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Mobile Arbeit und Homeoffice: Diese Rahmenbedingungen sollten erfüllt sein

In den vergangenen Wochen und Monaten wurde vermehrt über die Belastung von Beschäftigten bei mobiler Arbeit, derzeit also vor allem im Homeoffice, berichtet. Tatsächlich birgt die Arbeit zu Hause erhebliche Gefahren, etwa durch psychische Überlastung, Vereinsamung oder Karrierenachteile. Allerdings können diese Risiken abgewendet werden, wenn klare betriebliche Regeln geschaffen und die notwendigen Rahmenbedingungen eingehalten werden.

Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie von Forscherinnen des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) und des Instituts für Mitbestimmung und Unternehmensführung (I.M.U.) der Hans-Böckler-Stiftung.

Homeoffice: Freizeit und Arbeit dürfen nicht ineinander übergehen

Die Studienautorinnen haben aus den Ergebnissen einen Katalog mit den Kriterien abgeleitet, die für gute Arbeit am heimischen Schreibtisch auch jenseits der Corona-Ausnahmesituation erfüllt sein müssen. Wesentliche Aspekte dabei sind:

  • Mobile Arbeit und Homeoffice müssen freiwillig sein. Am besten funktionieren hybride Arbeitsmodelle. Der Präsenzarbeitsplatz darf also nicht verschwinden.
  • Unabdingbar sind klare, faire Regeln, etwa zur Einschätzung der Arbeitsleistung bei mobiler Arbeit oder zu den Grenzen der Erreichbarkeit, die verhindern, was viele Befragte kritisieren: Dass Arbeits- und Freizeit im Homeoffice ineinanderfließen. Solche Regeln sind am wirksamsten, wenn sie kollektiv für alle festgelegt werden, etwa in Form von Betriebsvereinbarungen zwischen Management und Betriebsrat.
  • Das Arbeitszeit- und das Arbeitsschutzgesetz gelten auch im Homeoffice. Höchstarbeitszeiten und Ruhepausen müssen auch bei mobiler Arbeit eingehalten werden. Insbesondere die gesetzlich vorgeschriebene Ruhezeit von mindestens elf Stunden zwischen zwei Arbeitstagen muss auch im Homeoffice ausnahmslos gelten.
  • Auch im Homeoffice ist Unterstützung durch Vorgesetzte entscheidend. Damit Vorgesetzte dies leisten können, sind Schulungen zum Thema „Führen auf Distanz“ sinnvoll und notwendig.
  • Eine fortlaufende Qualifizierung der Beschäftigten darf auch im Homeoffice nicht unter den Tisch fallen. Insbesondere ist hier an ältere Beschäftigte zu denken, die sich mit der plötzlichen Umstellung auf digitale Arbeits- und Kommunikationstechniken noch schwertun.
  • Homeoffice ist kein Ersatz für institutionelle Kinderbetreuung. Ein Ausbau der Homeoffice-Möglichkeiten darf daher nicht dazu führen, dass Kinderbetreuungsplätze eingespart werden.

Wer aktuell überwiegend zu Hause arbeitet

Hochqualifizierte Angestellte arbeiten häufiger im Homeoffice als andere Beschäftigte, so die Studie. Fast 40 Prozent derjenigen, die zu Hause arbeiten, haben einen Hochschulabschluss; gemessen an allen Befragten liegt der Anteil der Studierten nur gut halb so hoch. Arbeiter sind kaum im Homeoffice tätig. Generell sind Menschen mit hohen Einkommen überrepräsentiert. Sie haben im Durchschnitt größere Wohnungen und öfter einen Garten. Frauen sind etwas seltener im Homeoffice als Männer. Aus naheliegenden Gründen ist Homeoffice im Handel, Gesundheits- oder Sozialwesen wenig verbreitet, während Beschäftigte im Finanzwesen, in Medien oder IT-Berufen häufiger ihre Jobs daheim erledigen.

Zur Studie: Die Untersuchung beruht auf den Angaben von über 4600 abhängig Beschäftigten, die im April, Juni und November 2020 sowie im Januar 2021 befragt wurden, ergänzt durch eine Analyse von 67 Betriebs- und Dienstvereinbarungen, die in Betrieben und Verwaltungen mobile Arbeit regeln.

Quelle: Pressemitteilung Hans-Böckler-Stiftung

 

 

Teaserbild: © Adobe Stock/REDPIXEL

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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