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Ist die Präsenzkultur im Verwaltungssektor bald Geschichte?

Auch im Verwaltungssektor hat sich in Sachen „Homeoffice“ in den vergangenen Monaten viel getan. Während des ersten Lockdowns waren fast drei Viertel (73 Prozent) der im Verwaltungssektor Beschäftigten ganz oder teilweise im Homeoffice. Im Herbst 2020 arbeitete dann wieder mehr als die Hälfte (58 Prozent) im Büro. Nach der Corona-Pandemie möchten viele an hybriden Arbeitsmodellen festhalten.

Die Studie „Homeoffice in der Verwaltung. Erfahrungen, Grenzen und Chancen für die Zukunft der Verwaltung“ der Beratungsgesellschaft PwC und der Universität Potsdam zeigt, dass Verwaltungsmitarbeitende auch im Homeoffice gut und effizient arbeiten. Einziges Manko: Sie müssen häufig auf die eigene technische Ausstattung zurückgreifen.

Ausbaufähig: technische Ausstattung bei mobiler Arbeit

Drei Viertel der Befragten (74 Prozent) haben zu Hause zwar einen geeigneten Arbeitsplatz, doch nur knapp die Hälfte der Beschäftigten (49 Prozent) verfügt über einen Dienst-Laptop. Lediglich fünf Prozent nutzen ein vom Arbeitgeber gestelltes Tablet. Ein sicherer VPN-Internetzugang fehlt fast jedem Zweiten (48 Prozent). Zugang zu E-Akten von zuhause aus hat nur jeder Dritte (31 Prozent), und nur rund ein Viertel der Befragten tauscht sich regelmäßig per Videokonferenz aus (26 Prozent).

Produktivität im Homeoffice: genauso effizient oder sogar besser

Wie es um die Produktivität im Homeoffice steht – auch das hat die Studie untersucht. Ergebnis: Etwa zwei Drittel der Beschäftigten (65 Prozent) finden, dass sie im Homeoffice genauso effizient oder sogar besser als im Büro arbeiten. Lediglich ein gutes Drittel (35 Prozent) hält die Arbeitsergebnisse im Homeoffice für schlechter, bei den Führungskräften waren es etwa genauso viele (36 Prozent). Insgesamt wünschen sich etwa 6 von 10 Beschäftigten (61 Prozent) mehr Möglichkeiten, von zuhause (oder einem anderen Ort) aus zu arbeiten.

Zukunftsmodell: hybride Arbeitsformen

„Die Menschen wünschen sich hybride Arbeitsformen, also einen Mix aus Präsenz im Büro und Homeoffice. Mischformen sind wichtig, weil bei reinem Homeoffice der Zusammenhalt unter den Beschäftigten leiden könnte“, sagt Prof. Dr. John Siegel, Universität Potsdam (Lehrstuhl Public und Nonprofit Management). Durch den ersten Lockdown ist die Zufriedenheit der Mitarbeitenden im Homeoffice signifikant gestiegen. Das gegenseitige Vertrauen zwischen Mitarbeitenden und Vorgesetzten ist dabei groß: 84 Prozent der Vorgesetzten sagten, dass sie ihren Mitarbeitenden vertrauten; umgekehrten äußerten sich so 81 Prozent der Mitarbeitenden. Insgesamt 88 Prozent der Beschäftigten wünschen sich, künftig genauso viel oder sogar mehr im Homeoffice zu arbeiten, aber auch für bestimmte Aufgaben ins Büro zu fahren. Behörden sollten daher rasch neue Arbeitsmodelle entwickeln, die diesem Bedürfnis nach einer Mischung aus Büropräsenz und Homeoffice entsprechen.

Fazit: Neue Arbeitsmodelle sind eine Chance für den Verwaltungssektor

Je größer der Anteil der Telearbeit ist, umso höher sind auch die Zufriedenheit und Arbeitsproduktivität der Beschäftigten. Hybride Arbeitsmodelle können auch die Chancen des ländlichen Raums vergrößern und den öffentlichen Sektor für begehrte Nachwuchskräfte attraktiver machen. Außerdem können Verwaltungen Kosten sparen, wenn durch mehr Homeoffice Büros in den meist teuren Innenstadtlagen in geringerem Maße benötigt würden. Co-Working-Spaces in wichtigen Pendlerorten könnten die herkömmlichen Büros als sozialen Treffpunkt ersetzen. Dies würde die Beschäftigten vernetzen und gleichzeitig die (oft hohen) Mietkosten für Büros reduzieren.

Quelle: PwC

 

 

Teaserbild: © Adobe Stock/rogerphoto

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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