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Weiterbildungen – Betriebe zögern in der Krise

Mit der Pandemie hat sich vieles im vergangenen Jahr verändert – vor allem in der Arbeitswelt. Abstandsregeln, Heim- und Kurzarbeit sind für viele Arbeitnehmer zum Alltag geworden. Die Digitalisierung hat einen Schub erfahren, Weiterbildungen finden nun oftmals online statt. Doch gerade in Sachen Fortbildung zeigen sich viele Betriebe zögerlich, wie die aktuelle Befragung „Betriebe in der Covid-19-Krise“ des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) zeigt.

Weiterbildungen gewinnen angesichts der zunehmenden Digitalisierung und Internationalisierung der Wirtschaft seit der Jahrtausendwende zunehmend an Bedeutung. Der Trend bei Weiterbildungsaktivitäten zeigt in den vergangenen Jahrzehnten deutlich nach oben und wurde nur durch die Wirtschafts- und Finanzkrise unterbrochen.

Eine ähnliche Trendwende scheint sich jedoch nun durch die Corona-Krise abzuzeichnen. Das geht aus der aktuellen IAB-Befragung hervor. Demnach hat zwar gut die Hälfte aller Betriebe in Deutschland seit Beginn der Pandemie Weiterbildungsmaßnahmen gefördert, sechs von zehn Unternehmen haben jedoch geplante Veranstaltungen im Zuge der Krise wieder abgesagt.

Kontaktbeschränkungen führen zu Absagen 

Der wichtigste Grund dafür waren die erlassenen Kontaktbeschränkungen, durch die viele Maßnahmen nicht durchgeführt werden konnten. Zudem mussten viele Veranstaltungen beispielsweise durch Quarantäne oder Erkrankung der Lehrkräfte abgesagt werden. 

Finanzielle Gründe und unsichere Geschäftserwartungen spielten ebenfalls eine Rolle, warum sich viele Betriebe für eine Absage entschieden. Ein knappes Fünftel der Befragten gab an, keine zeitlichen Ressourcen für Weiterbildungen gehabt zu haben. Das betraf vor allem Unternehmen, die durch die Krise besonders ausgelastet waren.

E-Learning als Gewinner der Krise

Zwei Drittel der Betriebe, die Weiterbildungen anboten, setzten laut der Umfrage auf E-Learning-Angebote. Ein Drittel griff auf Lernformen per Telefon oder auf das Zusenden von Schulungsunterlagen zurück. 44 Prozent der weiterbildenden Betriebe haben E-Learning während der Krise deutlich stärker genutzt als zuvor.

Unsichere Zukunft führt zu Verzicht in Sachen Weiterbildung

Von den 21 Prozent der Betriebe, die von Ende Oktober bis Anfang November 2020 Kurzarbeit nutzten, gab jeder zehnte an, die ausgefallene Arbeitszeit für die Weiterbildung seiner Beschäftigten einzusetzen. Demnach scheint Kurzarbeit in Sachen Weiterbildung ein Hemmschuh zu sein. Die unsichere geschäftliche Zukunft wird von der Hälfte der in Kurzarbeit befindlichen Unternehmen als Grund genannt, warum auf weitere Weiterbildungsmaßnahmen aktuell verzichtet werde.

Studienmaterial steht zum Download bereit

Die genannten Daten des IAB beruhen auf der Befragung "Betriebe in der Covid-19-Krise", in der alle drei Wochen über 1.500 Betriebe zur aktuellen Situation befragt werden. Die Ergebnisse sind online abrufbar unter iab-forum.de

 

Beitragsbild: stock.adobe.com/Sergey Nivens

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