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Editorial 4/2019

Editorial 4/2019

Redesigning Work

Nachdenklich bin ich geworden, als ich gelesen habe, dass SAP für 1.200 Mitarbeiter Abfindungen angeboten hatte und sich schließlich 1.900 Mitarbeiter darum bewarben. SAP zählt heute weltweit zu den beliebtesten Arbeitgebern. Der Personalabbau hat sein hartes Gesicht verloren. Er wird sozialverträglich abgewickelt und ist Teil der Unternehmenstransformationen geworden. Auf diese Errungenschaft der Sozialpartner dürfen wir stolz sein. Ob bei der Deutschen Bank, bei Ford, bei Daimler, BASF oder bei Schaeffler,
viele Menschen nutzen die Möglichkeiten für den vorzeitigen Ruhestand. Und die Möglichkeit, nach 43 Berufsjahren in den Ruhestand zu gehen, findet großen Zuspruch. Es wächst der Wunsch, das „Hamsterrad“ zu verlassen.

Erleben wir einen Glaubwürdigkeitsverlust?

Die Kirchen erleben seit Jahren, wie sich Menschen von ihnen abwenden. Es gelingt ihr nicht, den Schalter umzulegen. Seit dem Aufdecken des Dieselskandals hat auch die Automobilwirtschaft viel Vertrauen verloren. Ähnliches erlebt der Flugzeughersteller Boeing. Die Politik „Augen zu und durch“ funktioniert nicht mehr.

Janina Kugel, Mitglied des Vorstandes von Siemens und dort Leiterin des Personalwesens, erhält keine Vertragsverlängerung. Das bewegt die Presse, aber scheinbar nicht die mehr als 300.000 Beschäftigten bei Siemens. Das Gleiche geschah bei der vorzeitigen Abberufung von Valerie Holsboer, die Mitglied des Vorstandes der Bundesagentur für Arbeit und für Personal zuständig war. Von den 100.000 Beschäftigten haben sich, laut Medienberichten, gerade mal 1.000 mit ihr solidarisiert. Wo liegt hier der Glaubwürdigkeitsverlust?

Selbstdenkende Mitarbeiter

Die Mitarbeiter sind keine Herde von Schafen. Und Geld ist für viele nicht alles. Das zeigt eine aktuelle Umfrage von Deloitte. Auf die Frage nach dem Geschäftszweck des Unternehmens, für das sie arbeiten wollten, haben 63 Prozent der „Verbesserung der Gesellschaft“ den Vorrang vor „Gewinnerzielung“ gegeben. Aus den USA kommt gerade die Nachricht, dass jährlich 20 Prozent der US-Bevölkerung psychische Störungen erleiden. Bringt die Arbeit noch die erwartete Anerkennung? Sorgt sie noch für Integration und
Sinn? Ich fürchte, ein „weiter so“ mit mehr Flexibilisierung, mehr New Work und mehr Technologie wird allein nicht reichen. Angesichts der ökologischen und gesellschaftlichen Herausforderungen droht das Ende des klassischen Systems Arbeit.

Die angesprochenen Themen ziehen sich wie rote Fäden durch diese Ausgabe, die ihre Schwerpunkte u.a. auf die Themen „Zeitwirtschaft“ und „Zeitwertkonten“, „Recruiting“ legt. Natürlich dürfen auch die Aussteller und Highlights des nahenden HR-Events nicht fehlen.

Kommen Sie gut in den Herbst und lassen Sie sich das Erlebnis der Messe „Zukunft Personal Europe“ in Köln nicht entgehen.

 

 

 

 

 

Ihr Franz Langecker
Chefredakteur

Aus der HR Performance 4/2019

 

Frühere Editorials

HR Performance 3/2019

HR Performance 2/2019

HR Performance 1/2019

 

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Editorial 4/2019

Redesigning Work

Nachdenklich bin ich geworden, als ich gelesen habe, dass SAP für 1.200 Mitarbeiter Abfindungen angeboten hatte und sich schließlich 1.900 Mitarbeiter darum bewarben. SAP zählt heute weltweit zu den beliebtesten Arbeitgebern. Der Personalabbau hat sein hartes Gesicht verloren. Er wird sozialverträglich abgewickelt und ist Teil der Unternehmenstransformationen geworden. Auf diese Errungenschaft der Sozialpartner dürfen wir stolz sein. Ob bei der Deutschen Bank, bei Ford, bei Daimler, BASF oder bei Schaeffler,
viele Menschen nutzen die Möglichkeiten für den vorzeitigen Ruhestand. Und die Möglichkeit, nach 43 Berufsjahren in den Ruhestand zu gehen, findet großen Zuspruch. Es wächst der Wunsch, das „Hamsterrad“ zu verlassen.

Erleben wir einen Glaubwürdigkeitsverlust?

Die Kirchen erleben seit Jahren, wie sich Menschen von ihnen abwenden. Es gelingt ihr nicht, den Schalter umzulegen. Seit dem Aufdecken des Dieselskandals hat auch die Automobilwirtschaft viel Vertrauen verloren. Ähnliches erlebt der Flugzeughersteller Boeing. Die Politik „Augen zu und durch“ funktioniert nicht mehr.

Janina Kugel, Mitglied des Vorstandes von Siemens und dort Leiterin des Personalwesens, erhält keine Vertragsverlängerung. Das bewegt die Presse, aber scheinbar nicht die mehr als 300.000 Beschäftigten bei Siemens. Das Gleiche geschah bei der vorzeitigen Abberufung von Valerie Holsboer, die Mitglied des Vorstandes der Bundesagentur für Arbeit und für Personal zuständig war. Von den 100.000 Beschäftigten haben sich, laut Medienberichten, gerade mal 1.000 mit ihr solidarisiert. Wo liegt hier der Glaubwürdigkeitsverlust?

Selbstdenkende Mitarbeiter

Die Mitarbeiter sind keine Herde von Schafen. Und Geld ist für viele nicht alles. Das zeigt eine aktuelle Umfrage von Deloitte. Auf die Frage nach dem Geschäftszweck des Unternehmens, für das sie arbeiten wollten, haben 63 Prozent der „Verbesserung der Gesellschaft“ den Vorrang vor „Gewinnerzielung“ gegeben. Aus den USA kommt gerade die Nachricht, dass jährlich 20 Prozent der US-Bevölkerung psychische Störungen erleiden. Bringt die Arbeit noch die erwartete Anerkennung? Sorgt sie noch für Integration und
Sinn? Ich fürchte, ein „weiter so“ mit mehr Flexibilisierung, mehr New Work und mehr Technologie wird allein nicht reichen. Angesichts der ökologischen und gesellschaftlichen Herausforderungen droht das Ende des klassischen Systems Arbeit.

Die angesprochenen Themen ziehen sich wie rote Fäden durch diese Ausgabe, die ihre Schwerpunkte u.a. auf die Themen „Zeitwirtschaft“ und „Zeitwertkonten“, „Recruiting“ legt. Natürlich dürfen auch die Aussteller und Highlights des nahenden HR-Events nicht fehlen.

Kommen Sie gut in den Herbst und lassen Sie sich das Erlebnis der Messe „Zukunft Personal Europe“ in Köln nicht entgehen.

 

 

 

 

 

Ihr Franz Langecker
Chefredakteur

Aus der HR Performance 4/2019

 

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