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Wird die Vier-Tage-Woche zur Norm?

„Die Vier-Tage-Woche ist keine Fantasievorstellung mehr – sie wird schnell zur Realität. Wenn Gehaltserhöhungen oder andere Benefits wie Tele- oder Hybridarbeit nicht möglich sind, müssen die Arbeitgeber dafür sorgen, dass die Mitarbeitenden auf andere Weise zufrieden sind."

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4-Tage-Woche
Foto: ©AdobeStock/Halfpoint

Eine Vier-Tage-Woche wird in den nächsten fünf Jahren zur Norm: Das zumindest glauben fast drei von zehn Arbeitnehmenden. Somit rückt die Aussicht auf eine Vier-Tage-Woche näher, wie die Studie People at Work 2023: A Global Workforce View des ADP® Research Institute zeigt.

Dies ist nicht nur Wunschdenken. Der eigene Arbeitgeber bietet eine Vier-Tage-Woche anbietet, um die psychische Gesundheit am Arbeitsplatz zu fördern. Das geben 15 Prozent der Arbeitnehmenden an. Im vorherigen Jahr war es noch jede*r Zwölfte (8 %), wie die Umfrage unter mehr als 32.000 Arbeitskräften in 17 Ländern ergab.

Da sich die traditionellen Arbeitsmuster weiterhin stark verändern, glaubt ein Drittel (33 %) der Mitarbeitenden, dass es in ihrem Sektor in den nächsten fünf Jahren die Norm sein wird, die Arbeitszeit völlig flexibel zu gestalten. Voraussetzung dafür ist, sie erledigen ihre Arbeit auf der Grundlage von Produktivitäts- und Ergebniskennzahlen. 28 % gehen davon aus, dass in dieser Zeit ein hybrides Arbeitsmodell zur Regel wird.

In Deutschland erwarten 23,7 % der Belegschaft, dass eine Vier-Tage-Woche in ihrer Branche innerhalb von fünf Jahren zur Norm wird. Die Studie untersucht die Einstellung der Arbeitnehmenden zur aktuellen Arbeitswelt und was sie vom Arbeitsplatz der Zukunft erwarten und erhoffen.

Vier-Tage-Woche als Kompromiss für beide Seiten

Thomas Zimmermann, Country General Manager von ADP Deutschland, kommentiert: „Die Vier-Tage-Woche ist keine Fantasievorstellung mehr – sie wird schnell zur Realität. Wenn Gehaltserhöhungen oder andere Benefits wie Tele- oder Hybridarbeit nicht möglich sind, müssen die Arbeitgeber dafür sorgen, dass die Mitarbeitenden auf andere Weise zufrieden sind, um Loyalität und Motivation zu erhalten und Talente zu binden. Sie müssen über den Tellerrand schauen.

Eine Vier-Tage-Woche könnte ein guter Kompromiss für beide Seiten sein, solange die Anforderungen des Unternehmens erfüllt werden. Wenn Arbeitnehmenden eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben ermöglicht und gleichzeitig sichergestellt wird, dass die Produktivität nicht leidet, dann sollten beide Seiten davon profitieren.

Viele Unternehmen und Arbeitnehmende sehen bereits die Vorteile. Die Feststellung, dass immer mehr Unternehmen die Vier-Tage-Woche sogar als Instrument zur Förderung der psychischen Gesundheit einsetzen, zeigt, wie sehr sich die Arbeitswelt in den letzten Jahren verändert hat.“

Die Einführung einer Vier-Tage-Woche kann eine erfolgreiche Strategie sein, wie jüngste Untersuchungen nahelegen. So hat ein von 4 Day Week Global koordiniertes Pilotprojekt ergeben, dass die Umsätze der teilnehmenden Unternehmen deutlich gestiegen sind, während die Mitarbeitenden sich weniger gestresst und ausgebrannt fühlten.

Zusätzliches Urlaubsgeld als Norm

Es wird erwartet, dass auch andere Möglichkeiten der Freizeitgestaltung zunehmen werden. Mehr als ein Viertel der Arbeitnehmenden (27 %) glaubt, dass es in den nächsten fünf Jahren die Norm sein wird, zusätzliches Urlaubsgeld zu erwerben. Mehr als jede*r Sechste (18 %) nimmt an, dass es üblich werden wird, das Gehalt im Gegenzug für mehr Jahresurlaub zu kürzen, während jede*r Achte (12 %) davon ausgeht, dass ein unbegrenzter Urlaubsanspruch alltäglich wird.

Die Erwartungen in dieser Hinsicht sind tendenziell (aber nicht immer) bei jüngeren Arbeitnehmenden am höchsten, was darauf hindeutet, dass eine weitere Revolution der akzeptierten Arbeitsplatznormen bevorstehen könnte.

Quelle: ADP

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