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Wird Covid Veränderungen in der Global Mobility Branche beschleunigen?

Die auf das Entsendungsmanagement spezialisierte Firma Crown World Mobility hat eine aktuelle Umfrage unter mehr als 100 Global Mobility Experten zu den Zukunftsaussichten in der Branche durchgeführt. Jahrzehntelang hat sich in der Global Mobility Industrie kaum etwas geändert hat, hervorzuheben ist lediglich der Übergang von einem taktischen zu einem strategischen Ansatz und die Tatsache, dass die Prozentsätze der weiblichen Verantwortlichen nur langsam voranschreiten. Und dann gibt es Monate, in denen es sich anfühlt, als wären Jahrzehnte vergangen. Wir befinden uns heute in einem solchen Moment. Während die Global Mobility Branche sich nach der ersten Reaktion auf Covid-19 nun auf die Erholung konzentriert, gibt es einige Entwicklungen, die auf bedeutende und lang anhaltende Änderungen hinsteuern.

Ein kurzer Rückblick

Als Reaktion auf die Gesundheitskrise verordnete China am 23. Januar 2020 die Sperre der Stadt Wuhan. Am 11. März erklärte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) das neuartige Coronavirus (Covid-19) offiziell zur globalen Pandemie. Die im Mai von Crown World Mobility gestartete Umfrage zeigt, dass sich die Mehrheit der Teilnehmer in erster Linie auf die Unterstützung aktuell entsandter Mitarbeiter sowie auf die Bedürfnisse des Krisenmanagements und der Geschäftskontinuität in ihren Organisationen konzentrierte.

Demnach wurden die drei wichtigsten Bereiche zur Unterstützung der derzeitigen und in der Pipeline befindlichen Assignees wie folgt eingestuft:

  1. Häufige Kommunikation
  2. Immigration Angelegenheiten
  3. Psychische Gesundheit und Wohlbefinden

Zudem führten die Umfrageteilnehmer eine Reihe weiterer Themen an, die Aufmerksamkeit erfordern:

  • Anpassung von persönlichen und teambezogenen Erfordernissen bzgl. logistischen und emotionalen Aspekten der Heimarbeit
  • Leben unter Quarantäne
  • Leben mit Variablen wie Kleinkindern oder Kindern im schulpflichtigen Alter zu Hause sowie ältere Familienmitglieder, welche zu den Risikogruppen zählen
  • Probleme mit der Internetverbindung
  • Gehaltskürzungen / Personalabbau
  • Rollen- und Verantwortungswechsel
  • Erhöhte Arbeitszeit

 

Die Umfrageteilnehmer äußerten sich auch zum Thema Remobilisierung bzw. Post-Krisenphase und zur damit verbundenen Veränderung in der Herangehensweise auf das Krisenmanagement. Demnach gehen sie davon aus, dass es kurzfristig Auswirkungen auf das Entsendungsmanagement geben wird: "Unsere Mitarbeiter werden offen sein für internationale Entsendungen mit neuen Einschränkungen."

Die Teilnehmer identifizierten die folgenden kurzfristigen Auswirkungen:

Persönliche Auswirkungen: Arbeiten im Home Office, vorübergehende Lohnkürzungen und fehlende persönliche Interaktionen.

Verlagerung der Auswirkungen auf die Mitarbeiter: Zeitliche Verschiebung der Entsendung, Ankunft am Zielort während des Lock-Downs, Remote-Arbeiten in einer neuen Rolle, virtuelles Onboarding und keine Möglichkeit zum Heimaturlaub.

Organisatorische Auswirkungen: Arbeiten von zu Hause aus, Verlangsamung von Kundenprojekten, Bereitschaftsdienste, Umsatzrückgang, Einstellungsstopp, Fokus auf solide Fundamentaldaten und Änderungen der Prioritäten.

Auswirkungen auf die Global Mobility Branche: Herausforderungen beim Reisen, mehr Überlegungen zur Notwendigkeit von Aufgaben, mehr Gesundheitskontrollen, verschiedene Länder mit unterschiedlichen Vorschriften und virtuelle Teams.

Viele Strategien zur Wiederherstellung verfolgen den Ansatz "Sicherheit geht vor" oder "Seelenfrieden". Eine häufige Erklärung ist, dass, obwohl niemand genau weiß, was passieren wird, wenn wir uns während der globalen Pandemie weiterentwickeln, wir uns in erster Linie der Sorgfaltspflicht verpflichtet fühlen. Infolgedessen sehen wir den kontinuierlichen Anstieg virtueller Lösungen und neuer Technologien, die die traditionelle menschliche Unterstützung bei der Entsendung von Mitarbeitern ergänzen. Während der Covid-Ära können wir mehr Dienste erwarten, die "kontaktfrei", "kontaktlos" und "keine menschliche Interaktion (ZHI – zero human interaction)" hervorheben.

Erfolg in der neuen normalen Global Mobility Welt vs. Talentmobilität: Strategisch agieren ist nicht mehr eine Option, sondern ein Muss.

Viele Branchenkenner erwarten nun eine Beschleunigung des lang diskutierten Übergangs vom traditionellen transaktionsbezogenen Global Mobility Ansatz zu einem Vorgehen, das eher auf eine strategische Talentmobilität setzt. Nach dieser Krise prognostizieren Fachleute, dass Geschäftspartner einen noch stärkeren strategischen Fokus auf Mitarbeitermobilität benötigen als in der Vergangenheit, und dass Global Mobility Führungskräfte sich den Herausforderungen, die sich daraus ergeben, stellen werden.

Insgesamt haben die Umfrageteilnehmer einen positiven Ausblick, als sie nach den langfristigen Auswirkungen der Krise und der zukünftigen Ausrichtung ihres Unternehmens gefragt wurden.

Was sind die postiven Aspekte für die Mobility Branche in einer ansonsten negativen Situation?

Eine Stichprobe von mehr als 40 Kommentaren der Umfrageteilnehmer zeigt eine Reihe positiver Veränderungen, die mit dieser Krise in Verbindung gebracht werden:

„Mehr Mut für Mitarbeiterentsendungen! Ich denke, Organisationen, für die Mitarbeitermobilität im Personalwesen nebensächlich ist, werden zu gegebener Zeit nicht über die richtigen Talente verfügen und die Konsequenzen spüren."

„Übergang zu besseren Angeboten, die Optionen zur Unterstützung der Gesundheit umfassen - Impfungen, Tests, Krankenhausaufenthalte, Unterstützung bei der Unterbringung usw., da die Gesundheit und Sicherheit der Mitarbeiter in erster Linie berücksichtigt werden.“

„Wir haben uns in dieser Zeit mit Hilfe guter Kontakte viel wertvolles Fachwissen angeeignet. Dies sollte gewürdigt werden und Global Mobility mehr Aufmerksamkeit entgegen gebracht werden.“

„Besseres Verständnis für verschiedene mögliche Szenarien und wie man am besten damit umgeht."

„Wir werden Veränderungen, welche wir in der Vergangenheit bereits in Betracht gezogen haben, schneller in die Tat umsetzen. Dies betrifft u.a. mehr digitale Dienste zur Verwaltung entsendungstypischer Benefits, eine bessere Kostenverfolgung und virtuelle Dienste für die Mitarbeiter."

„In einer besonderen Situation gibt es jetzt zusätzliche Anstrengungen seitens des Global Mobility Anbieters. Dies zeigt, dass der Lieferant dem Auftraggeber noch mehr Aufmerksamkeit entgegen bringen kann, sobald sich die Dinge normalisieren. Es zeigt auch, dass viele Leistungen virtuell ausgeführt werden können, und dass in Zukunft virtuelle Möglichkeiten zwecks Zeitersparnis vermehrt angewendet werden können.“

Fazit:

Die Covid-19-Krise ist hat in den ersten Monaten bereits rasante Veränderungen eingeleitet, von denen die Global Mobility Branche profitieren kann. Es wird ein Anstieg der Entsendungen von Fachkräften in Führungspositionen erwartet, während die Firmen daran arbeiten, sich zu erholen und neue Wege zu beschreiten. Unternehmen, die "zur alten Normalität" zurückkehren wollen, werden zurückfallen. Organisationen, die sich neu positionieren, das Unbequeme akzeptieren und aktualisieren möchten, werden sich einen Wettbewerbsvorteil erarbeiten. Covid-19 und seine Bedrohungen haben alle Menschen weltweit getroffen. Diese Bindung wird dazu beitragen, die Branche mit einer stärkeren Zusammenarbeit in der beginnenden Remobilisierungsphase zusammenzubringen und eine neue Ära einleiten, in der internationale Unternehmen in der neuen Normalität wachsen können.

Quelle: Crown World Mobility

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