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Den Wandel in der Ausbildung gestalten

Der Trend geht ganz klar weg von den klassischen Methoden wie der guten alten Stellenanzeige in der Tageszeitung. Der Kreativität sind bei digitalen Stellenanzeigen bzw. Werbevideos kaum Grenzen gesetzt. Je auffälliger ein Video ist, umso viraler geht es. Der Inhalt ist so einleuchtend wie simpel.

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Foto: ©AdobeStock/rzrstudio

Was erwartet die ausbildenden Unternehmen in der Zukunft? Daniela Gieseler und André Schwahn von AzubiScout.com haben in die Kristallkugel geblickt: Hier lesen Sie, was die beiden Ausbildungsexperten für die nächsten Jahre kommen sehen.

Schwerpunktmäßig geht es um das Recruiting in der Ausbildung: Was muss sich tun, damit Unternehmen wieder Azubis finden? Aber auch neue Möglichkeiten durch die voranschreitende Digitalisierung vor allem für das Lernen werden beleuchtet. Und zuletzt geht es um den Punkt „Zwischenmenschliches“ – denn auch hier werden Änderungen erwartet …

Recruiting: ein Überblick

Der Fachkräftemangel verschlimmert sich, und die Unternehmen spüren das jeden Tag immer mehr. Die erfahrenen Mitarbeiter brechen weg (die geburtenstarken Jahrgänge der Babyboomer gehen in Rente) und geeignete Jugendliche für eine Ausbildung zu finden und zu begeistern wird immer herausfordernder.

Der Wandel in den Unternehmen schreitet unseres Erachtens oft noch nicht schnell genug voran, um qualifizierte Bewerber für sich zu gewinnen. Andere Unternehmen wiederum haben sich schon an die Bedürfnisse der Jugendlichen angepasst und verzeichnen erste Erfolge bei der Besetzung ihrer Ausbildungsstellen.

Möglichkeiten: Social Media, Werbevideos und Google als Anlaufstelle

Die heutige Generation gilt als „Digital Natives“. Komplett digital aufgewachsen, konzentrieren sich die Unternehmen auf die großen Social-Media-Plattformen, um die Jugendlichen zu erreichen. Aktuell gehören Instagram, TikTok und YouTube zu den beliebtesten Anlaufpunkten von Jugendlichen. Dort für sein Unternehmen Stellen auszuschreiben, verspricht eine große Reichweite und somit eine deutlich höhere Wahrscheinlichkeit, Bewerbungen zu bekommen. Hierbei wird nicht nur die klassische Stellenanzeige veröffentlicht, sondern anhand von Videos (im Idealfall mit den eigenen Auszubildenden) für eine Ausbildung geworben. Der Trend geht also ganz klar weg von den klassischen Methoden wie der guten alten Stellenanzeige in der Tageszeitung.

Der Kreativität sind bei digitalen Stellenanzeigen bzw. Werbevideos kaum Grenzen gesetzt. Je auffälliger ein Video ist, umso viraler geht es. Der Inhalt ist so einleuchtend wie simpel. Die Vorzüge des Unternehmens werden hervorgehoben, und die notwendigen Anforderungen an die jungen Bewerber werden klar kommuniziert. Zu lang dürfen die Videos natürlich auch nicht sein, es darf keine Langeweile beim Ansehen entstehen.

Eine weitere wichtige Botschaft in den Videos ist das Betriebsklima. Dies muss gut transportiert werden, denn es ist neben Karriere- und Weiterbildungsmöglichkeiten ein entscheidendes Kriterium, um den Jugendlichen für eine Bewerbung zu begeistern. Im Optimalfall kann sich der Bewerber mit einem Klick bei dem Unternehmen bewerben.

So einfach wie einleuchtend ist der Tipp, den wir allen Lesern mitgeben möchte: Platzieren Sie Ihre Stellenanzeigen dort, wo die Jugendlichen am meisten unterwegs sind. Neben den oben genannten Plattformen existiert noch eine, die jeder von uns kennt: Google. Über 80 Prozent der Jugendlichen gaben in der Studie „Azubi Recruiting Trends 2022“ an, dass sie die Suchmaschine für die Ausbildungsstellensuche verwenden und sich Informationen beschaffen. Manchmal ist die naheliegendste Lösung vielleicht auch die beste Lösung.

Der Bewerbungsprozess …

… muss verschlankt werden. Viele Unternehmen haben ihren Bewerbungsprozess vereinfacht. Die Jugendlichen möchten nicht viel Zeit damit verwenden, aufwendige Bewerbungen mit den von uns bekannten Unterlagen (Anschreiben, Lebenslauf etc.) zu verfassen, anschließend in eine PDF-Datei umzuwandeln und per E-Mail an den zuständigen Ansprechpartner zu senden. Der Zeitaufwand einer Bewerbung sollte sich in einem Zeitrahmen von 15 bis maximal 30 Minuten bewegen.

Alles darüber hinaus könnte Unternehmen bereits disqualifizieren.

Lesen Sie den vollständigen Beitrag aus dem Special „Best of“.

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