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Studie: Sichere, gut bezahlte Arbeit schützt vor anti-demokratischen Orientierungen

Eine gute Integration in den Arbeitsmarkt schützt Menschen vor anti-demokratischen Einstellungen, zeigt eine neue Studie der Hans-Böckler-Stiftung. Unter den Erwerbstätigen in Deutschland teilen zehn Prozent in hohem Ausmaß anti-demokratische, rechtspopulistische und menschenfeindliche Orientierungen, während es unter Nicht-Erwerbstätigen (Arbeitsuchende, Rentnerinnen und Rentner, Hausfrauen und -männer) mit 20 Prozent doppelt so viele sind.

Dabei zeigen sich aber auch innerhalb der Gruppe der Erwerbstätigen signifikante Unterschiede: Wer eine sichere Beschäftigung mit gutem Einkommen hat, Wertschätzung der beruflichen Leistung erfährt und die Möglichkeit sieht, die eigene Arbeit mitzugestalten, neigt deutlich seltener zu anti-demokratischen Einstellungen als Berufstätige, auf die das nicht zutrifft. Die Bedeutung von guten Arbeitsbedingungen und beruflichen Perspektiven für eine demokratische Orientierung zeigt sich auch mit Blick auf die drängenden Zukunftsthemen Digitalisierung und klimagerechte Gestaltung von Wirtschaft und Gesellschaft: So äußern beispielsweise Erwerbstätige, die bislang positive Digitalisierungserfahrungen im Job gemacht haben, deutlich weniger anti-demokratische Sichtweisen als Erwerbstätige, die negative Folgen beobachten, oder an deren Arbeitsplatz Digitalisierungsprozesse gar nicht erst stattgefunden haben. Generell gehen auch Abstiegsängste oder das Gefühl, gegenüber den Eltern sozial abgestiegen zu sein, mit überdurchschnittlich hoher Zustimmung zu anti-demokratischen Sichtweisen einher. Zu diesen Ergebnissen kommt die neue Untersuchung auf Grundlage einer repräsentativen Befragung von mehr als 4100 Personen in Deutschland.

Wie kann das Arbeitsumfeld anti-demokratischen Strukturen vorbeugen?

„Eine entscheidende Herausforderung für die Aufrechterhaltung einer demokratischen Gesellschaftsordnung besteht in den kommenden Jahren darin, die Transformationsprozesse so zu gestalten, dass die Menschen gesellschaftlich integriert bleiben“, schreiben Prof. Dr. Bettina Kohlrausch, Dr. Dorothea Voss und Dr. Andreas Hövermann im Fazit ihrer Untersuchung. Dabei sei eine angemessene Bezahlung ein wichtiger Faktor, aber längst nicht der einzige, betonen die wissenschaftliche Direktorin des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI), die Leiterin der Böckler-Forschungsförderung und der Experte für Sozialforschung. „Es geht um die demokratische Gestaltung des Arbeitsumfeldes, um langfristige Sicherheitsperspektiven und um die Anerkennung von Leistung und Werten, die die Erwerbstätigen mit ihrer Arbeit verbinden“, schreiben die Forschenden.

Repräsentative Befragung:

Für die Studie hat die Stiftung zwischen November 2020 und Januar 2021 insgesamt 4116 Personen telefonisch durch das Meinungsforschungsinstitut IPSOS befragen lassen. Darunter sind 2956 Erwerbstätige. Die Befragung ist repräsentativ für die Gesamtbevölkerung und erlaubt zudem detaillierte Analysen zur Gruppe der Erwerbstätigen.

Quelle: Hans-Böckler-Stiftung

 

Teaserfoto: © AdobeStock/contrastwerkstatt

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