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Gut laufende Geschäfte mit HR-Software und nur geringe Corona-Sorgen

So kann man die Ergebnisse der aktuellen Konjunkturbefragung des Wirtschaftsinstituts Wolfgang Witte zusammenfassen. In der aktuellen Frühjahrsbefragung wurde untersucht, wie sich die Geschäfte der HR-Softwareanbieter im Jahr 2019 entwickelt haben, mit welchen Erwartungen die Anbieter in das Jahr 2020 gestartet sind und welche Auswirkungen aufgrund der Corona-Pandemie erwartet werden.

Gute Geschäftslage und kräftiges Umsatzwachstum

Während der ifo-Geschäftsklimaindex im April auf ein historisches Tief gefallen ist und die Stimmung in der deutschen Wirtschaft als katastrophal bezeichnet wird, beurteilen die HR-Softwareanbieter ihre geschäftliche Situation positiver. Allerdings hinterlässt die Corona-Pandemie auch im seit Jahren verwöhnten HR-Softwaremarkt sichtbare Bremsspuren.

Ihre aktuelle Geschäftslage beurteilen die HR-Softwareanbieter überwiegend positiv. Sieben von zehn Unternehmen bewerten die aktuelle Geschäftslage als gut oder sehr gut und drei von zehn als befriedigend. Basis dieser positiven Beurteilung sind sehr gute Geschäftserfolge im Jahr 2019 und gut gefüllte Auftragsbücher. So konnten mehr als die Hälfte der befragten Anbieter die HR-Umsätze um mehr als 10 Prozent steigern.

Corona bremst die hohen Erwartungen an das Geschäftsjahr 2020

Auch im Jahr 2020 wollten die Anbieter die HR-Umsätze kräftig steigern und das starke Umsatzwachstum der Vorjahre ungebremst fortsetzen. Die Hälfte der Befragten hatte ursprünglich wieder Umsatzsteigerungen von mehr als 10 Prozent geplant.

Die Corona-Pandemie hat die optimistischen Erwartungen an das Jahr 2020 allerdings deutlich gedämpft. Die Einschätzungen zu den Geschäftserwartungen zeigen eine starke Eintrübung. Ein Viertel der Befragungsteilnehmer erwartet in den kommenden sechs Monaten eine Verschlechterung der Geschäftslage und nur noch 21 Prozent erwarten eine Verbesserung. Erstmals seit Beginn der Konjunkturbefragungen im Jahr 2015 erwarten damit mehr Unternehmen eine Verschlechterung der Geschäftslage als eine Verbesserung.

Der HR-Software Geschäftsklima-Index stürzte von 62,5 auf 33,3 Punkte. Dies ist der mit Abstand schlechteste Wert seit Beginn der Konjunkturbefragungen im Jahr 2015. Im Vergleich zum Bitkom-ifo-Digitalindex, der im April 2020 auf den Wert von -18,7 sank, ist das Geschäftsklima im HR-Softwaremarkt aber deutlich besser.

Auswirkungen der Corona-Pandemie

Obwohl die Geschäftserwartungen auf einen Tiefstand gesunken sind, werden die negativen Auswirkungen der Corona-Pandemie auf das eigene Unternehmen von der Mehrheit der HR-Softwareanbieter als gering eingestuft. Nur ein Viertel der Anbieter erwartet starke negative Auswirkungen, während sieben von zehn Unternehmen nur geringe oder sehr geringe Auswirkungen für das eigene Unternehmen erwarten. Das Ergebnis macht deutlich, wie robust die Anbieter trotz der Corona-Pandemie den HR-Softwaremarkt und die bestehenden Kundenbeziehungen einschätzen. 

Aufgrund der Corona-Pandemie hat die Hälfte der Befragungsteilnehmer die Umsatzerwartungen für das Jahr 2020 angepasst. Gut 40 Prozent der Unternehmen gehen von einer Umsatzreduzierung von bis zu 10 Prozent aus. Ein weiteres Drittel befürchtet stärkere Einbußen gegenüber der ursprünglichen Planung für 2020.

Bei den erwarteten konkreten Auswirkungen steht die Verschiebung von bereits akquirierten Kundenprojekten mit über 90 Prozent an der Spitze. 62,5 Prozent der Unternehmen befürchten Forderungsausfälle durch Insolvenzen und knapp 60 Prozent einen Nachfragerückgang.

Die Corona-Pandemie hat auch Auswirkungen auf die Personalplanung. Allerdings sind die bisher eingeleiteten personellen Maßnahmen recht moderat. Die Unternehmen sind etwas vorsichtiger geworden. Die Hälfte der Teilnehmer hat geplante Neueinstellungen verschoben bzw. plant dies. Personalabbau ist die absolute Ausnahme. Ein Viertel der Teilnehmer hat Kurzarbeit beantragt oder plant die Beantragung.

Die Befragungsergebnisse deuten insgesamt darauf hin, dass die meisten HR-Softwareanbieter sich ziemlich sicher fühlen, die Corona-Krise gut zu meistern. Der Markt wird voraussichtlich auch im Jahr 2020 weiter zulegen, wenn auch etwas moderater als in den Jahren zuvor.

Mittelfristig erwarten sechs von zehn Anbietern eher positive Auswirkungen. Negative Auswirkungen befürchten weniger als 10 Prozent der Teilnehmer. Damit bestätigen die Befragungsergebnisse die Einschätzung vieler Wirtschaftsexperten, dass die aktuelle Krise als Treiber der Digitalisierung wirkt und IT-Unternehmen zu den Profiteuren der Corona-Pandemie gehören werden.

Informationen zur Befragung:

Zu der Konjunkturbefragung waren ca. 80 namhafte HR-Softwareanbieter aus allen Marktsegmenten eingeladen. Die Befragung wurde vom 16.04.2020 bis zum 08.05.2020 als anonymisierte Online-Befragung durchgeführt. Insgesamt beteiligten sich 29 Unternehmen, von denen 24 die Befragung vollständig abgeschlossen haben. Der komplette Ergebnisbericht kann kostenlos beim Wirtschaftsinstitut Wolfgang Witte über die Website www.hr-konjunktur.de oder per E-Mail an wwitte@hr-konjunktur.de angefordert werden.

Quelle: Wirtschaftsinstitut Wolfgang Witte

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