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EU-Datenschutzgrundverordnung: Europäische Unternehmen sind nicht vorbereitet

Weniger als zwölf Monate vor Inkrafttreten der Verordnung war jedem vierten Unternehmer die verpflichtende Regulierung zur Überwachung der Verwendung personenbezogener Daten völlig unbekannt. Nur in acht Prozent der Unternehmen wurden die erforderlichen Änderungen bisher vorgenommen. 26 Prozent der Führungskräfte, die mit ihrer DSGVO-Strategie vertraut sind, gaben an, dass ihre Organisation die Frist bis Mai 2018 nicht erfüllen wird. Diesen Unternehmen drohen dann Geldbußen in Höhe von bis zu vier Prozent des weltweiten Umsatzes oder 20 Millionen Euro – je nachdem, welcher Betrag höher ist.

Die Vorbereitung auf die Datenschutzgrundverordnung wirkt sich bereits vielfach auf den laufenden Geschäftsbetrieb aus. Hier zeigt die Umfrage, dass die Zahl von Investitionen in Unternehmen in anderen Geschäftsbereichen zurückgeht, beispielsweise in der Entwicklung neuer innovativer Produkte (23 %) oder der Steigerung des Wachstums durch internationale Expansion (22 %).

Jean Stephens, CEO von RSM: „In weniger als sieben Monaten müssen Unternehmen auf dem gesamten Kontinent die EU-DSGVO einhalten. Vermehrt fragen uns Kunden nach Datenschutz-Beratungsleistungen. Aus der Untersuchung geht hervor, dass viele Unternehmen die neuen Anforderungen nicht ganz verstehen. Führungskräfte werden häufig signifikante Veränderungen vornehmen müssen, die sich auf ihr gesamtes Unternehmen auswirken können – und je früher sie sich darauf vorbereiten, desto besser.“

Die Komplexität der Verordnung belastet die europäischen Unternehmen zunehmend: Von denjenigen, die sich bereits damit befasst haben, sind 51 Prozent der Ansicht, dass sie für kleine und mittelständische Unternehmen zu kompliziert ist. Zwei von fünf Unternehmern glauben, dass die Anforderungen ihre Unternehmensausgaben, einschließlich der Ausgaben für Beratungsdienstleistungen, deutlich erhöhen werden. Unternehmer greifen immer häufiger auf externes Fachwissen zurück. 60 Prozent benötigen externe Unterstützung, um ihr Compliance-Projekt noch vor Ablauf der Frist im Mai 2018 abzuschließen.

Adrian Tripp, CEO, European Business Awards: „Die meisten europäischen Unternehmen unterstützen die Notwendigkeit von Änderungen bei personenbezogenen Daten. Einige Unternehmen zögern die Umsetzung der DSGVO-Regeln heraus oder sind sich der Anforderungen nicht bewusst. Die Uhr tickt. Darum ist es wichtig, dass diese Unternehmen ihrem Umsetzungstand der neuen Gesetzgebung überprüfen oder bei Bedarf Hilfe anfordern. Sonst müssen sie im kommenden Jahr mit hohen Bußgeldern rechnen.“

Quelle: RSM GmbH

(Foto: © MK-Photo/Fotolia)