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20 Prozent haben das Gefühl, dass ihre Kompetenzen am Arbeitsplatz überflüssig sind

Das zumindest zeigt eine aktuelle Studie von SDWorx unter deutschen Arbeitnehmern. Wie geht es Ihnen? Können Sie Ihre Kompetenzen im Team und im Unternehmen einbringen? Werden Ihre Fähigkeiten und Ihr Können geschätzt? Diese Fragen sollten Sie sich regelmäßig selbst stellen. Wie kann ein Unternehmen Ihr Können schätzen, wenn Sie selbst nicht darauf stolz sind?

Natürlich müssen Sie Ihre Stärken nicht ständig vor sich hertragen. Aber es lohnt sich, immer mal wieder nach innen zu blicken und sich zu fragen, wer ich bin, was mich auszeichnet und was ich will. Jeder ist einzigartig. Daraus muss nicht zwangsläufig ein Fahrplan fürs Leben entstehen. Aber wer einen Standort hat, kann sich besser orientieren. Und fühlen Sie sich keineswegs schlecht, wenn Ihre Stärken scheinbar einmal nicht gefragt sind.

Das Sein bestimmt das Bewusstsein

Nie zuvor hat die freie Welt den Menschen so viele Möglichkeiten und so viel Spielraum zur Selbstentfaltung und Selbstverwirklichung geboten. Das mag im ersten Moment alles selbstverständlich klingen. Ist es aber nicht. Vielen Unternehmen gelingt es noch nicht, das Potenzial ihrer Mitarbeiter zum Wohle aller einzubinden. Die Rassismus-Debatte, die Me-Too-Outings und die Flüchtlingsbewegungen zeigen, die Menschenwürde wird weltweit noch viel zu oft mit Füßen getreten. Dabei müssten wir uns doch nur am kategorischen Imperativ des Philosophen Immanuel Kant orientieren, der volkstümlich lautet: „Was Du nicht willst, das man Dir tut, das füg auch keinem anderen zu.“ Durch die Brille des Personalverantwortlichen blickend, reicht das allein noch nicht. Denn laut Karl Marx bestimmt das Sein das Bewusstsein. Somit verbessert jeder, der seine Mitmenschen und Mitarbeiter fördert, deren Bewusstsein. Das Ziel für ein Global HR ist eine bessere Welt. Könnte diese Forderung nicht zum „Hippokratischen Eid“ der Personalverantwortlichen werden? Eigentlich fühlen sich die meisten von uns einer besseren Welt verpflichtet. Doch nach vielen Kompromissen bleibt vom ursprünglichen Ziel oft nicht mehr viel übrig. Und die wenigsten Personaler haben sich dieses Ziel auf ihre Fahnen geschrieben. Übrigens könnte die um die Farben schwarz und braun erweiterte Regenbogenfahne zukünftig in jeder Personalabteilung stehen. Flagge zeigen!

Friedensnobelpreis für HR

Das Gegenteil von „Flagge zeigen!“ erleben wir derzeit in der Klimadebatte. Eigentlich brauchen wir weltweit den sofortigen Ausstieg aus der Braunkohle. Doch das Bundeskabinett beschließt 2038 als Enddatum in Deutschland. Damit untergräbt es zugunsten anderer Interessen das Ziel, eine bessere Welt zu schaffen. Es reicht nicht mehr, den Kampf für eine bessere Welt, den Initiativen Engagierter zu überlassen. Mitarbeiter, Personalabteilungen und Unternehmen müssen sich selbst für eine menschlichere und lebensfähige Welt einsetzen. Es geht um das Wohl der Menschen und des Planeten! Alle müssen ihr Gewicht und ihre Kompetenzen in die Waagschale werfen für eine bessere Welt. Es werden weitere und ganz neue Herausforderungen auf die Menschheit zukommen. Dafür brauchen wir das Können und die Fähigkeiten aller. Niemand sollte sich damit besser auskennen als die Personalverantwortlichen. Global, digital vernetzt könnten sie eines Tages das menschliche Potenzial zum Wohle dieser Welt mobilisieren und nutzen. Wenn wir alle dann nur noch 20 Stunden in der Woche arbeiten dürfen, bleibt genügend Zeit, die ansonsten brachliegenden Kompetenzen zu fördern und zu entfalten.

Dann finden wir ausreichend Zeit und Muße für uns, unsere Interessen und unsere Gemeinschaft. Vielleicht war es gerade die Muße, die die alten Griechen schon 776 vor Christus die olympischen Spiele für den Sport erfinden ließ. Und einige Hunderte Kilometer entfernt von Olympia, ebenfalls auf der Peloponnes, erbauten sie im 4. Jahrhundert vor Christus ein halbrundes Monumentaltheater in Epidauros in den Felsen für 14.000 Zuschauer und einer genialen Akustik. Die Griechen haben auch das abendländische Theater erfunden. Rund um das Theater gab es damals Kur- und Erholungsanlagen. Die Besucher blieben wochenlang dort und zelteten in den umliegenden Wäldern. Manches können wir auch noch von unseren Vorfahren lernen. Wir arbeiten, um zu leben und sollten nicht nur leben, um zu arbeiten. Wozu haben wir sonst unsere Fähigkeiten für Kunst und Kultur? (Fla.)

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