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Sehnsucht nach einer HR-Vision

Der Run auf die Herbstferien-Urlaubsplätze zeigt: Menschen brauchen Freiräume für Träume und Visionen. Wir sind alle Teil einer Geschichte. In diesem Kontext suchen wir unser "Narrativ", wie manche es neudeutsch nennen. Wer im Nebel der Corona-Zeit nur auf Sicht fahren konnte, freut sich jetzt wieder auf die Perspektiven privat und im Unternehmen. Selbst die Gewinner der Bundestagswahl haben gelernt, dass sich die Menschen nach einer Vision sehnen. Es wird Zeit, dass es mehr als einen Plan und eine Summe von Zielen gibt, damit endlich alte Baustellen verschwinden und der Blick frei wird für das Zukünftige.

Raum lassen für die "Digital Natives"

HR-Visionen hat es immer gegeben. Vieleicht haben wir ihnen als Redakteure in unseren Medien zu wenig Raum gelassen oder immer die gleichen promotet. Vielleicht sind die Visionen der "alten weissen Männer", Dave Ulrich, Thomas Sattelberger, Prof. Dr. Christian Scholz, Dr. Winfried Felser, Dr. Gunther Olesch, um nur einige zu nennen, nicht mehr zeitgemäß?

Wie sehen eigentlich HR-Visionen heute aus? Es geht nicht darum, die Welt neu zu erfinden. Ich glaube eher, dass wir die Standpunkte und Sichtweisen ändern müssen und wir uns allen mehr Raum gönnen sollten. Allein die Tatsache, dass wir uns noch immer mit den Herausforderungen von vor über 20 Jahren, wie Talentmanagement, Recruiting, Personaleinsatzplanung u. a. m. beschäftigen, zeigt, dass wir uns vielleicht zu oft nur im Kreis gedreht und uns selbst etwas vorgemacht haben. Die HR-Softwareanbieter verstanden es, HR-Visionen zu kreieren. Die IT-Abteilungen haben die Technologie verstanden, aber sie waren zu wenig mit den Bedürfnissen der Personalverantwortlichen vertraut, um die Personaler ganz aus der Pflicht zu entlassen. Kein Wunder, dass sich die Digitalisierung der Personalarbeit in den letzten Jahrzehnten eher langsam vollzog. Corona hat das "Digitalisierungsfenster" plötzlich weit geöffnet. Langsam übernehmen auch die Digital Natives die Ruder im Personalwesen. Sie wissen, was geht und gehen könnte. Gerade hat der Digitalverband Bitkom gemeldet, dass die Menschen in Deutschland in diesem Jahr 2,9 Milliarden Euro für Spiele, Lernprogramme, Apps und Büroanwendungen ausgeben. Noch nie waren die Ausgaben so hoch. Innerhalb von zwei Jahren hat sich der Umsatz nahezu verdoppelt. Es bleibt zu hoffen, dass sich der digitale Stau vor der Personalabteilung jetzt zügig auflöst.

Digitalisierung allein kann nicht die HR-Vision sein

Die Digitalisierung bietet eine Vielzahl von Instrumenten, um Ziele zu erreichen. Über die Ziele müssen sich Unternehmen und Mitarbeiter gemeinsam verständigen. Früher reichte es, die Ziele und die Wege dorthin vorzugeben. Doch die Verhältnisse sind komplexer geworden. Heute wollen Menschen bei diesen Prozessen beteiligt werden. Sie sehen sich nicht mehr als Rädchen, sondern als Mitgestalter in einer Welt der Unsicherheiten. Vor diesem Hintergrund liegt es nahe, dass jede Personalabteilung über seine HR-Vision nachdenkt und dabei die Beschäftigten einbindet. Wer Stellen gut besetzen will, braucht einen Plan und eine Perspektive für die BewerberIn. Wer Menschen gewinnen will, muss ihnen Zukunft und Selbstverwirklichung bieten. Natürlich bedarf es dafür Milestones. Diese wird sich auch jede neue Regierung setzen müssen. Damit das Bündnis vier Jahre hält, braucht es auch eine Art Vertrauenskosmos, der es durch die Unwägbarkeiten der Zeit trägt und möglichst viel Stabilität schafft. Wir wünschen uns weniger Streit und mehr Wandel. Vor ähnlichen Herausforderungen stehen auch Unternehmen. Ihr Kapital und ihr Potenzial sind die Menschen. Wenn es gelingt, sie zu entfesseln, kann scheinbar Unmögliches möglich werden. Viele erfolgreiche Unternehmen haben schon vor Jahren vor diesem Hintergrund ihren eigenen Weg eingeschlagen und gefunden. Und sie erleben auch, dass es kein Selbstläufer ist. Sie müssen dran bleiben. Die neue Regierung braucht eine Vision für sich und für unser Land. Was spricht also dagegen, dass Unternehmen für sich und für ihre Beschäftigten ebenfalls eine konsistente Vision haben? Schon vor über 30 Jahren lautete der HR Slogan: "Gestalten statt Verwalten". Heute geht es um unsere gemeinsame Zukunft. Da brauchen wir nicht nur die Visionen von allen, sondern auch deren Engagement, damit wirklich Neues gestaltet werden kann. 

Lassen Sie uns teilhaben an Ihren HR-Visionen. Wir stellen sie gerne vor. Wir berichten darüber und laden zu Diskussionen ein.

 

Ihr

Franz Langecker
Chefredakteur der HR Performance

 

 

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