Startseite » News » So entwickelt sich der Gender Pay Gap

So entwickelt sich der Gender Pay Gap : Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschland

Werden, soweit statistisch verfügbar, die Unterschiede zum Beispiel hinsichtlich Qualifikation, Beruf und Arbeitserfahrung berücksichtigt, beträgt der bereinigte Gender Pay Gap in Deutschland 14,4 Prozent, in Ostdeutschland 10,4 Prozent und in Westdeutschland 15,1 Prozent.

2 Min. Lesezeit
Gender Pay Gap
Foto: ©AdobeStock/New Africa

Männer in Vollzeitbeschäftigung erhielten im bundesweiten Durchschnitt im Jahr 2022 18,2 Prozent mehr Lohn bzw Gehalt als Frauen in Vollzeitbeschäftigung. Der unbereinigte Gender Pay Gap lag ein Jahr zuvor noch um 0,7 Prozent höher. Das geht aus einer aktuellen Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) vom Montag hervor. In Westdeutschland bleibt der Gender Pay Gap mit 19,8 Prozent mehr als dreimal so hoch wie in Ostdeutschland mit 5,8 Prozent.

Mecklenburg-Vorpommern ist das Bundesland mit dem niedrigsten Gender Pay Gap. Hier verdienen Frauen im Durchschnitt 3,3 Prozent weniger als Männer. In Baden-Württemberg hingegen beträgt der Unterschied 26,6 Prozent.

Auf Kreisebene ist die Spannweite des Gender Pay Gap zwischen Männern und Frauen noch größer als auf der Ebene der Bundesländer: Im Bodenseekreis in Baden-Württemberg ist der Gender Pay Gap mit 38,2 Prozent am höchsten. Auch in Freudenstadt in Baden-Württemberg ist er mit 36,2 Prozent sehr hoch. Dagegen verdienen Frauen in vier Kreisen Ostdeutschlands mehr als Männer: In Dessau-Roßlau liegt das Gehalt vollzeitbeschäftigter Frauen 2,5 Prozent über dem der vollzeitbeschäftigten Männer. Auch in Frankfurt/Oder, Cottbus und im Landkreis Stendal liegen vollzeitbeschäftigte Frauen in puncto Gehalt im Schnitt leicht vor den Männern.

„Ob und wie viel Frauen weniger verdienen als Männer, hängt sehr stark von den konkreten Beschäftigungsmöglichkeiten vor Ort ab“, erklärt Michaela Fuchs. So ist beispielsweise der Bodenseekreis stark vom Maschinenbau geprägt. Dort arbeitet der Großteil der Männer in gut dotierten Berufen der Maschinenbau- und Betriebstechnik. In Dessau-Roßlau hingegen sind viele Männer in Berufen der Lagerwirtschaft, Post und Zustellung tätig, in denen eher unterdurchschnittlich bezahlt wird. Demgegenüber arbeiten Frauen dort häufig im öffentlichen Dienst, der gerade den Frauen in Ostdeutschland attraktive Verdienstmöglichkeiten gegenüber der Privatwirtschaft bietet, sowie in Krankenhäusern, in denen oftmals Tarifverträge gelten.

„Kommunen spielen eine wichtige Rolle bei der Verringerung der Lohnlücke zwischen Männern und Frauen“, so Anja Rossen. „Sie können zum Beispiel zusammen mit Bund und Ländern Bildungsprogramme und Berufsausbildung fördern, damit Frauen ihre Chancen in wachstumsstarken männerdominierten Berufen besser nutzen. Dies kann dazu beitragen, geschlechtsspezifische Berufswahlklischees zu durchbrechen und Frauen den Zugang zu besser bezahlten Berufen zu erleichtern. Kommunen können außerdem anhand von lokalen Best Practices Anreize für weitere Unternehmen setzen, geschlechtergerechte Personalpraktiken zu implementieren.“

Werden, soweit statistisch verfügbar, die Unterschiede zum Beispiel hinsichtlich Qualifikation, Beruf und Arbeitserfahrung berücksichtigt, beträgt der bereinigte Gender Pay Gap in Deutschland 14,4 Prozent, in Ostdeutschland 10,4 Prozent und in Westdeutschland 15,1 Prozent.

Die IAB-Studie ist hier online abrufbar. Weitere Beiträge zum Thema, darunter ein begleitendes Interview, finden Sie im Dossier „Der Gender Pay Gap – regional betrachtet“ im IAB-Forum.

Andere interessante News

Zahlen in goldener Farbe fließen aus einer digitalen Akte

Benchmarking – von den Besten lernen

Deutschland ist in vielen Rankings zurückgefallen – nicht nur im Fußball, sondern auch in der Wirtschaft haben wir den Anschluss verloren, obwohl wir in Daten schwimmen und Dashboa...

Eine Zickzack-Kurve vor dem Meer

Auf Datenwellen surfen und nicht darin ertrinken

Die Unternehmen wandeln sich, die Mitarbeiterschaft wird komplexer und der Gesetzgeber entwickelt permanent neue Regularien. So behalten Sie den Überblick.

Markus Stier und Franz Langecker auf den HR & Payroll Tools Days 2026

So waren die 1. HR & Payroll Tools Days in Köln

Die HR & Payroll Tools Days 2026 brachten die HR- und Payroll-Branche in Köln zusammen. Ein Rück- und Ausblick auf ein gelungenes Event.