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Beanspruchen Frauen ihren Platz in der deutschen Wirtschaft?

„Im Vergleich zu den vergangenen Jahren starten wesentlich mehr Frauen ein Business – die Gründungslust steigt also“, proklamiert Robert Sperl, Geschäftsführer der databyte GmbH. Nachdem 2022 noch 8.021 Unternehmen durch mindestens eine Frau aus dem Boden gestampft wurden, kletterte die Zahl innerhalb eines Jahres auf 10.942 Unternehmen.

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Gründerin
Foto: ©AdobeStock/Igor Link

Wie stark sind Gründerinnen und Chefinnen am deutschen Markt vertreten? Das hat der Wirtschaftsinformationsanbieter databyte auf Grundlage des Handelsregisters ermittelt.

Bundesländer weisen Unterschiede auf

Der Anteil an Gründerinnen liegt weiterhin weit hinter dem der männlichen Firmengründer zurück:  16,76 % beträgt die Quote der von Frauen neugeschaffenen Unternehmen im gesamten Bundesgebiet. Nur minimal besser sieht es in den neuen Bundesländern aus. Dort erreichen Firmeninitiatorinnen einen Wert von 19,3 % an den dortigen Gründungen. Die meisten Gründerinnen sitzen in Baden-Württemberg. Sie verbuchen 12,27 % der gesamten Gründerinnenlandschaft.

Geringfügig höher fallen die Zahlen für die Geschäftsführerinnenschaft aus. Der bundesweite ,Durchschnitt liegt bei 19,77 % – auch hier überflügelt der Osten den Westen: 19,45 % westdeutsche stehen 22,38 % ostdeutschen Geschäftsführerinnen gegenüber. Allerdings gehen gerade 12,34 % der Unternehmen mit weiblicher Geschäftsführung auf ostdeutsche Konten.

Ein Blick auf die Gründungstrends

„Im Vergleich zu den vergangenen Jahren starten wesentlich mehr Frauen ein Business – die Gründungslust steigt also“, proklamiert Robert Sperl, Geschäftsführer der databyte GmbH. Nachdem 2022 noch 8.021 Unternehmen durch mindestens eine Frau aus dem Boden gestampft wurden, kletterte die Zahl innerhalb eines Jahres auf 10.942 Unternehmen.

Ein Blick auf den Verlauf der Gründungen auch vor 2020 im Vergleich zu denen ab 2020 festigt diese Annahme: Der Anteil an Unternehmensgründungen durch mindestens eine Frau stieg in jedem einzelnen Bundesland. Besonderes Augenmerk gilt Schleswig-Holstein, dessen Anzahl an Neugründungen insgesamt bei 3,12 % lag und seit 2020 auf 10,23 % emporschoss. Auf eine ähnlich starke Entwicklung schauen auch Brandenburg, von 3,42 % auf 12,24 %, und Berlin, von 3,82 % auf 11,62 %, zurück.

Top-Branchen bleiben beständig

An den Top-3-Branchen, in denen Frauen die Oberhand haben, änderte sich 2023 nichts: Unangefochtene Nummer 1 bleiben Frisör- und Kosmetiksalons mit einer überwältigenden Zahl von 60.777 Geschäftsführerinnen zu 26.555 Geschäftsführern. Das entspricht 69,6 % Frauenanteil. Mit 64,2 % haben Frauen in Praxen von psychologischen Psychotherapeutinnen und -therapeuten die Nase vorn; die Gesamtsumme von 12.470 zu 6.960 steht jedoch weit hinter der massiven Anzahl des ersten Platzes. Auf Platz 3 folgen wieder Sekretariats- und Schreibdienste mit 52,6 % zugunsten der 5.660 weiblichen Führungskräfte.

Allerdings rutscht die vormalige Nummer 4 auf Rang 7: Apotheken verfügen prozentual gesehen über weniger Chefinnen im Vergleich zu ihrem männlichen Pendant, aber dafür wuchs ihre Anzahl. 11.182 statt 7.675 Geschäftsführerinnen im Vorjahr zählt die Branche laut databyte-Analyse. Den neuen vierten Platz belegt der Einzelhandel mit Kosmetikartikeln und Körperpflegemitteln mit zwar geringeren 8.208 Führungsfrauen, aber mit einem Anteil von 47,5 %. Auf den weiteren Plätzen gab es nur marginale Veränderungen. Es folgen der Einzelhandel mit Bekleidung, Ambulante soziale Dienste, der Einzelhandel mit Blumen und Pflanzen, der Einzelhandel mit Büchern sowie Reisebüros und Reiseveranstalter.

Zu betonen ist, dass in jedem der 10 Top-Bereiche ostdeutsche Frauen den höheren Anteil an Führungskräften im Vergleich zu ihren männlichen Kollegen stellen. Als Beispiel: Frauen führen Friseur- und Kosmetiksalons im Westen der Bundesrepublik zu 67,1 %, im Osten aber zu 83,4 %. Insgesamt stehen hier 73.799 Führungskräfte 13.559 Geschäftsführenden gegenüber.

Quelle: databyte

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