Kundenservice Veranstaltungen: 02234-9894940
Kundenservice Bücher: 089-21837921
Aboservice Zeitschriften: 089-21837110

Ist 360-Grad-Feedback die Zukunft?

Feedbackprozesse sind wichtig: Sie decken Schwachstellen auf und tragen maßgeblich zur Personalentwicklung bei. Doch das klassische Feedbackgespräch zwischen Vorgesetztem und Mitarbeiter*in verliert zunehmend an Bedeutung. Vor dem Hintergrund flacher werdender Hierarchien und flexibleren Arbeitszeitmodellen entdecken viele Arbeitgeber das 360-Grad-Feedback für sich.

360-Grad-Feedback – was ist das?

Unter 360-Grad-Feedback verstehen HR-Experten eine Rundumbeurteilung. Unternehmen beziehen dabei mehrere Akteure in den Feedbackprozess mit ein und bewerten die zu beurteilende Person aus verschiedenen Blickwinkeln.

Diese Perspektiven können sein:

-          Der oder die direkte Vorgesetzte

-          Gleichrangige Kollegen und Kolleginnen

-          Unterstellte Mitarbeitende 

-          Externe Personen, zum Beispiel Kunden und Kundinnen

-          Die eigene Selbsteinschätzung

Dabei soll ein aussagekräftigeres Gesamtbild über den jeweiligen Mitarbeitenden oder Vorgesetzten entstehen, das sämtliche Stärken und Schwächen aufdeckt. Dieses Gesamtbild ist die Grundlage für einen konstruktiven Feedbackprozess. Besonders bewährt hat sich dieses Verfahren inzwischen bei der Führungskräftebeurteilung.

Welche Vorteile bietet 360-Grad-Feedback?

-          Keine subjektive Färbung: Sind mehr Personen in den Feedbackprozess involviert, lässt sich daraus ein schlüssigeres und objektiveres Gesamtbild ableiten.

-          Vollumfängliches Feedback: 360-Grad-Feedback bezieht mehr Perspektiven in den Feedbackprozess mit ein. Die Chance wächst, flächendeckend Stärken und Schwächen des zu Beurteilenden zu identifizieren. Daraus resultierendes Feedback kann zielgerichteter und vor allem auch rollenspezifischer (bspw. als Kollege, als Vorgesetzter, als Dienstleister für Kunden) erfolgen.    

-          Annehmbarkeit: Wenn das Feedback nicht nur subjektiv von einer, sondern von mehreren Personen geprägt ist, fällt es dem Betroffenen in der Regel leichter diesen Eindruck als „wahr“ anzunehmen. 

Welche Nachteile bringt 360-Grad-Feedback mit sich?

-          Zeitaufwand: Sind mehrere Personen am Feedbackprozess beteiligt, kostet das natürlich mehr Zeit und bindet zusätzliche Ressourcen. Das betrifft nicht nur den Feedbackprozess selbst, sondern auch die anschließende Analyse und Auswertung der getroffenen Aussagen.

Fazit: 360-Grad-Feedback kann eine Antwort auf sich verändernde Arbeitsmodelle sein. Gerade im Homeoffice fällt es Vorgesetzten zunehmend schwer, ihre Mitarbeitenden aus der Ferne zu bewerten. Hier schafft 360-Grad-Feedback Abhilfe, in dem es die zu beurteilende Person aus mehreren Blickwinkeln beleuchtet.

Autor: Philipp R. Kinzel

Teaserfoto: © Adobe Stock/Treecha

Passende Artikel