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Betriebliche Bildung im digitalen Wandel

Die Digitalisierung birgt auch für die Betriebliche Bildung enorme Chancen, den gestiegenen Qualifizierungsbedarf schnell und effizient zu decken. So ergab etwa die Weiterbildungsstudie1 von TNS Infratest in Auftrag der Studiengemeinschaft Darmstadt, dass Dreiviertel der 300 befragten Personaler von einem steigenden Weiterbildungsbedarf in den nächsten Jahren ausgehen. Um die Potenziale voll zu nutzen, ist innovatives, disruptives Denken bei den Learning Professionals entscheidend. Denn die Parameter haben sich verändert. So verlieren Lernmedien an Akzeptanz, wenn Erfolgskriterien der Digitalisierung nicht konsequent und systematisch berücksichtigt werden. Zeitgemäße digitale Medien sind daher mobil, ubiquitär, individual, kollaborativ und entkoppelt von Zeit und Ort. Arbeitsplatznahes sowie informelles, selbstorganisiertes Lernen in sozialen Netzwerken komplettiert den bisherigen Methodenkoffer der Bildungsverantwortlichen in modernen Unternehmen. Die Grenzen zwischen Arbeiten und Lernen verschwinden dabei immer mehr.

Laut der europäischen Benchmarkstudie2 der Haufe Akademie ist auch die schnelle Verfügbarkeit von Trainingsmaßnahmen ein wichtiges Argument für digitale Lernmedien. Das stellt zum einen hohe Anforderungen an die Technik. Die Lernarchitekturen der Unternehmen müssen sich an diesen Wandel anpassen. Dazu braucht es modulare Systeme, die flexibel und dynamisch auf die Bedürfnisse von Institutionen, Lehrenden und Lernenden reagieren können, also Next Generation Digital Learning Environments (NGDLE).

Dringend gesucht: digitale Kompetenz

Aber auch der Mensch ist im Zugzwang. Ohne digitale Kompetenzen wird der zunehmend digitaler werdende Arbeitsalltag nicht mehr zu meistern sein. Die Digitalisierung erfordert auch den Aufbau von digitalen Kompetenzen. Vielfach aber besteht in den Personalabteilungen oder Akademien aber Unwissenheit darüber, wie der Stand der einzelnen Kompetenzen ist, um den individuellen Weiterbildungsbedarf zu ermitteln. Hier sind Ansätze wie der CompetenceCheck des Forum DID gefragt.

Wie deutlich dieser Bedarf ist, zeigen die Ergebnisse einer aktuell erschienenen Umfrage des Instituts für Mittelstandsforschung (IfM)3 im Auftrag des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI) und der Deutschen Bank. Es wurden 312 Vertreter von Familienunternehmen mit mindestens 50 Millionen Euro Jahresumsatz, die im Durchschnitt rund 1.500 Mitarbeiter beschäftigen, befragt. Die Ergebnisse zeigen den dringenden Bedarf zum Aufbau von Medienkompetenz, IT-Skills oder media literacy skills bei den Mitarbeitenden.

Kernthemen

Daraus ergeben sich zahlreiche Fragen für die Praxis. Einen technologisch-didaktischen Teil beantwortet die Konferenz „New Learning 2020“ (http://newlearning2020.forum-did.de/): Wie lässt sich New Learning in der Praxis umsetzen? Wie sehen die Anforderungen für die Lernenden aus? Welche individuellen und organisationalen Limits ergeben sich in der Praxis? Lassen sich durch "intelligente" Lernumgebungen Kosten reduzieren und Lernerfolge steigern? Welche Art von Unterstützung im Lernprozess durch KI ist realistisch und wünschenswert? Wie lassen sich AR- und VR-Technologien (situative Anleitung, Lernen und Verstehen) in der Berufsausbildung Druck und Medien nutzen (realitätsnahe Vermittlung und exploratives Lernen)? Welche Anforderungen stellt informelles Lernen und wie unterstützt es digitales Lernen? Welche Modelle und Programme gibt es in der Wirtschaft? Wie lassen sich Kompetenzprofile und damit der individuelle Weiterbildungsbedarf ermitteln?

„New Learning 2020“ des Forums „Digitale, interaktive Didaktik“ hat sich zum Ziel gesetzt, die digitale Bildung zu fördern und Antworten auf gegenwärtig drängende Fragen zu liefern. Die Konferenz richtet sich an Professionals und fördert den intensiv-konstruktiven Dialog. In BarCamp-Sessions am zweiten Tag wird der Austausch vertieft.

Das Vortragsprogramm am ersten Tag wird von hochkarätigen Referenten kreiert und lässt ebenfalls viel Raum für Diskussionen. Zu den Vortragenden gehören Dr. Christoph Meier, Geschäftsführer des swiss competence centre for learning (scil) an der Universität St. Gallen, Jens Engel von der Commerzbank, Prof. Bernhard Schmidt-Hertha, Universität Tübingen, Prof. Michael Mielke von der Deutsche Bahn, Prof. Bodo Urban, Fraunhofer Institut für graphische Datenverarbeitung Rostock und Dr. Walter Lieberei, Forum DID.

Über das Forum „Digitale interaktive Didaktik“

Das Forum "Digitale, interaktive Didaktik" (DID) (http://www.forum-did.de) ist ein Netzwerk aus Unternehmen und weiteren Partnern wie z. B. Universitäten. Das Forum widmet sich der Entwicklung und Umsetzung einer praxisorientierten, digitalen, interaktiven Didaktik im Bereich der IT-gestützten Lehr- und Lernumgebungen widmet. Es ist Teil des Zentrums für Foren in der grafischen Datenverarbeitung e.V. (ZGDV) am Fraunhofer IGD, welches den Dialog zwischen Unternehmen, Bildung, Wissenschaft, Öffentlichkeit und Politik im Umfeld der IKT-Technologien organisiert. Das Netzwerk des Forum DID vereint berufs- und branchenübergreifende Erfahrungen und wird kontinuierlich erweitert. Zu den Mitliedern zählen Unternehmen wie Volkswagen Coaching, LufthansaTechnical Training, Sick AG, Edeka, sowie Institutionen wie die Universitäten Frankfurt und Olten/Schweiz, Bildungswerk der hessischen Wirtschaft und Weiterbildung Hessen e.V.

Quellen:
1 „Weiterbildungstrends in Deutschland“, Mai 2017, Studiengemeinschaft Darmstadt und TNS Infratest.
2 „Digital Learning – eine europäische Benchmark-Studie“. 2016, Haufe-Akademie, CrossKnowledge, Freiburg.
3 „Die größten Familienunternehmen in Deutschland 2017“, BDI und Deutsche Bank, 2017

Quelle: Forum Digitale interaktive Didaktik (DID)

(Foto: © elenabsl/Fotolia)

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