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SehnSucht nach dem Büro

Die Arbeit im Homeoffice hat nicht nur Leben sondern auch Unternehmen gerettet. Wird diese Erfahrung die Arbeitswelt von Morgen spürbar verändern? Stehen die Gewinner und Verlierer des Homeoffices schon fest? Brauchen die Unternehmen noch so viele Büroräume? Haben wir das richtige Management und die Software für die Zeit danach? Müssen wir unser Privatleben neu definieren? Wie sehen die Konsequenzen für HR aus? All diese Fragen beschäftigen uns. Es wird Zeit, dass wir über die Zukunft nachdenken. Jeder sollte für sich definieren, wie er zukünftig leben und arbeiten möchte.

Wir müssen die Defizite aufarbeiten und auf ein qualitatives Wachstum setzen

Viele Fragen für die wir alle Antworten finden werden. Die Wissenschaft wird eines Tages messen wohin sich die Gesellschaft verändert. Die Antworten darauf müssen wir selbst geben. Wir alle können diese Veränderungen mitgestalten. Fangen wir bei den potentiellen Verlierern des Homeoffices an. Durch die Schließungen der Schulen und Kitas landete viel Schul- und Erziehungsarbeit wieder in den Familien, insbesondere bei den Frauen. Heute spüren wir, wie wichtig Schul- und Erziehungsarbeit für unsere Kinder und die Hausarbeit für unser Wohlsein sind. Warum werden diese Arbeiten zu Hause bis heute nicht angemessen vergütet? Schließlich hat alles seinen Preis. Warum sind wir so phantasielos, wenn es um die Arbeitsteilung im Privatbereich geht. Angesichts der Produktivitätsfortschritte der letzten 100 Jahre, müssten wir uns eigentlich einen angemessenen Wohlstand auch mit einer 20 Stunden Arbeitswoche leisten können. Die Generation Y ist angetreten eine neue Balance zu schaffen. Damit ihre Kinder noch eine Zukunft haben, brauchen wir ein qualitatives Wachstum, das die Ressourcen schont und den immateriellen Reichtum für alle mehrt. Die Pandemie sensibilisiert uns und zwingt uns zukunftsfähig zu werden. Viele haben schon damit angefangen.

Das Ziel vieler großer Erfinder im Silicon Valley war es, eine bessere Welt zu schaffen. Warum soll das nicht möglich sein? Ihre Ideen haben uns geholfen die Pandemie besser zu meistern. Nie zuvor haben wir in einer derartig vernetzten und informierten Welt gelebt. Sie bringt ganz neue Chancen und Risiken mit sich, die wir alle  gemeinsam nutzen und meistern können. Wir sind noch ganz am Anfang, dieses neue Potential zu schöpfen. Wir wissen, dass so viel verändert werden muß. Warum stehen wir auf der Bremse? Weil wir glauben etwas zu verlieren. Aber wenn wir nicht schneller umbauen, verlieren wir erst recht. Ich nenne nur die Themen Klimawandel, Digitalisierung, Bildung, Gleichberechtigung, global Vernetzen und lokales Handeln.

Weniger über Probleme und mehr über Chancen reden

Die Pandemie hat uns anfangs gezeigt, wie wir Chancen nutzen können. Aber innerhalb weniger Monate haben viele nur noch über Probleme diskutiert. Wir müssen raus aus diesem Hamsterrad des in Probleme denken und Raum lassen für neue Ideen und Wege.  Frauen und die Bereiche Erziehung, Bildung und Pflege dürfen  dürfen nicht die Verlierer dieser Krise sein.

20 Stunden in der Woche im Büro reichen für uns alle. Und dann mindestens 20 Stunden für all die anderen persönlichen, gesellschaftlichen und sozialen Themen würden uns immens bereichern. Wir brauchen die Zeit für unsere gesellschaftlichen, sozialen und persönlichen Netzwerke. Da kommen ganz neue Aufgaben auf die Gewerkschaften, auf das Management, auf HR und auf die Familien und auf uns zu. Schon die alten Griechen haben gesagt, der Mensch ist ein Gesellschaftswesen und sie haben dafür Räume geschaffen. Wir sollten uns nicht damit abfinden nur Arbeitswesen zu sein.

 

Franz Langecker
Chefredakteur der HR Performance

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