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Zeiterfassung und Zutritt während der Corona-Pandemie

Hygiene- und Infektionsschutzmaßnahmen sind in Unternehmen jetzt wichtiger denn je. Alle Betriebe, die nach den geltenden Verordnungen geöffnet haben dürfen, müssen die Schutz- und die Hygienevorgaben einhalten, die die jeweilige Landesregierung festlegt. Unternehmen sind aufgefordert, Maßnahmen umzusetzen. Der Gesundheitsschutz gilt auch bei der Zeiterfassung und der Zutrittssteuerung. Unsere Serie zeigt, was zu beachten ist.

Folge 1: Besuchermanagement im Sinne des Infektionsschutzes

Um im Fall einer Erkrankung die Infektionskette lückenlos nachzuvollziehen, sollte bereits beim Besuchermanagement die Möglichkeit bestehen, zu jedem externen Besucher einen Fragebogen mit Kontaktauskunft temporär zu archivieren. Bei den Hygiene-Maßnahmen sind auch Handwerker, Kunden, Lieferanten etc. zu berücksichtigen. Die Nachvollziehbarkeit von Kontakten spielt bei der Pandemie-Bekämpfung eine große Rolle. Damit jeder einzelne Besucher im Betrieb identifiziert werden kann, empfiehlt sich ein durchdachtes Konzept aus Zutrittssteuerung und Besuchermanagement.

Zutrittsbereich festlegen und Parkplatzkonzept erarbeiten

So können zulässige Zutrittsbereiche klar definiert werden: Beispielsweise, dass jemand mit Besucherausweis ausschließlich das Foyer oder ein zugeordnetes Besprechungszimmer betreten darf. Lieferanten können automatisch Zutritt zu Lagerräumen bekommen, um Waren kontaktlos auszuhändigen. Dies spart Zeit und unnötige Kontakte. Der Lieferant kann autonom handeln.

Falls Kundenparkplätze zur Verfügung gestellt werden, ist darüber hinaus ein Parkplatzkonzept erforderlich. Lieferfahrzeuge werden so nach erfolgter elektronischer Sicherheitsunterweisung schnell und effizient an die richtige Lade- oder Entladestelle gebracht.

Besuchermanagement: Selbstauskunft zur Kontaktverfolgung

Mit einem durchdachten Besuchermanagementsystem werden alle Besucher, die im Betrieb sind oder waren, dokumentiert. Die Anmeldung wird ergänzt um verpflichtende Fragestellungen zum Gesundheitsschutz. Diese vorgeschriebene Selbstauskunft sichert die Kontaktnachverfolgung im Falle einer Infektion. Bereits mit der Terminbestätigung kann ein Kontaktbogen mit einer Selbstauskunft und den im Betrieb vorgeschriebenen Hygieneregeln verschickt werden. So können sich Besucher vorbereiten. Da es dennoch nie 100-prozentig ausgeschlossen werden kann, dass eine Infektion im Betrieb stattfindet, ist es besonders wichtig, dass bei einer neu aufgetretenen Erkrankung alle Kontaktpersonen so schnell wie möglich identifiziert und informiert werden können.

Systemauswahl DS-GVO-konform

Bei der Systemauswahl sollte darauf geachtet werden, dass sämtliche Vorschriften zum Datenschutz eingehalten werden. Bei der Erfassung und dem Speicherungsprozess werden personenbezogene Daten verarbeitet, die den Regelungen der DS-GVO unterliegen.

 

 

Folge 2: Hygienische und ergonomische Aspekte bei Zeit- und Zutrittsgeräten

Bislang wurde bei der Auswahl von Erfassungsperipherie zur Zutrittskontrolle, Personalzeit und Betriebsdatenerfassung besonders auf die Funktionalität und Kosten solcher Terminals geachtet. Mittlerweile steht auch die Ästhetik und Benutzerfreundlichkeit im Vordergrund. Spätestens seit Pandemie-Beginn kommt der hygienische Aspekt hinzu – kontaktlos lautet die Devise.

Zeiterfassung: Zeitterminals sind die Visitenkarte eines Unternehmens

Bedingt durch die Einsatzstandorte, insbesondere an Eingängen, sind Terminals zur Zeiterfassung und Zutrittskontrolle in mehrfacher Hinsicht auch die Visitenkarte eines Unternehmens. Sie geben dem Besucher beim Zutritt von Gebäuden Rückschlüsse auf das aktive Sicherheitsbewusstsein mit Anwendung moderner Technologien. Zusammen mit dem Entree, dem Besprechungszimmer und der Art der Bewirtung wird ein erster Eindruck von der Unternehmenskultur vermittelt.

Zeit und Zutritt: kontaktlos im Sinne des Infektionsschutzes

Die Berücksichtigung hygienischer und ergonomischer Aspekte soll dem Schutz und der Zufriedenheit von Arbeitnehmern dienen. Bei der Produktergonomie ist es deshalb vorrangiges Ziel, ein möglichst benutzungsfreundliches Produkt anzubieten. Beispielsweise lassen sich moderne Zeiterfassungs-Terminals auf eine kontaktlose und damit hygienische Bedienung umstellen. Eine Berührung der Funktionstasten, beispielsweise um „Kommen“ oder „Gehen“ zu wählen, kann so vermieden werden. Für den Fall, dass der voreingestellte Autorhythmus oder das tageszeitabhängige Buchungen dafür nicht geeignet sind, sollten die Geräte mit schützenden Latexhandschuhen bedient werden.

Ergonomie – Befestigung und Lesbarkeit

Bei Planungsideen und Gedanken zu den Befestigungsmöglichkeiten der Geräte spielen ergonomischen Gesichtspunkten eine Rolle. Sie sollen möglichst wenig Platz beanspruchen, also flach an der Wand oder Säule befestigt sein, nicht zu weit herausstehen, um kein Hindernis darzustellen oder gar Verletzungen zu verursachen. Die Terminals müssen so montiert werden, dass bei der Benutzung das Display gut ablesbar ist und das Identifikationssystem (Ausweisleser, biometrisches System) in einer bequemen Haltung kontaktlos genutzt werden kann. Dabei sind bei der Montagehöhe die unterschiedlichen Körpergrößen der Mitarbeiter zu beachten. Unterstützt wird die Lesbarkeit der Bedienerführung durch kontrastreiche Displays mit Hintergrundbeleuchtung und gut erkennbarer, serifenloser, großer Schrift.

 

Folge 3: Biometrische (kontaktlose) Identifikationssysteme

Hohe Sicherheitsanforderungen aber auch ergonomische und hygienische Gründe sprechen für den Einsatz biometrischer Identifikationssysteme beim Zutritt. Allerdings sollte beim Einsatz solcher Systeme die Datenschutz-Grundverordnung (DS-GVO) beachtet werden. Dazu gehört die ausdrückliche Zustimmung der Nutzer und die Dokumentation mit Nachweis des berechtigten Einsatzes biometrischer Systeme.

Sicherheit spielt bei der Zutrittskontrolle eine große Rolle – Fingerprint ist Spitzenreiter

Vor allem in puncto Sicherheit bestechen biometrische Verfahren: beispielsweise für die Zutrittskontrolle von Rechenzentren mit besonders sensiblen Daten. Fingerabdruck-, Gesichts-, Iris- und Venenerkennung sind die beliebtesten Verfahren, wobei der Fingerprint mit einem Marktanteil von über 60 Prozent unangefochtener Spitzenreiter ist. Jedoch hat dieses Verfahren nicht immer den besten Ruf bedingt durch die oft hohen Fehlerquoten. Diese entstehen aufgrund falscher Fingerpositionierung oder von Verschmutzungen an Haut oder Terminal. Dazu kommt das Hygieneproblem, wenn jeder Nutzer mit der Fingerkuppe den Sensor berührt und dieser nicht regelmäßig gesäubert wird. Alternativ gibt es inzwischen berührungslose Fingerprint-Scanner. Im Abstand wird mithilfe mehrerer Kameras und aus verschiedenen Winkeln die Fingerkuppe erfasst. Dies hat allerdings Auswirkung auf den Speicherbedarf.

Biometrische Zutrittskontrolle: hygienisch und verlässlich

Hohe Benutzerakzeptanz ergibt sich durch kontaktfreie, verlässliche und hygienische Erfassung der biometrischen Merkmale, wie bei der Gesichts- und Handvenenerkennung. Die Gesichtserkennung wird allerdings aus Sicht des Datenschutzes kritisch gesehen. Beispielsweise gibt es berechtigte Sorgen vor einem flächendeckenden Netz aus Überwachungskameras, die Personen identifizieren können. Viele Datenbanken – wie in sozialen Medien – sind mit Passbildern gefüllt und ermöglichen daher eine schnelle Personenzuordnung.

(hygienischer) Zutritt per Handvene oder per Augenscan

Anwender, die besonders hohe Anforderungen an die Sicherheit und Benutzerfreundlichkeit stellen, nutzen die Handvenenerkennung. Diese Technologie ist hygienisch, einfach in der Handhabung und deshalb für die Zutrittssteuerung in Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen besonders geeignet. Im Vergleich zur Iriserkennung weist die Handvenenerkennung auch psychologische Vorteile auf. Viele Menschen scheuen den Scan des Auges. Dagegen ist die Handvenenerkennung nicht nur genauer, sondern auch komfortabler. Soweit lediglich eine Identifikation erfolgt und keine Verknüpfung mit personenbezogenen Daten, ist die Vereinbarkeit mit der DS-GVO sichergestellt. Da das System bei der Erfassung der biometrischen Merkmale nur ein Template speichert, sind keine Rückschlüsse auf eine bestimmte Person möglich. Handvenen-Sensoren bieten in Kombination mit Verschlüsselung ein hohes Maß an Sicherheit. Einmal installiert müssen die Sensoren in der Regel nicht mehr gewartet werden. Da die biometrischen Merkmale unter der Hautoberfläche verborgen sind, sind diese vor Außeneinwirkung geschützt und schwer zu fälschen.

 

 

Quelle: Dipl.-Ing. Werner Störmer, PCS Systemtechnik, HR Performance 4/2020

 

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