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Teils anders, weil anders sozialisiert : Generation Z

Instagram, TikTok, YouTube & Co stillen bei der Gen Z nicht nur ihr Bedürfnis, Teil einer „Community“ zu sein. Dort erfährt diese Generation oft auch die gewünschte Anerkennung in Form von „Likes“, die sie für gepostete Kommentare, Bilder usw. erhält – und zwar sehr zeitnah und im Idealfall von vielen Seiten.

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Generation Z
Foto: ©AdobeStock/LIGHTFIELD STUDIOS

Die Angehörigen der Generation Z sind nicht faul und egozentrisch – wie oft beklagt. Sie haben aber zum Teil andere Bedürfnisse als beispielsweise die Baby-Bommer. Das gilt es bei ihrer Führung zu beachten.

„Die Angehörigen der Generation Z ticken anders als unsere älteren Mitarbeiter.“ Diese Klage hört man oft von Selbstständigen bzw. Unternehmern. Stimmt, die nach 1995 geborenen jungen Frauen und Männer ticken teilweise anders – doch primär, weil sie unter anderen gesellschaftlichen Rahmenbedingungen aufwuchsen bzw. (wie Soziologen sagen würden) „anders sozialisiert wurden“ als ihre älteren Kollegen.

 

Auf Augenhöhe mit der Generation Z kommunizieren

So versuchten zum Beispiel die Eltern der Gen-Z-ler – verallgemeinert formuliert – mit ihren Sprösslingen, soweit möglich, auf Augenhöhe zu kommunizieren. Sie banden diese zudem in ihre Entscheidungen ein:

  • „Was sollen wir heute Abend essen?“
  • „Wohin sollen wir in Urlaub fahren?“
  • „Welches Handy willst du?“.

Ähnliches gilt für ihre Erzieher in den Schulen. Das prägte die Gen-Z-ler. Deshalb können sie sich mit „Chefs“, die sie in ihren Augen von oben herab behandeln, nur schwer identifizieren.

Prägend war zudem: Die Generation Z ist die erste Generation, in deren Kindheit das Internet und die E-Mail-Kommunikation schon existierten. Und spätestens in ihrer Jugend war Social Media nahezu omnipräsent. Entsprechend selbstverständlich nutzen sie diese Tools zum Sich-Informieren, Kommunizieren und Beziehungen aufbauen und pflegen, aber auch um sich zum Beispiel mit Online-Spielen zu amüsieren.

 

Die Bedürfnisse der Gen-Z-ler wahr- und ernstnehmen

Auch das prägte sie! Schließlich hat heute, jeder 18-Jährige, wie Studien zeigen, im Verlauf seines Lebens im Schnitt schon 10.000 Stunden mit Online-Spielen verbracht. Und hierbei brannten sich Erwartungen in die Köpfe der jungen Frauen und Männer ein, die sie auch bei der Arbeit zeigen.

Denn die Online-Spiele sind nahezu ausnahmslos wie folgt aufgebaut: Es gibt

  • klare Ziele, die es zu erreichen gilt,
  • viele Etappenziele (bzw. Levels) auf dem Weg dorthin, und
  • jede Menge Online-Tools, wie „Superkräfte“, die helfen, erfolgreich zu sein.

Und während die Gamer versuchen das nächste Level zu erklimmen, werden sie fortwährend

  • gelobt („Schön, dass du wieder da bist.“ „Wow, du hast Ausdauer.“, „Du bist ein echter Meister.“) und
  • belohnt (mit Herzchen, Extra-Leben usw.).

Auch das prägt, weshalb viele Gen-Z-ler bevorzugt Tätigkeiten ausüben, bei denen sie häufig ein Teilziel erreichen, wofür sie entweder gelobt werden (oder sich selbst auf die Schulter klopfen können).

 

Den Gen-Z-lern oft und zeitnah ein Feedback geben

Diese Erwartungshaltung nähren auch die Social Media, in denen die Gen-Z-ler im Schnitt fast acht Stunden täglich verbringen. Denn Instagram, TikTok, YouTube & Co stillen nicht nur ihr Bedürfnis Teil einer „Community“ zu sein. Dort erfahren sie oft auch die gewünschte Anerkennung in Form von „Likes“, die sie für gepostete Kommentare, Bilder usw. erhalten – und zwar sehr zeitnah und im Idealfall von vielen Seiten.

Auch das prägt ihre Erwartungshaltung, weshalb Sie als Inhaber oder Geschäftsführer eines mittelständischen Unternehmens den Gen-Z-lern oft ein positives Feedback geben sollten – und zwar auch für Dinge, die aus ihrer Warte selbstverständlich sind, wie dass sie

  • regelmäßig pünktlich zur Arbeit kommen oder
  • Bereitschaft zur Teamarbeit oder zum Lernen zeigen oder
  • Teilaufgaben wie das Reagieren auf Kundenwünsche oder das Dokumentieren von Tätigkeiten professionell erledigen,

denn dann haben sie das Gefühl: Ich und meine Leistungen werden wahr- und ernstgenommen. Also sind sie auch für Hinweise von Ihnen offen, was sie anders eventuell wie besser machen könnten.

Felix Behm
©Felix Behm

Felix Behm ist Keynote Speaker und Experte für die Themen Generation Z und zukunftsorientierte Mitarbeiterführung. Von dem ehemaligen Personaler erschien im Oktober 2023 das Buch „Generation Z – Ganz anders als gedacht: Wie sie tickt, wie sie handelt und wie wir ihr Potenzial erschließen“.

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