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Beschäftigung im digitalen Zeitalter: Jobs der Zukunft

Euan Davis, Associate Vice-President, Cognizants Center for the Future of Work, EMEA

Zwar klingt die Zukunft einer „automatisierten“ Belegschaft beängstigend. Die Revolution der künstlichen Intelligenz (KI) wird aber auch eine enorme Welle an neuen Möglichkeiten für Unternehmen und Arbeitnehmer schaffen – vorausgesetzt, sie sind darauf vorbereitet. Angesichts dieser Entwicklungen hat Cognizant 21 mögliche neue Jobprofile identifiziert, die in den nächsten zehn Jahren auf dem Arbeitsmarkt entstehen könnten.

Die Vierte Industrielle Revolution wird als ein digitaler Boom der Weltwirtschaft gefeiert, der das Gesicht der Arbeit für immer verändert. Eine Studie der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) zur Arbeitsmarktentwicklung zeigt, dass etwa die Hälfte aller Arbeitsplätze in den 32 OECD-Staaten durch Algorithmen und Maschinen bedroht sind, da leicht automatisierbare Arbeitsplätze höchstwahrscheinlich verschwinden werden. Davon sind rund 66 Millionen Arbeitnehmer in der OECD betroffen.

Bei den zukünftigen Jobs geht es noch immer um den Menschen

Die in der Studie vorgestellten 21 Jobs sind keine Science Fiction – es handelt sich um Stellen, die die Personalabteilungen im nächsten Jahrzehnt besetzen müssen. Einige sind hochtechnisch, wie zum Beispiel der Edge-Computing-Meister, während andere, wie der persönliche Gedächtniskurator, nur wenig technisches Wissen erfordern. Obwohl manch einer vielleicht davon überzeugt ist, dass eines Tages alle Jobs Technologie-Jobs sein werden, zeichnet die Studie ein anderes Bild.

Die 21 Stellenprofile decken eine Vielzahl von Disziplinen, Märkten und Technologien ab; sie alle haben jedoch drei gemeinsame Themen: 

  • Coachen: Hilfestellung geben bei dem, was die Menschen tun (z.B. deren Finanzen oder Gewicht managen)
  • Umsorgen: Gesundheit und Wohlbefinden der Menschen verbessern
  • Vernetzen: Mensch und Maschine; das Physische und Virtuelle; Wirtschaft und Ethik; traditionelle IT und Schatten-IT, bei der Lösungen im Unternehmen erzeugt und genutzt werden, die nicht genehmigt sind, z.B. persönliche Smartphones.

 

Zu den neuen Jobs, die im nächsten Jahrzehnt entstehen werden, gehören:

  • Datendetektiv: Recherchiert in den organisatorischen Daten im gesamten Unternehmen, generiert betriebliche Antworten und Vorschläge auf Basis der untersuchten Informationen aus verschiedenen Quellen
  • Digitaler Schneider: Besucht Kunden zu Hause, um Kleidung, die diese im Online-Handel bestellt haben, perfekt anzupassen und fertigzustellen
  • Persönlicher Gedächtniskurator: Hilft bei Gedächtnisverlust älterer Kunden, virtuelle Umgebungen zu erschaffen, in denen sie sich aufhalten können
  • Ethikbeauftragter: Stellt sicher, dass die Verteilung des Unternehmenseinkommens den Standards entspricht, die von Kunden und Mitarbeitern erstellt und von einer Ethikkommission des Unternehmens festgeschrieben wurden
  • Spaziergänger/Gesprächspartner: Agiert als Gesprächspartner für ältere Menschen und vernetzt sich mit Senioren über eine Plattform ähnlich wie Uber
  • Edge Computing-Meister: Definiert die IoT-Roadmap, kalkuliert sorgfältig die technischen Anforderungen und bewertet die Machbarkeit des Aufbaus einer Edge Processing-Einheit auch unter Rendite-Gesichtspunkten
  • Cyber-Stadtplaner: Stellt sicher, dass „gesunde“ Daten in den Städten ungehindert fließen können – darunter auch Biodaten, Einwohnerdaten und Investitionsgüterdaten – und sorgt dafür, dass alle Technik- und Übertragungsanlagen störungsfrei funktionieren

 

Der Mensch im Mittelpunkt

Die Studie zeigt deutlich, dass technische Qualifikationen an Bedeutung gewinnen werden. Aber auch die Menschen werden für die Wertschöpfung noch wichtiger werden. Zu den Anforderungen an einen digitalen Schneider gehören beispielsweise Fähigkeiten wie Mode, Schneidern, Nähen, Polstern, Kunst und Innenarchitektur.

Technologie wird jeden Aspekt der Gesellschaft aufwerten. Wir stehen nicht vor einer grimmigen, dunklen Cyber-Dystopie, sondern vor einer immer noch vertrauten Welt, in der Technik die Dinge für den Menschen verbessert und uns nicht das nimmt, was wir am meisten schätzen: unsere Menschlichkeit. Das ist das Fundament, auf dem die neuen Beschäftigungsmöglichkeiten der Zukunft wachsen werden.

Quelle: Euan Davis, www.cognizant.com/de-de/

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