Kundenservice Veranstaltungen: 02234-9894940
Kundenservice Bücher: 089-21837921
Aboservice Zeitschriften: 089-21837110

Wie hip muss ein Arbeitsplatz sein?

Was für deutsche Mitarbeiter wirklich zählt

Die meisten Menschen verbringen einen erheblichen Teil ihres Lebens in der Arbeit. Dementsprechend kommt dem Wunsch nach einem erfüllten Arbeitsleben und beruflichem Glück eine besonders starke Bedeutung zu. Was in der Vergangenheit nur wenigen vergönnt war, muss jedoch inzwischen keine Phantasievorstellung mehr bleiben. Denn die gute Nachricht lautet: Modernen Unternehmen ist durchaus daran gelegen, dass ihre Mitarbeiter glücklich sind.

Tatsächlich hat sich das Bild des modernen Büros in den vergangenen Jahren stark gewandelt. Arbeitgeber versuchen immer häufiger, den Berufsalltag durch unterschiedlichste Annehmlichkeiten menschlicher, behaglicher und auch ein Stückweit humorvoller zu gestalten. So wird mittlerweile vermehrt Wert darauf gelegt, Mitarbeitern auch Bereiche zur Verfügung zu stellen, an denen sie produktive Auszeiten nehmen können: Stehpulte, Spielbereiche, kostenloses Mittagessen oder Snacks und sogar Haustiere erobern zunehmend die Büros – auch in Deutschland. Entspannte Arbeitsumgebungen schaffen Zufriedenheit, steigern die Motivation und stärken das Team-Building. Der Nachteil: Neu gestaltete Büroumgebungen können auch zu einer gewissen Neidkultur unter denjenigen Mitarbeitern führen, die ihre Pausen nicht mit Tischtennis oder am Kicker verbringen möchten oder können (zum Beispiel weil sie im Außendienst beschäftigt sind).

Daher stellt sich die Frage, ob sich der Aufwand, die eigenen Büros neu zu definieren, lohnt, um die Dynamik und Einzigartigkeit des Unternehmens zu unterstreichen. Sollten Firmen nicht grundsätzlich erst einmal dafür sorgen, ihren Mitarbeitern einen Arbeitsplatz zu bieten, der auch ohne Wellness-Angebote und Spielautomaten eine angenehme, harmonische und produktive Umgebung darstellt? Ein Arbeitsplatz, an dem Produktivität gefördert wird, aber auch der Spaß nicht zu kurz kommt? Unterm Strich ein Ort, mit dem man sowohl in beruflicher als auch sozialer Hinsicht zufrieden sein kann.

In einer kürzlich durchgeführten Umfrage des Büroausstatters Staples [1], die sich mit der Zufriedenheit an deutschen Arbeitsplätzen befasst, gaben 42 Prozent der befragten Arbeitnehmer an, dass ihre Büroumgebung entweder deprimierend, beengt oder demotivierend sei. Das zeigt: Vom Trend aufgepeppter Geschäftsumgebungen profitieren längst nicht alle Berufstätigen – eine Entwicklung, die bei vielen Unternehmen noch nicht komplett angekommen ist.

Eine unangenehme Arbeitsumgebung vermeiden

Die Geschäftswelt steht vor der Herausforderung, berufliche Zufriedenheit mit der Arbeitsleistung in Einklang zu bringen. Der Trend hin zu einem ansprechend gestalteten, inspirierenden und modernen Arbeitsumfeld legt nahe, dass diese beiden Elemente, Zufriedenheit und Leistung, eng miteinander verbunden sind.

  • Die Ergebnisse der Staples-Studie [2] zeigen, dass diese Idee fraglos der Realität entspricht: Denn mehr als drei Viertel (77 Prozent) der Befragten in Deutschland glauben, dass ein Zusammenhang zwischen der Qualität ihres Büroarbeitsplatzes und ihrer Leistung besteht.
  • Zudem sind 67 Prozent der Meinung, dass ein Arbeitsbereich, in den das eigene Unternehmen investiert, ein Gefühl der Wertschätzung vermittelt.
  • Ein wichtiger Punkt ist noch immer, dass 17 Prozent der deutschen Arbeitnehmer ihre derzeitige Büroumgebung als geradezu unangenehm empfinden. Eine nicht unbedeutende Anzahl, wenn man bedenkt, dass dies unter Umständen zu geringerer Arbeitsleistung oder einer Gefährdung der Unternehmensbindung führen kann. In einer Zeit, in der Unternehmen durch extravagante Philosophien Erfolge feiern, könnten Firmen, die im Bereich Ausstattung und Büroumgebung in der Kategorie unangenehm landen, als reizvoller Arbeitgeber gnadenlos durchfallen.

 

Staples_HR-Performance
Deutsche Büroangestellte leiden häufig unter berufsbedingter Frustration.

Der Trend, in das eigene Büro zu investieren, sollte allerdings nicht als reine Modeerscheinung abgetan werden. Viele Unternehmen versuchen mittlerweile, den Alltag ihrer Beschäftigten zumindest in kleinen Schritten ansprechender zu gestalten und Innovationen umzusetzen – insbesondere was die Gestaltung der Bürolandschaften betrifft. So ist es wahrscheinlich, innerhalb der eigenen Familie oder im Bekanntenkreis Menschen zu treffen, die über genau solche beruflichen Benefits ins Schwärmen geraten. Und das nicht zu knapp, was einen selbst durchaus ins Grübeln bringen kann. Wenn die anderen in den Genuss eines ansprechenden Arbeitsumfeldes kommen und solche Vorteile genießen, sollte das nicht auch mir zustehen? Ist das Gras hinter anderen Firmenzäunen womöglich tatsächlich grüner?

Eine gute Basis schaffen

Zweifellos korreliert das Arbeitsumfeld direkt mit der Mitarbeiterzufriedenheit. Hierbei kommt es darauf an, dass jedes Unternehmen für sich einen geeigneten Anwendungsbereich findet. Zu diesem Zweck könnten Firmen eigene interne Umfragen durchführen, um möglicherweise festzustellen, dass immense Investitionen in aufwendige Spielautomaten als stromgetriebene Stimmungsaufheller gar nicht zwingend nötig sind, um ein positives Klima unter den Mitarbeitern zu schaffen.

Die Staples-Umfrage [2] zeigt nämlich, dass den primären Forderungen der Angestellten leicht nachgegangen werden kann:

  • So würden kostenlose, gesunde Snacks am Arbeitsplatz 46 Prozent glücklicher machen.
  • Knapp ein Viertel (24 Prozent) fände eine bessere Beleuchtung wünschenswert.
  • Ähnlich viele (26 Prozent) würden kostenlose Wellness- oder Yoga-Angebote in der Mittagspause begrüßen.
  • Bei 23 Prozent stellt besseres Büromaterial eine weitere Forderung dar. Extravagantere Optionen wie Kletterwand, Fitnessgeräte, Hängematten oder sogar Haustiere standen in der Befragung ebenso zur Auswahl. Unternehmen müssen ihre Büros also nicht in einen Freizeitpark verwandeln, um deren Atmosphäre von mies und veraltet in positiv und motivierend zu verwandeln.

 

Die Studie sollte des Weiteren den frustrierenden Beispielen von Büroumgebungen auf den Zahn fühlen. Ein Pausenraum zum Abschalten schnitt bei den Befragten vor allem dann schlecht ab, wenn Temperaturgrenzen (32 Prozent) oder Lärmpegel (32 Prozent) überschritten wurden. Unternehmen sollten solche kleinen aber feinen Details also frühzeitig erkennen und auf deren Basis die richtigen Grundlagen schaffen, bevor eine Tischtennis-Platte angeschafft wird. Ansonsten geht der Schuss beim Versuch, unzufriedene Mitarbeiter wieder für sich zu gewinnen, mit großer Sicherheit nach hinten los.

Durch die Beseitigung solcher grundlegender Mängel und geeignete Umgestaltungsmaßnahmen kann der Arbeitsbereich tatsächlich positiv und zielführend verändert werden; ebenso wie die Einstellung der Mitarbeiter gegenüber dem Unternehmen.

Die Moral der Geschichte

Investitionen in ein ansprechendes Arbeitsumfeld rufen bei den Angestellten ein Gefühl der Anerkennung und Wertschätzung hervor. Unternehmen sollte definitiv daran gelegen sein, dass ihre Arbeitnehmer die vorhandene Büroumgebung nicht als peinlich empfinden, sondern mit Freude und Engagement ihrem Beruf nachgehen: Nur so kann der Neidkultur in deutschen Büros ein Ende gesetzt werden – was definitiv dem Erfolg der gesamten Organisation zu Gute kommt.

 

[1] www.staples.de und www.staplesadvantage.de

[2] Die Untersuchung umfasste eine Online-Umfrage unter 7.000 Büroangestellten aus zehn europäischen Ländern, die von der unabhängigen Forschungsagentur Arlington Research im Oktober 2018 durchgeführt wurde. In Deutschland nahmen 1.000 Teilnehmer an der Erhebung teil. Die Verteilung der Befragten in den anderen Ländern gestaltete sich wie folgt: Großbritannien (2.000), Frankreich (500), Niederlande (500), Schweden (500), Norwegen (500), Spanien (500), Italien (500), Portugal (500) und Finnland (500). Die Studie ist hier zum Download verfügbar: www.staplesadvantage.de/stimmt-die-umgebung-stimmt-alles/

Quelle: www.staples.de

Passende Artikel
Zeitschrift HR Performance
149,00 €

Preis für Jahresabonnement Inland