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Auf die Beförderung warten

Die Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt in den USA zeigen, wenn die Unternehmen sich nicht um die Mitarbeiter kümmern, dann gehen die Beschäftigten selbst neue Wege. In Deutschland erleben wir das gerade in den Pflege- und in den pädagogischen Bereichen. Es wird viel Zeit, Kraft und Investment erforderlich sein, diese Entwicklung wieder umzukehren. Leider fehlen uns verlässliche Zahlen bzgl. weiterer tektonischer Verschiebungen auf dem Arbeitsmarkt.

Trotz wirtschaftlicher Unsicherheiten meldet der Bundesagentur-Chef Scheele auch für den November positive Zahlen. Damit fehlt eine Art „Strategische Reseve“ aus der die Unternehmen in den Phasen des Aufschwungs geschöpft haben. Das spüren auch die Anbieter von Zeitarbeitsservices. Die ehemaligen Beschäftigten aus dem Hotel-und Gaststättengewerbe haben neue Stellen gefunden. Viele kehren nicht mehr zurück. Das gilt auch für die Gepäckabfertiger an den Flughäfen.

Homeoffice bleibt uns erhalten

Laut einer Bitkom-Studie erhalten Beschäftigte täglich circa 26 berufliche E-Mails. Wer kann ausschließen, dass da auch interessante Jobangebote dabei sind!? Während die Kommunikationsdichte unter den Mitarbeitern zugenommen hat, ist sie im Verhältnis zu den Vorgesetzten schlanker geworden. Und wer weiß heute wirklich, wie es vielen Vorgesetzten geht? Wer hält sie auf dem Laufenden? Wer nimmt ihnen die Angst? Wie können und sollen sie Mitarbeitergespräche führen? Sie sind mit ihren eigenen Perspektiven beschäftigt und sollen gleichzeitig ihren Mitarbeitenden die Zukunft erklären. Die einen warten auf eine Beförderung, die anderen auf eine längst fällige Gehaltserhöhung. Wie kann und soll das fair funktionieren?

„Eigentlich sollten Führungskräfte gute Mitarbeiter fördern. Doch da gibt es ein strukturelles Problem.“ Ingrid Häfele, ab 2022 Assisstenzprofessorin für Volkswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität in München, hat darüber ausführlich geforscht und das Ergebnis in der SZ vom 29.11.21 - wie oben zitiert - auf den Punkt gebracht. Fast die Hälfte der Mitarbeiter in ihrer Studie gaben an, sich bei der Entscheidung für interne Bewerbungen Sorgen zu machen, ob die eigene Führungskraft davon erfahren könnte. Sie fürchten negative Auswirkungen, falls es mit der internen Bewerbung doch nicht klappen sollte. Da stellt sich die Frage, wie der interne Stellenmarkt aussehen muss, damit qualifizierte Mitarbeiter effektiv gefördert werden können.

Innovations- und Chancenkultur pflegen

Hier sind die Personalabteilungen gefordert. Sie dürfen die Führungskräfte nicht allein lassen. Sie müssen Coaching beim Befördern anbieten. Die Generation Z wartet nicht ewig auf ihre Beförderung. Sie sucht sich ihre eigenen Wege. Der Markt bietet viele neue Chancen. Diese Generation möchte sich einbringen. Das erleben wir tagtäglich in den medialen Diskussionen. Es herrscht eine Aufbruchstimmung und das Aufbruchpotenzial kennen wir. Unternehmen müssen ihre Innovations- und Chancenkultur ausbauen. Ingrid Hägele fasst das so zusammen: „Wem es jedoch gelingt, qualifizierte Mitarbeiter besser zu gewinnen und zu halten, der erhöht nicht nur die Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen, sondern sorgt nebenbei auch für mehr Diversität und eine positive Unternehmenskultur, sowohl für Führungskräfte als auch für die Mitarbeiter.“

Autor: Franz Langecker, Chefredakteur HR Performance

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