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„Kandidaten wollen diskret angesprochen werden“

Interview mit Tonio Riederer von Paar, Geschäftsführer, JobTender24 GmbH

HRP: Warum brauchen Unternehmen im Recruiting-Prozess Headhunter? Reicht die Personalabteilung nicht aus?

Tonio Riederer von Paar: Headhunter sind seit vielen Jahrzehnten ein sehr wichtiger Partner im Recruiting-Prozess. Headhunter identifizieren in einem zeitaufwendigen Verfahren geeignete Kandidaten im Gesamtmarkt, sprechen diese diskret an und führen bei Interesse längere Interviews, um zu prüfen, ob der Kandidat zum Unternehmen passt und umgekehrt. Im Zuge dessen werben sie auch für die vakante Position und das dahinter stehende Unternehmen. Aufgrund der heutigen (mehr oder weniger) Vollbeschäftigung, ist es immer wichtiger, Kandidaten direkt anzusprechen und für eine neue Herausforderung zu begeistern. Stellenanzeigen reichen da oft nicht mehr aus. Hier kommt übrigens JobTender24 ins Spiel. Das Ausschreibungs-System ermöglicht es Unternehmen, unkompliziert auf ein Netzwerk von über 6.000 Headhuntern in mehreren Ländern zuzugreifen und sich die besten Kandidaten auf Erfolgsbasis vorschlagen zu lassen.

HRP: Wie sieht für Sie die Entwicklung der HR-Abteilung (im Prozess der Digitalisierung) aus?

Riederer von Paar: Die HR-Abteilung steht vor großen Herausforderungen. Überspitzt gesagt muss sie sich von einer Verwaltungsabteilung zu einer echten Managementabteilung entwickeln. Dabei ist erforderlich, sich frühzeitig als echter Sparrings-Partner bei der Umsetzung von Unternehmensstrategien zu positionieren und entsprechende Kompetenzen und Budgets zu sichern. Klar ist, ohne die rechtzeitige Gewinnung der richtigen Mitarbeiter ist die beste Strategie wertlos. Zu den Aufgaben gehört auch, sich als Treiber der erforderlichen Innovationen und als Beschleuniger der Recruiting-Prozesse zu verstehen. Hierbei ist die Digitalisierung fraglos ein wesentlicher Faktor. Wir haben bei der Begleitung von über 1.000 Suchmandaten, die über JobTender24 durchgeführt wurden die Erfahrung gemacht, dass es hier bei vielen Unternehmen große Optimierungspotenziale gibt.

HRP: Auf welchen Wegen/Kanälen möchten Kandidaten am liebsten angesprochen werden? Wie sehen hier Ihre Erfahrungen aus?

Riederer von Paar: Kandidaten wollen diskret und vor allem dann angesprochen werden, wenn eine Position auch zu den Qualifikationen des Kandidaten passt. Dies bedeutet, dass man sich bei der Ansprache eines Kandidaten vorher überlegen muss, warum man ihn anspricht. Blinde Massenansprachen in Kandidatenpools funktionieren nicht.

HRP: Wie wichtig bzw "gefährlich" ist es, dass auch Mitarbeiter zu "Headhuntern" werden?

Riederer von Paar: Es hat sich bei Erhebungen gezeigt, dass gerade in kleineren und mittleren Betrieben die Mitarbeiter-Empfehlungsprogramme gut funktionieren können. Der Vorteil ist, dass sich Mitarbeiter genau überlegen, wen sie für die eigene Firma empfehlen, da sie quasi für ihre Empfehlung einstehen. Wenn es um Geschwindigkeit, Diskretion und Systematik geht, können solche Empfehlungsprogramme aber an Grenzen stoßen.

Der Aufbau einer eigenen Active-Sourcing-Abteilung, also die Suche und Ansprache von Kandidaten mit eigenen Mitarbeitern in der HR-Abteilung kann eine weitere Alternative sein, aber nur, wenn ausreichend Personal und Kapital hierfür bereitgestellt wird. Active Sourcing klingt zunächst verlockend, aber es gibt hier einige organisatorische Herausforderungen zu beachten.

HRP: Was macht für Sie einen erfolgreichen Headhunter aus?

Riederer von Paar: Aus Sicht von JobTender24 ist ein erfolgreicher Headhunter ein Partner bei der Rekrutierung, der die gesuchte Position fachlich, menschlich und im Unternehmenskontext begreift und in der Lage ist, zügig gute Kandidaten zu präsentieren, die für das Unternehmen interessant sind. Weiterhin schauen wir uns die Professionalität des Headhunters bei der Ansprache von Kandidaten an.

HRP: Vielen Dank für das Gespräch.