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Ideen schaffen Zukunft für Unternehmen

Obwohl das Ideen- und Innovationsmanagement in Deutschland auf eine fast 150-jährige Tradition zurückblicken kann, hat es in vielen Unternehmen an Bedeutung verloren. Gleichzeitig erleben wir einen Start-up-Boom in allen Branchen und Lebensbereichen. Durch das anhaltend starke wirtschaftliche Wachstum der letzten zehn Jahre haben das Betriebliche Vorschlagswesen (BVW) und das Ideenmanagement an Bedeutung verloren. Der Fachkräftemangel und die großen Auftragsvolumina verdrängten den Blick auf das Verbesserungswesen. Und die Innovationswellen der letzten 25 Jahre aus dem Silicon Valley lenkten den Blick eher auf die Fortschrittsimpulse von außen.

So avancierte Design Thinking zum neuen Trend. Das bekamen auch die Anbieter und Dienstleister von digitalen Lösungen im Ideenmanagement zu spüren. Die Anbieter- und Lösungslandschaft für Software im Ideenmanagement hat sich in den letzten Jahren bereinigt, verändert und professionalisiert. Die Bandbreite reicht heute von der klassischen Administrationslösung bis hin zu kollaborativen Crowdworking-Tools.

Die Redaktion der HR Performance hat Anbietern von Lösungen fünf Fragen gestellt. Die teilnehmenden Firmen finden unten aufgelistet. Die wichtigsten Aussagen hat die Redaktion im Folgenden zusammengefasst.

1. Wie sehen Sie das Thema Ideen- und Innovationsmanagement in den Unternehmen heute
und morgen?

Matthias Müller, Geschäftsführer, Brainstorm GmbH sieht im Ausschöpfen der Kreativität und Innovationsfähigkeit der Mitarbeiter ein Zeichen ernstgemeinter Wertschätzung. Ein kreatives Klima und eine positive Kultur fördern die Motivation im Unternehmen. „Wer Freiräume im Unternehmen bekommt, muss nicht das Unternehmen verlassen, um ein eigenes Start-up zu gründen“, schreibt Matthias Müller. Es geht darum, das Wissenspotenzial aller Mitarbeiter zur wirtschaftlichen und kulturellen Weiterentwicklung des Unternehmens zu nutzen. Das klassische BVW und Ideenmanagement erhält durch neue Innovationsformate, wie Crowdsourcing, Hackathons, Design Thinking und Agile Innovation, ganz neue Impulse. Diese gilt es nun passend zu nutzen oder zu einer Synergie zusammenzuführen. Neue Ideen, Partnerschaften und Technologien erfordern bessere Kommunikation und Kollaboration. Sie vernetzen Menschen weltweit und helfen Unternehmen, wettbewerbsfähig und innovativ zu bleiben. Ideen sind und bleiben ein Rohstoff für die Entwicklung des Unternehmens und zur Lösung der Probleme der Kunden. „Wir sehen Ideen- und Innovationsmanager zukünftig in der Rolle eines Coaches. Als Motivatoren und Communitymanager helfen sie anderen Kollegen, neue Services und Produkte zu schaffen. Und der gesamte Prozess wird transparent mit einer Softwarelösung begleitet“, erklärt Simon Radeck, Leiter Crowd-Produkte, Table of Visions GmbH.

2. Wo liegen die Schwerpunkte Ihrer Lösung?

Alex Ivanov, Geschäftsführer der CrowdWorx GmbH setzt auf die IDM-Plattform der nächsten Generation und schreibt: „Die Grundprinzipien lauten dabei: 1. All-in-one: Eine Plattform, in der alle Ideen- und Innovationsformate integriert sind. 2. Agilität: Jeder Aspekt der Plattform ist innerhalb von Minuten anpassbar. 3. Wertschöpfung: Smarte Assistenten optimieren und automatisieren alle Abläufe, um Zeit für die wirklich wertstiftende Arbeit und Umsetzung von Ideen freizumachen. Internationalität und Einbindung Externer sind ebenfalls selbstverständlich.“ Der verwaltende Charakter der Software tritt in den Hintergrund. Sie wird zu einem aktiven Instrument für alle Beschäftigten. Die Lösungen übernehmen eine aktive Rolle. Sie befähigen und unterstützen
Mitarbeiter, Ideen und Innovationen sowohl Top-down als auch Bottom-up zu initiieren. „Das heißt, wir digitalisieren letztendlich die Prozesse unserer Kunden. Unabhängig welches Tool eingesetzt wird, muss jedem klar sein, dass Software immer nur ein Hilfsmittel darstellt, Unternehmen in der Bearbeitung ihrer Prozesse zu unterstützen“, betont Stefan Hemmers, Geschäftsführer, Trevios (enobis Ideenmanagement GmbH). Cloud-Lösungen erlauben es, beliebige Personengruppen weltweit in die Prozesse einzubinden. Das bietet externen Ideen- und Innovationspartnern ganz neue Möglichkeiten sich einzubringen und mitzugestalten.

3. Erweitern Sie Ihr Angebot durch Partnerschaften, Dienstleistungen und neue Services?

Die Antworten zeigen, dass die Anbieter hier unterschiedliche Prioritäten setzen, abhängig von der eigenen Produktstrategie. Die einen pflegen bereits Partnerschaften im Bereich Training, Workshops, Spezialschulungen usw. Andere erweitern ihr Softwareportfolio, beispielsweise in Richtung Kommunikationstools. Interessant ist auch ein Partner-Ecosystem, das neben klassischen Beratern innovative Anbieter von Big Data Analytics, Gamification, 3D-Druck-Prototyping, App-Entwicklung u.a.m. umfasst. Das offene Konzept bietet den Unternehmen viele Impulse zur Weiterentwicklung für die Zusammenarbeit im Netzwerk. Achim Noe, Managing Director, target Software Solution GmbH, setzt auf die Cloud: „Wo es sinnvoll ist, soll Künstliche Intelligenz die Anwender bei der Arbeit unterstützen, z.B. bei der Suche nach ähnlichen Ideen, damit Ideen mehrfach genutzt werden können. Außerdem soll der Austausch von Ideen über Systemgrenzen hinweg einfacher werden.“

4. Auf welche Hemmnisse bei Kunden stoßen Sie häufiger?

Thomas Walz, Business Line Manager Microsoft Workplace Solutions, und Lukas Bänsch, Share- Point Consultant, Communardo Software GmbH, finden: „In den meisten Fällen ist nicht die Technologie das Hindernis, sondern die Kommunikation und die Akzeptanz der Mitarbeiter. Ohne ausreichende Vorbereitung der Mitarbeiter auf notwendige und sinnvolle Veränderungen kann die Technologie allein in den meisten Fällen keine neuen Arbeitsweisen herbeiführen.“ Die Rückmeldungen der Anbieter zeigen, dass Unternehmen die Relevanz des Ideenmanagements unterschätzen und die Kreativität ihrer Mitarbeiter nicht sehen. Häufig fehlt einfach eine Verbesserungs- und Ideenkultur. „Im Ideenmanagement mangelt es häufig an den ‚drei S‘: Schnelligkeit, Sicherheit und Support von ganz oben“, findet Michel Meisterjahn, Director of Marketing, HYPE Softwaretechnik GmbH.

5. Was wäre Ihre Vision für das Ideen- und Innovationsmanagement?

„Meine Vision wäre, dass das Thema Ideenmanagement frei von starren Regeln in jedem Unternehmen etabliert ist, und jede dort beschäftigte Person ein Grundwissen für das Thema besitzt“, meint Thorsten Schmidtke, Geschäftsführer, IdeeOle UG. Die Zukunft der Unternehmen hängt davon ab, ob der Change-Prozess funktioniert und die Unternehmen alle Mitarbeiter in den Innovationsprozess einbinden. Die Stichworte für den Erfolg von Morgen sind Kollaboration, Transparenz und freier Wissenszugang. Vorstellbar ist hier eine „Innovationszentrale“, die zum einen den Teams und Abteilungen Freiräume lässt und gleichzeitig eine Plattform zur Übersicht und Steuerung bietet. Und es werden Wissenslandschaften entstehen, die Ideen, Themen und Experten vernetzen. „Es wäre lohnenswert aus ideengetriebenen Prozessen, problemfokussierte Ansätze werden zu lassen. Für ein identifiziertes Problem lassen sich eine Vielzahl an Lösungsmöglichkeiten erkennen, die sich mittels Prototyping ressourcenschonend auf ihren unterschiedlichen Wert überprüfen lassen“, schreibt Matthias Abel, Gründer und geschäftsführender Gesellschafter bei INNOVATION NATIVES GmbH & Co. KG.

Teilnehmende Unternehmen:

Brainstorm GmbH
Communardo Software GmbH
CrowdWorx
HYPE Softwaretechnik GmbH
IdeeOle UG
INNOVATION NATIVES GmbH & Co. KG
Table of Visions GmbH
Target Software Solution GmbH
Trevios (enobis Ideenmanagement GmbH)

(Fla.)

(erschienen in HR Performance 1/2020)

(Foto: AdobeStock/deagreez)

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