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Freundschaften am Arbeitsplatz

Die Anstrengung, diese konkurrierenden Anforderungen miteinander in Einklang zu bringen, führt zu Gefühlen der Erschöpfung. Diese können sich nicht nur in Konzentrationsschwierigkeiten äußern. Die Mitarbeitenden haben möglicherweise auch Schwierigkeiten, unhöfliches und unfreundliches Verhalten am Arbeitsplatz zu unterdrücken.

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Freundschaft
Foto: ©AdobeStock/ty

Eine neue Studie der Uni Hohenheim zeigt, dass Freundschaften am Arbeitsplatz positive Effekte hat, dies aber auch zu unhöflichem und abwertendem Verhalten gegenüber Kolleg:innen führen kann.

Positive Effekte von Freundschaften am Arbeitsplatz überwiegen

Freundschaften am Arbeitsplatz haben nicht ausschließlich positive Auswirkungen. Zu diesem Schluss kommen zwei Studien des Teams um Prof. Dr. Ulrike Fasbender vom Fachgebiet Wirtschafts- und Organisationspsychologie an der Universität Hohenheim in Stuttgart. Denn die Erwartungen an Freund:innen und Kolleg:innen können widersprüchlich sein: Während Kolleg:innen unparteiisch sein sollten, wünscht man sich von Freund:innen Zuneigung und Bevorzugung.

Der Konflikt aus diesen widersprüchlichen Erwartungen kann zu Problemen mit der sogenannten Selbstregulation führen, die sich dann in unhöflichem oder abwertendem Verhalten gegenüber Kolleg:innen äußert. Nichtsdestoweniger überwiegen nach Ansicht der Forschenden die positiven Effekte von Freundschaften am Arbeitsplatz.

Freundschaften am Arbeitsplatz können Mitarbeitenden ein Gefühl der Zugehörigkeit vermitteln, führen zu einem höheren Wohlbefinden oder fördern die Kreativität und Innovation in der Organisation. Doch haben diese Freundschaften ausschließlich positive Effekte? Um dieser Frage auf den Grund zu gehen, führte das Team um Prof. Dr. Fasbender zwei umfassende Studien durch. Dazu befragten die Forschenden jeweils über 400 Berufstätige in Großbritannien.

Ihre Erkenntnis: „Freundschaften am Arbeitsplatz können auch dazu führen, dass sich die Personen anderen gegenüber eher unsensibel, unhöflich und unfreundlich verhalten“, sagt Prof. Dr. Fasbender. „Dabei ist es wichtig zu wissen, dass dies kein bewusstes Verhalten ist. Vielmehr ist es ein Symptom dafür, dass die Ressourcen zur Selbstregulation der betreffenden Mitarbeiter:innen erschöpft sind – diese also das Gefühl haben, dass ihre Energie zur Neige geht.“

Freundschaften können zu belastenden Rollenkonflikten führen

Dies passiert vor allem dann, wenn die Menschen Schwierigkeiten haben, die verschiedenen und teilweise widersprüchlichen Anforderungen der beiden Rollen „Freund:in“ und „Mitarbeiter:in“ miteinander in Einklang zu bringen. „Wenn zum Beispiel Mitarbeitende ihre begrenzten Ressourcen in die zeitkritische Fertigstellung eines Arbeitsberichts investieren müssen, sind sie möglicherweise nicht in der Lage, angemessen auf die Kontakt-Bedürfnisse einer befreundeten Person am Arbeitsplatz zu reagieren“, erklärt Prof. Dr. Fasbender. „Sie erleben einen Rollenkonflikt, weil sie entscheiden müssen, welcher Rolle sie den Vorrang geben sollen.“

Die Anstrengung, diese konkurrierenden Anforderungen miteinander in Einklang zu bringen, führt zu Gefühlen der Erschöpfung. Diese können sich nicht nur in Konzentrationsschwierigkeiten äußern. Die Mitarbeitenden haben möglicherweise auch Schwierigkeiten, unhöfliches und unfreundliches Verhalten am Arbeitsplatz zu unterdrücken.

Lesen Sie den vollständigen Beitrag aus dem Special „Best of“ (HR Performance 4/2023).

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