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„Digitales Lernen selbst erleben“

Im Mai startete SAP den Massive Open Online Course MOOC „Digitales Talent Management“1. Ziel dieser digitalen Veranstaltung war es, zusammen mit der Mannheim Business School, der Universität Mannheim und tts das digitale Talentmanagement im deutschen Sprachraum weiter voranzutreiben.

Da die digitale Transformation immer vom Kontext und Rahmen eines Unternehmens abhängt, gibt es nicht „den“ richtigen Ansatz. Im MOOC sollten daher allgemeine Modelle, Einführungsansätze, sowie die Ausgestaltung und Erfahrungen in verschiedenen Unternehmen vorgestellt und diskutiert werden. Zudem wurde viel Wert auf die digitale Selbsterfahrung gelegt: digitales Lernen und Zusammenarbeiten selbst erleben – mit dem Ziel, eine Plattform für den Austausch und für die weitere Entwicklung des Talentmanagements zu gestalten.

22 Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Verbänden sowie das Kernteam aus sieben Teilnehmern sorgten für einen Lernprozesse von fünf Wochen mit vielen verschiedenen Perspektiven. Parallel wurde ein Gameplan im Sinne einer eigenen Roadmap2 entwickelt – eine Übung, um den Transfer und den Kontextbezug zu optimieren. Über 100 Gamepläne wurden auch eingereicht und bewertet.

Wir hatten über 230 Forenbeiträge – meist zu den Point of Views, z.B.: Was sind aus Ihrer Sicht die großen HR-Themen, die Ihre Organisation beschäftigen? Welche Daten und Informationen benötigt Ihr Unternehmen, um passende Lösungsansätze zu entwickeln und woher könnten Sie diese beziehen?

Als Mit-Initiator des MOOCs habe ich einiges gelernt. Einen MOOC nebenbei zu organisieren und zu begleiten, erfordert viel Energie. Da wir keine professionellen MOOC-Organisatoren sind und das ganze aus Verbundenheit zum Thema Talentmanagement organisiert haben, waren alle Beteiligten sehr froh, auf die Expertise und Plattform des openSAP-Teams zurückgreifen zu können. Die Aufwände sind jedoch weit höher, als nur Videos zu erstellen oder ein paar Texte zu schreiben. An dieser Stelle sind insbesondere die wochenlange Begleitung der Foren, Erstellung von Items für Quizzes oder Point of Views zu nennen.

Offenheit vs. Lehrgangscharakter der Methoden

Persönlich bin ich eher ein Freund von Lernsettings, bei denen ich entscheiden kann, wann ich wie lerne. Ich lerne beispielsweise gerne via Austausch und Reflektion. Ein xMOOC, wie die openSAP-Plattform es vorsieht, gibt dagegen ein fixes Gerüst vor – was auf der einen Seite einengt, auf der anderen Seite skaliert. Die Befragungen zeigen jedoch ein anderes Bild. Die meisten Teilnehmer bewerten die formellen Ansätze wie Videos (93 %) oder Tests (82 %) hilfreich für den Lernerfolg – vs. die eher informellen Ansätze wie Gameplan Challenge (32 %) oder Point of Views (23 %). Wie immer – es macht die Mischung.

Weitere Eindrücke, Zahlen und eine Zusammenfassung finden sich auch im Webinar zum MOOC3, das am 20.7.2017 stattfand. Zudem haben wir eine Webseite erstellt mit weiterführenden Unterlagen4. Interessierte sind herzlich eingeladen, das Material noch einmal im Selbststudium durchzuarbeiten. Mitte nächsten Jahres planen wir auch wieder ein physisches Treffen mit Fokus auf dem Austausch zu Themen wie People Analytics,Machine Learning oder digitalem Lernen. Bei Interesse melden Sie sich bitte beim Autor.


(Dieser Beitrag ist in voller Länge erschienen auf:
https://blogs.sap.com/2017/07/18/opensap-mooc-digitales-talent-management-mein-recap/. Dort finden sich auch weiterführende Infos, beispielsweise zum benutzten Video-Equipment.)

1 https://open.sap.com/courses/dtm1
2 https://open.sap.com/files/16e48e41-303e-4caf-b809-11d3d69a7708
3 https://www.sap-webseminare.de/?page=espressofilter&subpage=details&webseminar=2065&language=de
4 http://www.tt-s.com/index.php?id=560

Autor: Thomas Jenewein, SAP Education MEE I Business Development, SAP Deutschland SE & Co. KG

(erschienen in der HR Performance 6/2017)