Startseite » Fachbeiträge » Erfolgsfaktor Employee Experience

Erfolgsfaktor Employee Experience : Definition und Tipps zur praktischen Umsetzung

Die Erfahrung der Mitarbeitenden ist ein eher subjektiver Aspekt und nicht direkt messbar. Trotzdem gibt es indirekte Kennzahlen, die zur Bewertung herangezogen werden können. Die aktive Gestaltung der Employee Experience spielt eine wichtige Rolle bei der Zukunftsfähigkeit eines Unternehmens.

4 Min. Lesezeit
Mitarbeiterzufriedenheit
Foto: ©AdobeStock/Graham F/peopleimages.com

Advertorial

Employee Experience ist weit mehr als ein modischer Begriff. Sie fokussiert sich darauf, wie sich die verschiedenen Aspekte des Arbeitsalltags auf die Leistung und Bindung der Mitarbeitenden auswirken. Die Gestaltung der Employee Experience ist dabei strategisch ausgerichtet, um unternehmerische Ziele zu erreichen und eine absolute Notwendigkeit. Dies schafft eine Situation, von der sowohl das gesamte Unternehmen als auch jeder Einzelne profitiert. Employee Experience bezeichnet die gesamten Erfahrungen, die Mitarbeitende während ihrer Beschäftigungszeit machen. Jeder Kontaktpunkt zum Unternehmen spielt dabei eine Rolle.

Diese Erfahrungen werden in zwei wesentliche Arten eingeteilt: Schlüsselmomente und kleine Momente im Alltag. Die Schlüsselmomente sind die Wendepunkte im Employee Lifecycle; vom Onboarding über Beförderungen und Elternzeit oder Umzug bis zum Austritt aus dem Unternehmen, bis hin zu Kündigung.

Unternehmensleitungen, Personalabteilungen, Führungskräfte und alle Kollegen selbst können diese mitgestalten. Das kann der Kontakt zu Menschen in der Zusammenarbeit, zur Unternehmenskultur, zu technischen bzw. physischen Einrichtungen und zu den Personalservices sein.

Wenn es um das Engagement der Mitarbeitenden geht, dreht sich alles um die Verbindung, die die Angestellten zur Arbeit und zum Arbeitgeber haben. Diese Verbindung hat einen großen Einfluss darauf, wie motiviert die Mitarbeitenden sind, ihre eigenen Ziele und die des Unternehmens zu erreichen.

Dagegen ist die Employee Experience viel umfassender und betrachtet das große Ganze wie:

  • regelmäßiges Feedback
  • ein Plan für die persönliche Weiterentwicklung, der darauf abzielt, Stärken zu stärken und Schwächen zu minimieren
  • eine gute Arbeitsatmosphäre

Die Employee Experience ist der Antrieb, der das Mitarbeiter-Engagement voranbringt.

Ein gezieltes Employee Experience Management ist wichtig, da Unternehmensleitungen heute vor vielfältigen Herausforderungen stehen: von Krisen wie dem Klimawandel bis zum Fachkräftemangel. Die Wechselbereitschaft der Mitarbeitenden hat zugenommen, und sie suchen nach einer veränderten Arbeitskultur.

Es sind nicht die kleinen Annehmlichkeiten wie Tischkicker oder Obstkörbe, die sie anziehen. Vielmehr wünschen sie sich flache Hierarchien, sinnstiftende Arbeit und eine familiäre Atmosphäre.

Das Employee Experience Management spielt eine zentrale Rolle dabei, die Bedürfnisse von Unternehmen und Mitarbeitern in Einklang zu bringen. Ein positives Arbeitsumfeld fördert nicht nur die Produktivität und die Motivation, sondern auch die Loyalität der Mitarbeitenden.

Das Ziel einer Employee-Experience-Strategie ist die Steigerung der Mitarbeiterzufriedenheit an allen wichtigen Berührungspunkten. Dabei werden die echten Bedürfnisse der Mitarbeitenden fokussiert. So soll ein inspirierendes und produktives Arbeitsumfeld entstehen, um Fachkräfte langfristig zu halten.

Das übergeordnete Ziel ist aber nicht die Erhöhung der Zufriedenheit als Selbstzweck, sondern die u. a. daraus resultierende Verbesserung von Wirtschaftlichkeit, Innovation und Engagement.

Im Employee Life Cycle werden alle Phasen der Erfahrungen eines Mitarbeitenden in einem Unternehmen im Laufe seiner Anstellung erfasst. Die wichtigsten Stationen sind dabei die sogenannten Touchpoints. Man spricht von 5 Stufen der Employee Experience, welche durch Mitarbeiterbefragungen an jedem Touchpoint im Employee Life Cycle abgefragt werden können.

  1. Recruiting: An diesem Touchpoint wird analysiert, wie der Bewerbungsprozess verlief. Wie schnell hat die Bewerberin oder der Bewerber das Jobangebot angenommen? Wie wurde der Bewerbungsprozess wahrgenommen? War die Stellenbeschreibung klar und ansprechend genug, um die richtigen Bewerber anzusprechen?
  2. Onboarding: Ein gelungenes Onboarding, bei dem sich Mitarbeitende gut aufgenommen fühlen, fördert eine positive Bindung und Loyalität zur Firma.
  3. Entwicklung: Mitarbeitenden sollte die Möglichkeit gegeben werden, sich in ihrem eigenen Tempo und Rahmen weiterzuentwickeln. Das ist etwa mit einem festgelegten Weiterbildungsbudget möglich, mit dem Seminare und auch Messen besucht werden können. Außerdem sollte es Aufstiegsmöglichkeiten geben.
  4. Bindung: Es ist wichtig, seine Mitarbeitenden lange an das Unternehmen zu binden, da so hohe Fluktuationskosten gespart werden können. Dafür müssen die Visionen des Unternehmens mit denen des Mitarbeitenden übereinstimmen.
  5. Offboarding: Die Gründe für das Verlassen des Unternehmens zu erfahren, bietet große Chancen die Employee Life Experience zu verbessern. Interesse daran zu zeigen, vermittelt der ehemaligen Mitarbeiterin oder dem ehemaligen Mitarbeiter Wertschätzung. So kann das Unternehmen auch beim letzten Touchpoint einen guten Eindruck hinterlassen.

Die Employee Experience wird von verschiedenen Faktoren beeinflusst. Diese 4 Kernaspekte spielen dabei eine herausragende Rolle:

  • Mensch & Zusammenarbeit: Wertschätzung, offene Kommunikation und individuelle Entwicklungsmöglichkeiten
  • Unternehmenskultur & Werte: Mitarbeiterorientierte Werte fördern Engagement und Identifikation.
  • Technologie & Arbeitsmittel: Benutzerfreundliche Tools steigern die Produktivität und erleichtern die Arbeit.
  • Entgeltabrechnung & Personalservices: z. B. flexible Arbeitsmodelle und Weiterbildungsangebote

Die Erfahrung der Mitarbeitenden ist ein eher subjektiver Aspekt und nicht direkt messbar. Trotzdem gibt es indirekte Kennzahlen, die zur Bewertung herangezogen werden können:

  • Mitarbeiterumfragen
  • Die Retention- und Kündigungsrate
  • Krankheiten und Abwesenheiten
  • Produktivität

Die aktive Gestaltung der Employee Experience, mit seinen Schlüsselmomenten und kleinen Routinen im Alltag, spielt eine wichtige Rolle bei der Zukunftsfähigkeit eines Unternehmens. Sie können mit kleinen Schritten starten – aber sie müssen starten, wenn sie morgen noch erfolgreich sein wollen. Nehmen Sie hierzu gerne Kontakt mit unserem Lernwelt-Team auf.

Weiterbildung im Personalwesen: Die Peras Lernwelt

Mensch & Zusammenarbeit

 

Andere interessante Fachbeiträge

Wissensmanagement

Digitales Lernen und effiziente Wissensnutzung in Unternehmen

Damit Wissensvermittlung und Wissensmanagement miteinander verschmelzen, braucht es (Wo)Manpower. Kolleg*innen müssen motiviert werden, ihr Wissen zu teilen. Zum Beispiel durch die Erklärung, warum Wissensmanagement wichtig ist.

esc

Die fehlertolerante Lernkultur

Vielerorts ist Scheitern inakzeptabel. In der digitalen Szene hingegen fühlt man sich inspiriert von den Geschichten bekannter Unternehmer, die vor ihrem Durchbruch gescheitert sind. So erging es auch Max Levchin, ein Serien-Entrepreneur mit ukrainischen Wurzeln. Die erste Firma, die er gründete, scheiterte mit einem großen Knall.

Fehler vermeiden

E-Learning: Fünf folgenschwere Irrtümer

Bei aller anfänglichen Skepsis, die man in Unternehmen oft beim Einführen neuer, digitaler Lern-Arrangements erlebt, erweist sich das Lernen im virtuellen Raum letztlich doch stets als eine positive Erfahrung für alle Beteiligten. Hat eine Person zum Beispiel einen Online-Kurs aktiv mitgemacht, sind in der Regel all ihre Bedenken verflogen und die Begeisterung für das Online-Lernen ist fortan groß.