einmal mehr E-Learning-Expert:innen, Forschungseinrichtungen, private Anwender und Vertreter der Fachpresse zusammengetan. Insgesamt 95 Personen aus diesen Bereichen haben zum ersten Mal Themen zur wirtschaftlichen Situation der digitalen Bildungsbranche diskutiert.

  1. Bei den Lernformen, die in den kommenden drei Jahren eine zentrale Rolle spielen werden, hat „Adaptive Learning“ einen großen Sprung nach vorne gemacht. 83 Prozent der Befragten sehen die künftige Relevanz des adaptiven Lernens. Offenbar ist das Vertrauen in die Möglichkeiten derartiger KI-Anwendungen gestiegen.
  2. An der Spitze der Lernformen liegt in diesem Jahr wieder „Blended Learning” (90 %), was sicherlich auch dem nun wieder möglichen Präsenzbetrieb geschuldet ist. „TikTok“ (24 %) als Social-Media-Lernform steht gemeinsam mit dem „Metaversum” (19 %) am Ende der Liste.
  3. Langfristig betrachtet sind Podcasts schon eine alte Lernform, die bereits 2006 im mmb Learning Delphi abgefragt wurde, dann aber an Zukunftspotenzial verlor. Inzwischen können wir von einer Renaissance der Podcasts sprechen, die nun von deutlich mehr als der Hälfte der Befragten (57 %) als Lernanwendung mit Zukunft angesehen wird. Stark verloren haben hingegen „Web Based Trainings“ (2009: 90 %; 2022: 62 %).
  4. Insgesamt zeichnet sich ein Trend ab weg von langen Lerneinheiten hin zu kurzen „Learning Nuggets“, die situationsbezogen zum Lernen eingesetzt werden können. Deshalb werden sie auch von drei Viertel der Befragten (74 %) als kommerziell erfolgversprechende Lernform angesehen, dicht gefolgt von Video-Tutorials (72 %), die eine ähnliche Funktion erfüllen.
  5. Einiges ist aus der Lernkultur geblieben, die während der Pandemiezeit entstanden ist: „Virtuelle Lernveranstaltungen sind ein normaler Bestandteil des Lernalltags geworden” – hier stimmen fast alle Befragten zu (1,5 auf einer 6er-Skala). Doch Präsenzveranstaltungen bleiben nach wie vor attraktiv.
  6. Zu viel oder zu wenig Datenschutz beim Lernen mit digitalen Medien? Die befragten Expert:innen tendieren eher zur Aussage, dass der Datenschutz weniger restriktiv ge-handhabt werden sollte, sprechen sich aber eindeutig für eine transparente Handhabung aus.
  7. Expertinnen und Experten wünschen sich zur Erschließung von Lernangeboten am ehesten nahtlose Übergänge zwischen den Plattformen (91 %) mit maximaler Interoperabilität – und eben keine Insellösungen (11 %).
  8. An einen Erfolg einer Nationalen Bildungsplattform (NBP) als Verweisportal zu den An-geboten auf anderen Plattformen glauben die Befragten eher nicht (Wert –1,5 auf einer Skala von –5 bis +5). Hier ist für das BMBF und die damit verbundenen Akteur:innen noch Überzeugungsarbeit zu leisten, um das Vorhaben zu Erfolg zu führen.
  9. In dieser Ausgabe stehen bei den zukunftsträchtigen Lernthemen die „21st Century Skills” ganz oben, nachdem sie jahrelang das Schlusslicht der Liste gebildet haben. Offensichtlich sind diese „Softskills“ nicht nur für das Onboarding und Upskilling in der Arbeitswelt immer wichtiger und inzwischen auch digital vermittelbar. Zurückgefallen sind hingegen IT-Anwendungen als Lerninhalt.
  10. Bei den Zielgruppen werden hinter den großen Unternehmen und KMU die individuellen Lernenden wichtiger (2,8 auf einer 6er Skala). Sie stehen damit noch vor Hoch-schulen, der Verwaltung und Schulen. Hier hat der Optimismus der Befragten aus der Corona-Zeit für diese Institutionen der öffentlichen Hand einen Dämpfer erhalten.
  11. Bei den einschlägigen Branchenveranstaltungen hat die LEARNTEC mit 86 Prozent die höchste Präferenz erhalten. Gleichauf stehen mit 41 Prozent die didacta, die Online Educa Berlin und die neue Startup-Veranstaltung „EdTech NEXT Summit”.
  12. Bei der Einschätzung des aktuellen Wirtschaftsklimas für die Branche sehen die Be-fragten ähnlich wie in den Vorjahren gute Aussichten für internationale Bildungsplatt-formen, traditionelle E-Learning-Anbieter und EdTech-Startups – weniger hingegen für etablierte Bildungsanbieter mit hohem Präsenzanteil. Dies kann auch für die nächsten drei Jahre gelten – für die drei erstgenannten Gruppen geht es weiter aufwärts.
  13. Die guten Konjunkturbewertungen spiegeln sich auch in der eigenen wirtschaftlichen Entwicklung der Unternehmen wider: Mehr als zwei Drittel der hier befragten Unternehmensvertreter:innen konnten ihre Umsätze steigern, mehr als die Hälfte auch die Zahl ihrer Mitarbeitenden.
  14. Womit verdienen die Branchenunternehmen ihr Geld? Bildet man aus den wichtigsten Geschäftsfeldern eine Rangfolge, gemessen an der Umsatzhöhe des jeweiligen Geschäftsfelds, dann steht die Erstellung bzw. Veredelung von digitalen Lerninhalten bei den Unternehmen der Branche nach wie vor ganz vorne – gefolgt vom Angebot digitaler Lerninhalte und -Kurse sowie dem Verkauf bzw. der Vermietung von Software für E-Learning.

Hier finden Sie den kompletten Trendmonitor (und auch alle früheren Ausgaben): https://www.mmb-institut.de/mmb-monitor/mmb-trendmonitor/

Quelle: mmb Institut

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