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Dringende Notwendigkeit für die Gleichstellung von Führungskräften aus Ostdeutschland

„Am 03. Oktober 1990 hat Deutschland eine historische Chance erhalten potenzielle Führungskräfte aus beiden Teilen des Landes für die Zukunft aufzubauen und auszubilden. Durch die bevorzugte Besetzung von Führungspositionen mit überwiegend westdeutschen Managern, wurde und wird immer noch, das immense Führungspotenzial der ostdeutschen Bevölkerung nur minimal ausgeschöpft“, so Nils Schmidt, Vorstandsmitglied des DFK – Verband für Fach- und Führungskräfte zum 30. Jahrestag der Deutschen Einheit. Auch nach 30 Jahren sind Ostdeutsche immer noch deutlich unterrepräsentiert, wenn es um Führungspositionen in Unternehmen, Behörden oder Hochschulen geht.

„Wie kann es sein, dass an manchen Universitäten in den „neuen“ Bundesländern lediglich ein Lehrstuhl von einem Professor geleitet wird, der in Ostdeutschland aufgewachsen ist?“, fragt Schmidt.

Im vergangenen Jahr hat das Handelsblatt Zahlen einer Studie der Universität Leipzig veröffentlicht, wonach nur 4,2 % der Eliteposten in Wirtschaft und Politik mit Personen besetzt wurden, die aus dem Osten des Landes stammen. „2020 und somit im 30. Jahr der Wiedervereinigung, werden sich die Zahlen kaum so verändert haben, dass auch nur annähernd von Gleichstellung gesprochen kann“, vermutet Nils Schmidt vom DFK.

„Diversität ist nicht nur die ausgeglichene Besetzung von Männern und Frauen auf Führungspositionen, sondern auch die Gleichbesetzung von wichtigen Positionen mit Menschen aus Ost und West“, so Michael Krekels, Vorstandsvorsitzender des DFK.

Als branchenübergreifender Berufsverband für Fach- und Führungskräfte setzt sich der DFK u.a. dafür ein, dass Managementpositionen mit Personen besetzt werden, die die entsprechende Fähigkeit, das Know-How und im Idealfall auch ein regionales, kulturelles Verständnis besitzen. „Es ist zwar grundsätzlich unerheblich, ob eine Führungskraft z.B. in Leipzig oder Essen aufgewachsen ist. Fakt ist aber, dass gerade bei Führungskräften, die die Teilung Deutschlands bewusst miterlebt haben, auch das Bewusstsein für die regionalen „Unterschiede“ der Bevölkerung, die auch nach 30 Jahren immer noch bestehen, anders ausgeprägt ist“, meint Nils Schmidt.

Zudem sieht der DFK eine Notwendigkeit darin nach nunmehr 30 Jahren Wiedervereinigung die Unterschiede in der Beitragsbemessungsgrenze in der allgemeinen Rentenversicherung schneller zu beseitigen.

Nach dem Rentenüberleitungsabschlussgesetz hat der Gesetzgeber eine stufenweise Anpassung der Beitragsbemessungsgrenze Ost an diejenige im Westen über die Jahre 2019 bis 2024 beschlossen. Auch 30 Jahre nach der Wiedervereinigung sind die Renten in beiden Teilen des Landes immer noch unterschiedlich. „Diese weitere Benachteiligung in der möglichen Rentenhöhe muss schneller als bis 2025 beseitigt werden“, so Krekels vom DFK. Es gibt keine Gründe weitere 5 und somit 35 Jahre verstreichen zu lassen.

 

Quelle: DFK – Verband für Fach- und Führungskräfte
Beitragsbild: Pixabay

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