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Deutsche Fernschulen haben enormem digitalen Aufholbedarf

Der Fernschulmarkt in Deutschland ist ein Milliarden-Markt mit rund 500 Anbietern und einer enormen Bandbreite an Institutionen, Ausrichtungen und Inhalten. Von tradierten Fächern wie BWL, Steuerprüfung und Immobilienverwaltung bis hin zu eher überraschenden Angeboten wie Hunde-Physiotherapie, Astrologie und Kosmetik-Kursen. Die Fernschulen sind damit so etwas wie die Hidden Champions des deutschen Bildungsmarkts.

Umso erstaunlicher ist, dass es zwar weitreichende Analysen zum Digitalisierungsgrad von Deutschlands Schulen und Hochschulen gibt, der wirtschaftlich sehr bedeutende Bildungsbereich der Fernschulen bislang aber eher wenig Beachtung fand. Noch überraschender ist, dass dieser Bereich – der für eine weitreichende Digitalisierung geradezu prädestiniert zu sein scheint – in Sachen Digitalisierung sehr viel Aufholbedarf hat. Während also in der heutigen Medienlandschaft das Motto „Video first“ gilt, haben die meisten Fernschulen dabei erstaunliche Berührungsängste.

Nach unserer Analyse bieten über 80% der Weiterbilder keine digitalen Angebote (ca. 29%) („Digitales Schlusslicht“) oder nur rudimentäre Angebote mit abrufbaren PDFs und Chatfunktion (50%) („Digitale Anfänger“) an. Bei 7,6% der Anbieter gibt es einen eher vernachlässigbaren untergeordneten Einsatz von Webinaren, bei ca. 5% gilt gleiches für den Einsatz von Videos (zusammen „Digitales Mittelmaß“). Knapp 8% haben ein etwas fortschrittlicheres digitales Angebot mit Videos und Webinaren („Digitale Herausforderer“). Nur 1% der analysierten Unternehmen bieten umfassende Videoreihen, Webinare, Online-Prüfungen und Zertifikate („Digitale Champions“).

„Unsere Gespräche haben dabei deutlich gezeigt“, so der Geschäftsführer der Education Gateway, Dr. Christian Sellmann, „dass diejenigen Einrichtungen, die das Thema Digitalisierung beherzt angehen, das erhebliche Wachstumspotential signifikant ausschöpfen. Weiterbilder, die wir als „Digital Champions“ bezeichnen würden, weisen ein Umsatzwachstum im deutlich zweitstelligen Bereich auf. Umso verwunderlicher ist es, dass ein Großteil der Institutionen mit erheblichem digitalen Nachholbedarf noch keine Digitalstrategie entwickelt haben, obwohl die damit verbundenen Kosten auch für kleinere Einrichtungen eigentlich tragbar bzw. ganz diverse kommerzielle Modelle denkbar wären. Dies wird schon sehr kurzfristig zu erheblichen Wettbewerbsnachteilen führen.“

 

(Foto: © Mihai Simonia/Fotolia.com)