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Wie werden wir in Zukunft arbeiten?

Kaum eine andere Zeit ist so von einem großen Wandel in relativ kurzer Zeit geprägt, wie unsere heutige Zeit. Wandel scheint die Beschreibung der Epoche zu sein und schlägt sich in Arbeit und Gesellschaft nieder. Noch überwiegen viele alte Strukturen, die gewünschte Work-Life-Balance wird als Illusion abgetan und die Reaktion auf neue Bedürfnisse fällt eher dürftig aus.

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Mann denkt über Arbeit in Zukunft nach
Foto: ©AdobeStock/olly

Die Arbeitswelt ist im Wandel, denn Trends und Entwicklungen verändern den Arbeitsmarkt stetig, mit wachsender Geschwindigkeit. Dabei stoßen nicht nur Digitalisierung und Globalisierung diesen Wandel an, auch die neue Generation auf dem Arbeitsmarkt bringt mit neuen Ideen und Vorstellungen alte Strukturen ins Wanken. Es wird umgedacht und neu gedacht. Doch wie soll das Arbeiten zukünftig aussehen? Wird die Künstliche Intelligenz unsere Arbeitskraft bald überflüssig machen?

Neue Arbeitswelten: Generationswechsel auf dem Arbeitsmarkt

Die Generation der Babyboomer, die lange Zeit den Arbeitsmarkt dominierte, geht langsam in den Ruhestand. Der bevorstehende Generationswechsel befeuert den stetigen Wandel. Denn die neue Generation fordert nicht nur mehr Flexibilität, auch die 4-Tage-Woche soll zum neuen Standard für eine ausgeglichene Work-Life-Balance werden. Dass sich die Reduktion der Arbeitszeit bei gleichbleibendem Lohn wirklich durchsetzt, wird jedoch infrage gestellt. Allerdings müssen sich Unternehmen auf die neuen Forderungen einstellen, um langfristig Arbeitnehmende zu halten und für das eigene Unternehmen zu begeistern.

Zeitgleich scheint die junge Generation weniger Interesse an körperlicher Arbeit zu haben, sodass Handwerksberufe schon heute mit mangelndem Personal zu kämpfen haben. Doch auch andere Branchen und Unternehmen sehen sich vor diesen Herausforderungen, denn die neue Generation hat Ansprüche und Bedürfnisse, die sie an den Arbeitgebenden stellt. Der Zukunftswandel des Arbeitsmarktes hin zur Bedürfnisorientierung ist damit unausweichlich und wird das zukünftige Arbeiten stark prägen.

New Work als Arbeitsmodell der Zukunft

Bereits aktuell setzt sich in diesem Zuge der Begriff New Work immer mehr durch. Neben dem Generationswechsel und dem demografischen Wandel machen auch Globalisierung und Digitalisierung ein Neudenken des Arbeitens schon länger erforderlich. New Work hat zum Ziel, sich an Veränderungen der Arbeitswelt anzupassen und zeitgleich die Effizienz zu steigern. Der Arbeitsplatz der Zukunft stellt dabei ein alternatives Arbeitsmodell dar, welches von flexiblen Arbeitszeiten, Digitalisierung und Homeoffice lebt. Vor allem Letzteres hat durch die Corona-Pandemie in beinahe jeden Arbeitsbereich Einzug gehalten und Arbeitnehmenden neue Möglichkeiten eröffnet. Existierte zuvor die Angst, die Heimarbeit könnte weniger produktiv ausfallen, haben zumindest die letzten Jahre das Gegenteil bewiesen und einen Wandel der herkömmlichen Arbeitsplatzmodelle herbeigeführt.

Das klassische Büro wird zu einem Ort des Austausches und Miteinanders. Hier trifft man sich für Besprechungen, Abstimmungen und den sozialen Austausch. Arbeit und Wohlgefühl werden bei New Work nicht mehr getrennt und in ihrem Zusammenspiel zum idealen Nährboden für Innovation und Produktivität. Die verbleibende Einzelarbeit, die mit einem Bedarf an Ruhe und Konzentration einhergeht, kann derweilen weiterhin zu Hause ausgeführt werden und erlaubt damit mehr Flexibilität. Richten sich Unternehmen mit ihren Arbeitsmodellen nach diesen neuen Bedürfnissen, erhalten sie im Gegenzug eine große Leistungsbereitschaft, Effektivität und Produktivitätssteigerung.

Digitalisierung als Treibstoff der Zukunftsarbeit

Um diese Arbeitsteilung zu erreichen, ist aber die Digitalisierung sehr wichtig. Prognosen zeichnen hier ein recht erfreuliches Bild, welches die stetige Weiterentwicklung und Ausweitung der digitalen Möglichkeiten zeigt und erwartet. Vor allem diese Flexibilität des Arbeitsmodells steigert damit Zufriedenheit und Bereitschaft. Denn Arbeitnehmende erfahren ein hohes Maß an Selbstbestimmung, Eigenverantwortung und Mobilität, was Unternehmen für sie attraktiv macht und die zukünftige Bindung erhöht. Durch die Verlagerung der Einzelarbeit nach Hause wird zudem der Flächenbedarf reduziert, was in Zeiten des Klimawandels und des Bedarfs an Nachhaltigkeit zu einem großen Vorteil wird.

Klimawandel: Bedrohung und Chance für das Arbeiten

Denn schon jetzt zeigt der Klimawandel mehr als deutliche Auswirkungen auf unser alltägliches Leben. Auch die Arbeitswelt ist von diesen Veränderungen stark betroffen. Dabei zeigt sich ein Einfluss auf bestimmte Branchen, auf Arbeitsweisen oder eben auch auf den Umgang mit der Fläche als Ressource, der im New Work Konzept neu gedacht wird. Denn herkömmliche Büros beanspruchen viel Fläche, die teils nur unzureichend genutzt wird und immer mehr Leerstand zeigt. Gleichzeitig verschwinden zukünftig, bedingt durch den Klimawandel, manche Branchen, wie beispielsweise der Kohleabbau. Andere und neue Branchen werden jedoch einen Aufwind erleben. Das Umlernen innerhalb eines Berufsfeldes wird in Zukunft zur neuen Chance, mit den Änderungen zu wachsen und auf sie zu reagieren.

Künstliche Intelligenz: Die Revolutionierung des Arbeitsumfeldes

Mit der wachsenden Digitalisierung steigt auch der Einfluss der Künstlichen Intelligenz auf den Arbeitsmarkt und dieser ist nicht unerheblich. ChatGPT wird in Zukunft einige Arbeitsplätze vollständig ersetzen können. Das mag eine fatale Entwicklung sein, zeitgleich entstehen dadurch neue Möglichkeiten und vor allem ein effizienteres Arbeitsumfeld. Viele Arbeitsprozesse werden eine große Erleichterung erfahren, indem Aufgaben durch künstliche Intelligenzen mit großer Schnelligkeit und Präzision übernommen werden können.

Das verändert die Arbeitswelt in einer nie zuvor dagewesenen Weise. Die von vielen erwartete Massenarbeitslosigkeit bestätigt sich in den Prognosen jedoch nicht. Vielmehr geht es um eine große Effizienzsteigerung und Entlastung, etwa indem zeitraubende Fleißarbeiten zukünftig maschinell erledigt werden können. Gleichzeitig braucht die Künstliche Intelligenz auch weiterhin Menschen, um Koordination, Originalität und Problemlösungen gewährleisten zu können, sodass zukünftig Mensch und Maschine zusammen arbeiten und Arbeitnehmende auf Entlastungen hoffen können.

Ist die Künstliche Intelligenz die Lösung des Fachkräftemangels?

So viel Angst der Einfluss der Künstlichen Intelligenz auch schüren mag, die erwartete Steigerung der Produktivität kann zum Problemlöser eines weiteren Zukunftsproblems heranwachsen: dem Fachkräftemangel. Schon heute klagen viele Bereiche über einen signifikanten Mangel an Fachpersonal. Lücken werden durch den Generationswechsel und den demografischen Wandel zunehmend größer und die Zukunftsentwicklung ist ungewiss. Die Zuwanderung von ausländischen Fachkräften soll den Bedarf zwar decken können, inwieweit das aber Wirkung zeigt, bleibt unklar. Zukünftig kann die Künstliche Intelligenz dieses Problem aber möglicherweise lösen.

Wandel als Leitmotiv des zukünftigen Arbeitens

Kaum eine andere Zeit ist so von einem großen Wandel in relativ kurzer Zeit geprägt, wie unsere heutige Zeit. Wandel scheint die Beschreibung der Epoche zu sein und schlägt sich in Arbeit und Gesellschaft nieder. Noch überwiegen viele alte Strukturen, die gewünschte Work-Life-Balance wird als Illusion abgetan und die Reaktion auf neue Bedürfnisse fällt eher dürftig aus. Und doch wird sich die zukünftige Arbeitswelt ändern. Neben neuen Arbeitsmodellen ist sie vor allem durch Digitalisierung und die Künstliche Intelligenz geprägt. Und auch wenn die genauen Auswirkungen kaum einsehbar sind, steht eine Sache fest: Das Arbeiten der Zukunft wird immer weiter Veränderungen erfahren und sich immer weiter entwickeln. Auch wenn der Wandel Angst macht, ist Mut zur Veränderung gefragter denn je und eröffnet neue Möglichkeiten, die die Arbeitswelt positiv revolutionieren.

Henriette Schubert_Autorin

Henriette Schubert unterstützt seit vielen Jahren IT-Unternehmen im Content-Bereich und hat darüber hinaus ein sehr breites Fachwissen.

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