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Haben Arbeitnehmer*innen Anspruch auf gute Wünsche und Bedauern im Arbeitszeugnis?

Arbeitszeugnisse: Sie sind ein beliebtes Streitthema vor Gericht. Mal steht die Gesamtnote zur Debatte, mal einzelne Formulierungen. Doch für Bewerber*innen sind sie ein wichtiges Dokument bei der zukünftigen Stellensuche. Das Landesarbeitsgericht (LAG) München hat jetzt entschieden, dass Arbeitnehmer*innen weder gute Wünsche noch bei guter Leistung das Bedauern am Ende des Zeugnisses verlangen können.

Konkret entschied das Gericht: „Eine Arbeitnehmerin, deren Leistung und Verhalten im Endzeugnis mit gut bewertet worden ist, hat keinen Anspruch auf Bescheinigung des Bedauerns über ihr Ausscheiden, schon gar nicht auf die Steigerung `wir bedauern sehr`.“ Es bestehe kein Anspruch darauf, dass gute Wünsche für die private Zukunft in die Schlussformel eines Endzeugnisses aufgenommen werden, so das Münchner LAG weiter.

Bedauern der Arbeitgeberin: In Mails ja, im Zeugnis nein

Zum Fall: Geklagt hatte eine Arbeitnehmerin, die seit 2016 als Assistant Corporate & Legal Affairs bei ihrem Arbeitgeber beschäftigt war. Nachdem das Arbeitsverhältnis zunächst positiv verlief, kam es 2019 zu Problemen in der Kommunikation zwischen den beiden Parteien. Einem Wunsch nach einem Aufhebungsvertrag kam der Arbeitgeber nicht nach, sodass die Klägerin im Herbst 2019 selbst kündigte. Daraufhin bedauerte die Vorgesetzte in E-Mails das Ausscheiden der ehemaligen Mitarbeiterin und wünschte ihr alles Gute für die Zukunft – Schlussformeln, die sie im Arbeitszeugnis nicht wiederholte.

Arbeitnehmerin fordert Korrektur des Zeugnisses

Die Arbeitnehmerin forderte vor Gericht eine Korrektur ihres Zeugnisses. In ihren Augen sei zudem eine solche Abschlussformel üblich – das Ausbleiben verstoße gegen den Grundsatz der Zeugniswahrheit.

Nur „gut“ reicht nach der Auffassung des Gerichts für Bedauern nicht aus

Das LAG folgte der Auffassung der Klägerin nicht. Die Arbeitnehmerin habe keinen Anspruch auf ein Bedauern sowie auf die guten Wünsche am Ende des Zeugnisses. Dieser Anspruch ergebe sich weder aus der Gewerbeordnung noch aus dem Grundsatz der Zeugniswahrheit. Bei „nur guten“ Leistungen sei eine Bedauernsformel nicht erforderlich.

 

Quelle: LAG München, Urteil vom 15.07.2021, Aktenzeichen: 3 Sa 188/21

 

 

 

 


Teaserfoto: © Adobe Stock/Feodora

 
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