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DGB-Index: Wie gut bewerten Beschäftigte die Qualität ihrer Arbeitsbedingungen 2021?

Der DGB-Index „Gute Arbeit“ misst, wie Beschäftigte die Qualität ihrer Arbeitsbedingungen bewerten. Überraschend ist 2021 vor allem, dass Arbeitnehmer*innen trotz Pandemie ihre Beschäftigungssicherheit überwiegend positiv beurteilen.

Mit dem DGB-Index „Gute Arbeit“ wird die Qualität der Arbeitsbedingungen aus Sicht der Beschäftigten gemessen. Die repräsentative Befragung von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern in Deutschland wurde 2021 bereits zum 15. Mal durchgeführt. Nach einer Weiterentwicklung des Befragungsinstruments in den Jahren 2011/12 wird seit zehn Jahren der identische Fragebogen eingesetzt. In diesem Zeitraum haben sich die Bewertungen der Beschäftigten ihrer Arbeitssituation leicht verbessert. Der Indexwert, in dem die Arbeitsqualität in zusammengefasster Form ausgedrückt wird, ist von 61 Punkten im Jahr 2012 auf 65 Punkte im Jahr 2021 gestiegen. Gegenüber dem Vorjahr gab es keine Veränderungen: Auch 2020 lag der Gesamtindexwert bei 65 Punkten.

Sinngehalt und Identifikation spielen eine entscheidende Rolle

Positiv bewerten die Befragten den Sinngehalt ihrer Arbeit (82 Punkte). Dem liegt vor allem eine hohe Identifikation mit der eigenen Tätigkeit sowie der Eindruck, einen wichtigen Beitrag für den Betrieb zu leisten, zugrunde. Etwas geringer ausgeprägt, aber ebenfalls mehrheitlich geteilt, wird die Einschätzung, mit der eigenen Arbeit auch einen wichtigen Beitrag für die Gesellschaft zu leisten.

Etwas überraschend ist, dass sich trotz Corona-Pandemie der positive Trend bei der Einschätzung der Beschäftigungssicherheit fortgesetzt hat (79 Punkte). Die große Mehrheit der Befragten macht sich selten Sorgen um den Verlust des Arbeitsplatzes oder die berufliche Zukunft. Dass diese Einschätzung auch nach einem Jahr Pandemie überwiegend positiv ausfällt, hängt sicher auch mit der Stabilisierung des Arbeitsmarktes durch staatliche und tarifvertragliche Maßnahmen wie der Ausweitung des Kurzarbeitergeldes zusammen.

Kritisch sehen Arbeitnehmer*innen die Arbeitsintensität

Überwiegend kritisch wird dagegen die Arbeitsintensität bewertet. Die Hälfte der Beschäftigten fühlt sich bei der Arbeit häufig gehetzt und ist vielen Störungen und Unterbrechungen ausgesetzt. Widersprüchliche Arbeitsanforderungen und Abstriche bei der Qualität der Arbeitsausführung, die notwendig werden, um die geforderte Arbeitsmenge schaffen zu können, sind weitere Merkmale, die dazu beitragen, dass der Indexwert für diesen Bereich nur bei 49 Punkten liegt. Die hohen psychischen Belastungen in der Arbeitswelt sind seit Jahren ein ungelöstes Problem und mit gesundheitlichen Risiken für die betroffenen Beschäftigten verbunden.

Quelle: DGB

Teaserfoto: © Adobe Stock/MarekPhotoDesign.com

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