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Generationenschübe – wie alles begann

Alles begann mit einem gedruckten Newsletter, den Bernd Hentschel (†), Inhaber der DATAKONTEXT GmbH, und Prof. Dr. Wilhelm Mülder aus der Taufe hoben. Sie nannten ihn „Computergestützte und operative Personalarbeit“. Hentschel hatte in seiner Zeit bei Ford in Köln in den 70er-Jahren selbst an der Entwicklung der Payroll-Software mitgearbeitet.

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Foto: ©AdobeStock/jchizhe

Die HR Performance feiert in diesem Jahr ihren 30. Geburtstag. Und wie bei jedem anderen Jubiläum will ich als Chefredakteur den Rückblick mit Einblicken und Ausblicken verbinden. Im Mittelpunkt dieser Ausgabe stehen die Jahre 1993 bis 2002.

Wer erinnert sich noch an das Jahr 1993? Wohl am ehesten die LeserInnen, die in diesem Jahr geboren sind. Sie können auf stolze 30 Jahre Erfahrung zurückblicken. Und da lässt sich eine Menge erzählen. Dabei sind es die besonderen Augenblicke und Ereignisse, die uns auf dem langen Zeitstrahl einfallen. Entscheidungen, die das Leben verändert, markiert und bestimmt haben. Eine Generation Leben ist geschafft. Der richtige Moment, um zurückzublicken. Erfahrungsgemäß bringt jede Generation neuen Schwung mit. Begann Ende der 50er-Jahre die Digitalisierung und Automatisierung, folgte Anfang der 90er-Jahre das Internet. Heute stehen wir vor der Virtualisierung der Arbeitswelt.

Computergestützte und operative Personalarbeit

Alles begann mit einem gedruckten Newsletter, den Bernd Hentschel (†), Inhaber der DATAKONTEXT GmbH, und Prof. Dr. Wilhelm Mülder aus der Taufe hoben. Sie nannten ihn „Computergestützte und operative Personalarbeit“. Hentschel hatte in seiner Zeit bei Ford in Köln in den 70er-Jahren selbst an der Entwicklung der Payroll-Software mitgearbeitet. Mülder promovierte 1984 an der Universität Essen mit der Schrift: „Organisatorische Implementierung von computergestützten Personalinformationssystemen“. 1991 wurde er Professor für Wirtschaftsinformatik an der Hochschule Niederrhein in Mönchengladbach. Praxiserfahrungen – insbesondere im Bereich Zeitwirtschaftssysteme – sammelte er davor bei dem Computerunternehmen Mannesmann-Kienzle.

Bernd Hentschel war eng befreundet mit Egbert Becker in Wiesbaden. Becker hatte in den 60er-Jahren bereits eine eigene Entgeltabrechnungssoftware entwickelt. 1968 gründete der Payrollsoftware-Pionier in Wiesbaden die D.O.S. Data Organisation Service GmbH, die D.O.S.LIB.Loga, ein Gehaltsabrechnungssystem für IBM-Großrechner anbot. Im Vergleich dazu: Die Gründung von Microsoft erfolgte erst 1975. Das zeigt, HR-Software gibt es in Deutschland seit fast 60 Jahren.

Softwarelösungen für die Entgeltabrechnung und für die Zeitwirtschaft standen am Anfang der HR-Digitalisierung oder sagen wir auch der Automatisierung der Personalarbeit. In den 80er-Jahren wuchs die Zahl der HR-Softwareanbieter und der Personalsoftwarelösungen, damals noch Personalinformationssysteme genannt. In den Leitungsfunktionen der Personalabteilungen saßen im letzten Quartal des vergangenen Jahrhunderts überwiegend Juristen, Betriebswirte und Pädagogen. Ihnen fehlte jegliche Affinität zum Thema Software.

Die Kluft zwischen HR und IT war groß. Deshalb baten die HR-Softwareanbieter die Herren Hentschel und Mülder, ihnen als Türöffner bei den Personalabteilungen zu helfen. Da es inzwischen viele gute Anwendungsbeispiele und Spezialisten für HR-Lösungen gab, begannen die beiden mit einem Newsletter mit Erfolgsgeschichten aus der HR-Software-Welt. Sie schufen damit eine neue Plattform für Anbieter, Anwender und Berater in der HR-Szene.

Das Internet verändert die Welt

Bis zum Start dieses Newsletters drehte sich alles um die Automatisierung. Das Internet in der heutigen Form existierte bis dahin nicht. 1993 beginnt das echte Zeitalter des Internets, so, wie wir es heute kennen. Mit Mosaic öffnete der erste Browser das Fenster in die digitale Welt. Er bildet die Blaupause für den ersten kommerziellen Browser Netscape. Später bildet der die Code-Basis für den Internet-Explorer. Im April 1993 übergab das CERN die WWW-Technologie offiziell in die Gemeinfreiheit. Ab diesem Moment konnte jeder das System kostenfrei nutzen und weiterentwickeln. Damit beginnt ein neues Zeitalter der Automatisierung.

Lesen Sie den vollständigen Beitrag aus der HR Performance 1/2023.

Franz Langecker

Franz Langecker

Chefredakteur HR Performance

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