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Editorial 6/2019

Editorial 6/2019

Eine Wirtschaft, die alle Menschen im Blick hat

 

30 Jahre nach dem Zerfall des Ostblocks stellen wir fest, dass sich die Verhältnisse auf allen Ebenen entscheidend ändern – auch HR bleibt davon nicht verschont. Ab 2020 kommen 50 Prozent der Beschäftigten aus den Generationen Y und Z. Für sie gehören Digitalisierung und Globalisierung zum Alltag. Doch ihr Credo und ihre Wertvorstellungen sehen anders aus. Sie müssen feststellen, dass der Klimawandel real ist, dass das Wachstum der Weltwirtschaft an Grenzen stößt, und sie erben eine Vielzahl von Konfliktfeldern. Diese Entwicklungen werfen neue Fragen auf, für die uns Antworten fehlen. Mit unseren gewohnten Mustern sind wir in eine Schieflage geraten. Das gilt nicht nur für die Politik und die Wirtschaft, sondern auch für unser Privatleben. Wir müssen uns auf neue Konflikte und Herausforderungen einstellen. Die Konzepte der Generationen Babyboomer und X verlieren ihre Wirksamkeit.

Politik, Gesellschaft und Wirtschaft müssen neue Wege gehen

Ein großer Teil der Menschheit spürt, ein „weiter so“ geht nicht mehr, wenn die Welt ihre Zukunft nicht verspielen will. Noch sitzen die Vertreter der Generationen Y und Z nicht in den Führungspositionen. Aber ihr Selbstverständnis und ihre Wertvorstellungen strahlen schon durch. Im August dieses Jahres schrieb der Spiegel: „US-Konzerne verabschieden sich vom Aktionärsmantra. Eine ganze Managergeneration fühlte sich der Gewinnmaximierung verpflichtet. Doch nun lassen Amerikas mächtigste Konzernchefs von dem Ziel ab, vorrangig die Aktionäre zu beglücken.“ 181 Topmanager hatten eine „Erklärung zum Zweck eines Unternehmens“ unterzeichnet. Darin heißt es: „Die Amerikaner verdienen eine Wirtschaft, die es allen Menschen ermöglicht, mit harter Arbeit und Kreativität Erfolg zu haben und ein erfülltes und würdevolles Leben zu führen“.

Der Druck auf Vorstände und Geschäftsführer wächst. Sie müssen Positionen beziehen, wenn es um Rassismus, Ausbeutung, Einwanderungspolitik, Klima und Unterdrückung geht. Der mündige und verantwortungsvolle Mitarbeiter legt Wert auf den Sinn seiner Arbeit. Unternehmen müssen ihr Handeln und ihre Ziele legitimieren. Das erlebt Volkswagen gerade bei der Diskussion über das neue Werk in der Türkei. Siemens steht mit seiner Technologie im Fokus des Uiguren-Konflikts. Es geht um fairen Handel, soziale Standards, Menschenrechte und um eine zukunftsweisende Klimapolitik.

Eine menschlichere Welt ist möglich

Dafür engagieren sich viele Menschen tagtäglich rund um den Globus. Die aktuellen Wirtschafts-, Politik- und Gesellschaftsmodelle stehen auf dem Prüfstand. Wir brauchen nicht nur digitale, sondern auch gesellschaftliche Innovationen. Dabei darf die 20-Stunden-Woche keine Utopie bleiben. Wir brauchen mehr Zeit für Kinder, für ältere Menschen, für soziale Herausforderungen und für uns selbst, wenn der gesellschaftliche Zusammenhalt gelingen soll. Weltweit zahlen wir alle einen erschreckend hohen Preis für das scheinbare Funktionieren unserer Gesellschaft. HR ist auf allen Ebenen gefordert, wenn es um globale Verantwortung geht, wenn eine neue Ethik gelebt und Arbeit sozial verträglich organisiert werden soll. 

Wir bedanken uns bei unseren Lesern für ihre Treue, bei den Autoren für ihr Engagement und bei den Anzeigenkunden für ihre Unterstützung. Wir wünschen Ihnen erholsame Feiertage und ein erfolgreiches Jahr 2020.

 

 

 

 

 

Ihr Franz Langecker
Chefredakteur

Aus der HR Performance 6/2019

Frühere Editorials

HR Performance 5/2019

HR Performance 4/2019

HR Performance 3/2019

HR Performance 2/2019

HR Performance 1/2019

 

Eine Wirtschaft, die alle Menschen im Blick hat   30 Jahre nach dem Zerfall des Ostblocks stellen wir fest, dass sich die Verhältnisse auf allen Ebenen entscheidend ändern – auch... mehr erfahren »
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Editorial 6/2019

Eine Wirtschaft, die alle Menschen im Blick hat

 

30 Jahre nach dem Zerfall des Ostblocks stellen wir fest, dass sich die Verhältnisse auf allen Ebenen entscheidend ändern – auch HR bleibt davon nicht verschont. Ab 2020 kommen 50 Prozent der Beschäftigten aus den Generationen Y und Z. Für sie gehören Digitalisierung und Globalisierung zum Alltag. Doch ihr Credo und ihre Wertvorstellungen sehen anders aus. Sie müssen feststellen, dass der Klimawandel real ist, dass das Wachstum der Weltwirtschaft an Grenzen stößt, und sie erben eine Vielzahl von Konfliktfeldern. Diese Entwicklungen werfen neue Fragen auf, für die uns Antworten fehlen. Mit unseren gewohnten Mustern sind wir in eine Schieflage geraten. Das gilt nicht nur für die Politik und die Wirtschaft, sondern auch für unser Privatleben. Wir müssen uns auf neue Konflikte und Herausforderungen einstellen. Die Konzepte der Generationen Babyboomer und X verlieren ihre Wirksamkeit.

Politik, Gesellschaft und Wirtschaft müssen neue Wege gehen

Ein großer Teil der Menschheit spürt, ein „weiter so“ geht nicht mehr, wenn die Welt ihre Zukunft nicht verspielen will. Noch sitzen die Vertreter der Generationen Y und Z nicht in den Führungspositionen. Aber ihr Selbstverständnis und ihre Wertvorstellungen strahlen schon durch. Im August dieses Jahres schrieb der Spiegel: „US-Konzerne verabschieden sich vom Aktionärsmantra. Eine ganze Managergeneration fühlte sich der Gewinnmaximierung verpflichtet. Doch nun lassen Amerikas mächtigste Konzernchefs von dem Ziel ab, vorrangig die Aktionäre zu beglücken.“ 181 Topmanager hatten eine „Erklärung zum Zweck eines Unternehmens“ unterzeichnet. Darin heißt es: „Die Amerikaner verdienen eine Wirtschaft, die es allen Menschen ermöglicht, mit harter Arbeit und Kreativität Erfolg zu haben und ein erfülltes und würdevolles Leben zu führen“.

Der Druck auf Vorstände und Geschäftsführer wächst. Sie müssen Positionen beziehen, wenn es um Rassismus, Ausbeutung, Einwanderungspolitik, Klima und Unterdrückung geht. Der mündige und verantwortungsvolle Mitarbeiter legt Wert auf den Sinn seiner Arbeit. Unternehmen müssen ihr Handeln und ihre Ziele legitimieren. Das erlebt Volkswagen gerade bei der Diskussion über das neue Werk in der Türkei. Siemens steht mit seiner Technologie im Fokus des Uiguren-Konflikts. Es geht um fairen Handel, soziale Standards, Menschenrechte und um eine zukunftsweisende Klimapolitik.

Eine menschlichere Welt ist möglich

Dafür engagieren sich viele Menschen tagtäglich rund um den Globus. Die aktuellen Wirtschafts-, Politik- und Gesellschaftsmodelle stehen auf dem Prüfstand. Wir brauchen nicht nur digitale, sondern auch gesellschaftliche Innovationen. Dabei darf die 20-Stunden-Woche keine Utopie bleiben. Wir brauchen mehr Zeit für Kinder, für ältere Menschen, für soziale Herausforderungen und für uns selbst, wenn der gesellschaftliche Zusammenhalt gelingen soll. Weltweit zahlen wir alle einen erschreckend hohen Preis für das scheinbare Funktionieren unserer Gesellschaft. HR ist auf allen Ebenen gefordert, wenn es um globale Verantwortung geht, wenn eine neue Ethik gelebt und Arbeit sozial verträglich organisiert werden soll. 

Wir bedanken uns bei unseren Lesern für ihre Treue, bei den Autoren für ihr Engagement und bei den Anzeigenkunden für ihre Unterstützung. Wir wünschen Ihnen erholsame Feiertage und ein erfolgreiches Jahr 2020.

 

 

 

 

 

Ihr Franz Langecker
Chefredakteur

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