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Flexible Arbeitsmodelle: Ein Wunsch vieler Mitarbeiter, ein Gewinn für Unternehmen?

Flexible Arbeitsplatz- und Arbeitszeitmodelle gibt es nicht erst seit gestern. Im Pandemiejahr 2020 haben Angebot und Nutzung einen deutlichen Auftrieb erfahren. Es lohnt sich, jetzt über die Zukunft nachzudenken. Welche Arbeitsplatz- und Arbeitszeitmodelle es gibt und wie häufig sie zum Einsatz in Unternehmen kommen, das zeigt eine neue wissenschaftliche Studie.

Vom Einsatz flexibler Arbeitsplatz- und Arbeitszeitmodelle profitieren beide: Unternehmen und Arbeitnehmer. Denn Flexibilität hat nicht nur Vorteile für Mitarbeiter – sie hat ebenfalls einen Einfluss auf den Erfolg eines Unternehmens, wie der Flexibilitätsmonitor eindrücklich beweist, den der Interim Management Provider Aurum Interim einmal jährlich in Zusammenarbeit mit der CBS International Business School und dem Marktforschungsinstitut Innofact aufsetzt. Entscheidend sind dabei die Arbeitsplatz- und Arbeitszeitmodelle. Denn je breiter das Angebot, je flexibler der Umgang mit diesen Modellen, umso positiver wirkt sich das auf die generelle Flexibilität, aber auch auf die Unternehmensergebnisse aus.

Die verschiedenen Arbeitsplatzmodelle im Vergleich
Die Pandemie hat zu einer Flexibilisierung bei der Arbeitsplatzwahl gesorgt. Mit einem Index von 4,55 von insgesamt sechs Punkten bescheinigen die 536 Befragten ihren Unternehmen eine hohe Flexibilität. Neben dem klassischen Arbeitsplatz, der nach wie vor eine führende Rolle einnimmt, hat sich –  getrieben durch COVID-19 – vor allem das Homeoffice-Angebot mit 90 Prozent durchgesetzt. Aber auch Desk Sharing-Angebote befinden sich mit 70 Prozent in 2020 und einem Plus von 45 Prozent gegenüber 2019 auf Zukunftskurs. Auffällig ist ebenfalls die Entwicklung bei Co-Working-Modellen. Knapp 70 Prozent der befragten Unternehmensvertreter gaben an, Co-Working-Angebote zu machen – ein Zuwachs um ganze 40 Prozent im Vergleich zu 2019. Die Offenheit für und das Angebot an verschiedenen Arbeitsplatzmodellen ist deutlich gewachsen. „Wir gehen fest davon aus, dass sich diese Entwicklung auch mit dem Ende der Corona-Krise fortsetzt", kommentiert Axel Oesterling, Geschäftsführer von Aurum Interim Management das Ergebnis. „Jedes Unternehmen sollte seine Arbeitsplatzangebote einmal auf den Prüfstand stellen, neu bewerten und gegebenenfalls nachsteuern."

Arbeitszeitmodelle und ihre Relevanz für Unternehmen
Gute Noten erteilt die Studie Deutschlands Unternehmen übrigens auch in puncto Flexibilität der Arbeitszeiten. Lediglich 13 Prozent der Befragten sehen eine fehlende Flexibilität im Bereich der Arbeitszeitgestaltung, die Mehrheit stellt den Unternehmen diesbezüglich ein gutes Zeugnis aus. Das bestätigen die Details des Flexibilitätsmonitors: Teilzeit- und Job Sharing-Angebote für Führungskräfte unterbreiten 66 Prozent der befragten Unternehmen, für Mitarbeiter sind es 77 Prozent. Dieses Modell wird allerdings nur von einem kleinen Teil der Führungskräfte und weniger als der Hälfte der Mitarbeiter tatsächlich genutzt.

Im Bereich der Arbeitszeitregelungen rangiert aktuell die Gleitzeit an erster Stelle. Mehr als 90 Prozent der befragten Unternehmen nutzen sie, das entspricht einem leichten Anstieg um fünf Prozent gegenüber dem Vorjahr 2019. Aber auch Arbeitszeitkonten und Vertrauensarbeitszeit sind mit je ca. 80 Prozent weit verbreitet und etabliert. Der Einsatz von Vertrauensarbeitszeit wuchs dabei um fast 15 Prozent.

Feedbackkultur profitiert von der Digitalisierung
Die Flexibilität von Arbeitsplatz- und Arbeitszeitmodellen zieht zwangsläufig eine verstärkte Nutzung von digitalen Kommunikationstools nach sich. Auch hier hat das Corona-Jahr einen Change-Prozess eingeleitet, der sich nach Auffassung von Oesterling fortsetzen wird: „Virtuelle Meetings stehen auch nach der Pandemie weiter auf der Tagesordnung. Es wird keine vollständige Rückkehr zu einem 'damals' geben." Die am häufigsten genutzten Kommunikationstools sind laut Flexibilitätsmonitor Teams (80 Prozent), Zoom (78 Prozent), Skype (75 Prozent) und Cisco (71 Prozent). Interessant für HR-Experten ist die Erkenntnis, dass die Feedbackkultur unter dem digitalen Austausch nicht leidet, sondern im Gegenteil einen Schub bekommt. So stieg der Index von 3,88 Punkten in 2019 auf 4,48 von 6 in 2020. „Die Führungskultur leidet nicht unter der Digitalisierung“, sagt Oesterling. „Sie profitiert sogar davon.“ Aber auch der verstärkte Einsatz von Webinaren und Online-Trainings hat sich bewährt. Mehr als 50 Prozent der befragten Unternehmen haben ihr Angebot stark bis sehr stark erhöht.

 

Quelle: Aurum Interim

 

 

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