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KI in HR – etwas Fortschritt in Deutschland

Besonders im Recruiting, aber auch bei Learning & Development, gibt es immer mehr Best Practices, etwa zur Erstellung von Interviewfragen, wie auch von Absageformulierungen. Das Lernen der Zukunft verändert sich aktuell sehr schnell und dynamisch, weil immer öfter „Digitale Assistenten“ zum Einsatz kommen, die ad hoc Antworten auf Fragen im Arbeitsalltag liefern.

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KI Gesicht
Foto: ©AdobeStock/Emil

Mehrere aktuelle Studien von DGFP, Human Resources Manager, BPM oder Zukunft Personal zeigen Fortschritte beim Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) im Personalmanagement in Deutschland. Das schafft Optimismus und bietet nun die Basis für einen unternehmensübergreifenden Austausch der Erfahrungen, wie ihn etwa der Zukunft Personal Think Tank Learning, sowohl auf LinkedIn als auch vor Ort bei den Zukunft Personal Messen in Stuttgart, Hamburg oder Köln, ermöglicht.

Vor allem die Führungskräfte spielen eine entscheidende Rolle bei der Weiterentwicklung der KI-Technologie. Es ist essenziell, dass sie besonders gut über KI informiert sind und verstehen, dass KI aus mehr als nur maschinellem Lernen besteht. Mit ChatGPT sind deren positive Möglichkeiten innerhalb weniger Wochen einer breiten Masse zugänglich geworden; und die generative KI – einfach einzusetzende KI-Funktionen – wird von Unternehmen im täglichen Einsatz zunehmend genutzt.

Besonders im Recruiting, aber auch bei Learning & Development, gibt es immer mehr Best Practices, etwa zur Erstellung von Interviewfragen, wie auch von Absageformulierungen. Das Lernen der Zukunft verändert sich aktuell sehr schnell und dynamisch, weil immer öfter „Digitale Assistenten“ zum Einsatz kommen, die ad hoc Antworten auf Fragen im Arbeitsalltag liefern.

KI im Personalmanagement bezieht sich auf den praktischen Einsatz von KI, um verschiedene Aspekte dieses Bereichs kontinuierlich zu optimieren. Dies kann die Automatisierung von Aufgaben, zum Beispiel Mitarbeiterrekrutierung, -auswahl und -einstellung, Performancemanagement, Personalentwicklung und -schulung, Arbeitszeiterfassung, Mitarbeiterengagement, Vergütungs- und Belohnungsmanagement, Mitarbeiterbindung sowie die Personal abrechnung, umfassen.

Mithilfe kostenloser Onlinekurse – wie SkillsBuild (www.Skillsbuild.org) – oder einer Virtual Reality-Welt – wie AMBYLON (www.Ambylon.com) – kann eine große Zahl von Menschen sich sowohl über KI informieren als auch fundiertes KI-Wissen erlangen, was wiederum die Akzeptanz von KI fördert. Das Bundesforschungsministerium unterstützt solche Initiativen bereits und trägt damit dazu bei, dass mehr Menschen Zugang zu Wissen über KI erhalten. Bei der Bitkom gibt es den Fortbildungslehrgang zum „KI Manager“, der die Grundlagen der KI vermittelt und praxisnah beim ersten eigenen KI-Projekt unterstützt.

Der Einsatz von KI im Personalmanagement ermöglicht Unternehmen effizientere und präzisere Prozesse. KI kann im Personalmanagement zur Automatisierung von Routineaufgaben eingesetzt werden, wodurch Personalressourcen für die Konzentration auf strategischere Aufgaben frei werden.  KI-Systeme können auch bei der Identifizierung von Talenten und der Analyse von Leistungsdaten helfen, auch um gezieltere Schulungs- und Entwicklungsprogramme anbieten zu können.

Insgesamt kann der Einsatz von KI im Personalmanagement helfen, fundiertere Entscheidungen zu treffen, Prozesse zu beschleunigen, die Datenqualität zu erhöhen und Fehler zu vermeiden, die Personalbeschaffung zu verbessern und die Mitarbeiterbindung zu stärken. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass bei der Implementierung von KI-gestützten Systemen im Personalmanagement stets ethische Überlegungen berücksichtigt werden müssen, um sicherzustellen, dass die Privatsphäre und die Rechte der Mitarbeitenden gewahrt werden.

Autor: Sven Semet, Business Development Executive & Thought Leader IBM Watson, Assima Deutschland GmbH, E-Mail: Sven.Semet@assima.net, Tel. +49 171 / 305 08 53

(erschienen in den HR-RoundTable NEWS 1/2024)

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