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Jeder Sechste unter 35 Jahren würde für Homeoffice sogar auf Gehalt verzichten

Die Homeoffice-Pflicht endet zum 20. März. Für viele Angestellte bedeutet das das Zurück ins Büro. Nicht immer ist das mit positiven Gefühlen verbunden. Die Langzeitstudie der Universität Konstanz stellt fest, dass besonders jüngere Arbeitnehmer*innen dem Arbeiten im Homeoffice positiv gegenüberstehen. Ein Sechstel von ihnen würden für garantierte Homeoffice-Tage sogar Gehaltseinbußen in Kauf nehmen.

Rein in das Homeoffice, raus aus dem Homeoffice, und dann wieder zurück – der wellenförmige Verlauf der Pandemie führt zu vielen Anpassungsphasen bei Arbeitnehmer*innen und Betrieben und zu zahlreichen Zwischenformen zwischen Homeoffice in Vollzeit und klassischer Präsenzpflicht am Arbeitsplatz. Dabei ist die erforderliche Anpassungsleistung bei beiden Gruppen enorm. Die Konstanzer Homeoffice-Studie des Organisationsforschers Prof. Dr. Florian Kunze (Exzellenzcluster „The Politics of Inequality“, Universität Konstanz) und seiner Mitarbeiterin Sophia Zimmermann geht diesen Entwicklungen seit dem Frühjahr 2020 in einer empirischen Längsschnittstudie nach. Sie befragen dazu stets dieselben Personen, die für die Erwerbsbevölkerung mit Büro- und Wissenstätigkeiten repräsentativ ausgewählt wurden. So können sie die Entwicklung der Situation über die Zeit verfolgen.

Deutschland ist von einer hybriden Arbeitskultur noch weit entfernt

„Unsere jüngste Befragung im November 2021 zeigt nicht nur, dass der Wunsch nach Homeoffice stabil geblieben ist“, sagt Florian Kunze. „Gerade unter den Jüngeren würden viele sogar in Kauf nehmen, etwas weniger zu verdienen, wenn sie dafür regelmäßig von zu Hause aus arbeiten dürften. Dabei ist die Arbeitsplatzsituation in Deutschland von einer hybriden Arbeitskultur, in der Homeoffice, mobile Arbeitsformen und Präsenzarbeit Hand in Hand gehen, noch recht weit entfernt.“

 

Die Ergebnisse der vergangenen Befragung:

 

  • Der durchschnittliche Wunsch der Arbeitnehmer*innen nach Homeoffice liegt seit Beginn der Pandemie vor ca. 20 Monaten stabil bei ca. 2,9 Tagen in der Woche.
  • Dabei unterscheiden sich die Altersgruppen. Den 18-35-jährigen ist Homeoffice so wichtig, dass circa ein Sechstel von ihnen sogar Gehaltseinbußen dafür in Kauf nehmen würde.
  • Nur 18 Prozent der Befragten meinen, dass Homeoffice Produktivität und Arbeitsprozesse stört. Unter den befragten Führungskräften liegt dieser Wert mit 26 Prozent deutlich höher. 70 Prozent der Beschäftigten kommen trotz Präsenzarbeit noch vorwiegend digital zusammen.

 

Auch nach der Rolle der Betriebe für das Impf- und Infektionsgeschehen fragten die Forschenden:

 

  • Mehr als die Hälfte der Befragten wurde vom Arbeitgeber zur Impfung aufgefordert oder bekam im Betrieb eine Impfung angeboten.
  • Ein Drittel der Befragten gab an, dass 3G-Regelungen an ihrem Arbeitsplatz nicht eingehalten würden.

 

Quelle: Universität Konstanz

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