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Personalmanager, ein Beruf macht steil Karriere

„Die Jobaussichten für Personalmanager sehen für die nächsten Dekaden blendend aus", schrieb Roy Maurer im US-amerikanischen HR Magazin („HR Manager is one of the most promising careers“) vor einigen Wochen. Er bezieht sich dabei auf Studien des Wall Street Journal. Bei den 800 Berufen, die dort analysiert wurden, rangierte der HR Manager auf Rang 35. Man muss kein Analytiker sein, um zu behaupten, dass der Beruf des Personalmanagers seit 30 Jahren Rückenwind hat. Und man muss nicht angespannt über den Teich blicken, um diese Entwicklung zu entdecken. Die gleichen Entwicklungen sehen wir auch in Deutschland. In einem aktuellen Glassdoor Ranking, das im August diesen Jahres im „crosswater Job Guide“ veröffentlicht wurde, sind die 15 beliebtesten Berufe unter Jobsuchenden aufgelistet. Unter den 15 konkreten Berufsbezeichnungen, die am stärksten von Nutzern gesucht wurden, steht die Bezeichnung Personalreferent an 11. Stelle. Blickt man auf die Berufsfelder generell, dann rangiert Human Resources mit ca. 14.000 offenen Stellen an Rang vier.

HR ist das am schnellsten wachsende Berufsfeld

Laut Roy Maurer ist HR das am schnellsten wachsende Berufsfeld in den USA mit einem erwarteten jährlichen Wachstum von 7 Prozent bis 2028. Das durchschnittliche Wachstum in anderen Berufsfeldern liegt bei 5,2 Prozent. Dass es in Deutschland nicht anders aussieht, bestätigen die zuvor genannten offenen Stellen. Vorbei sind die Zeiten, als überwiegend HR-Verwalter gesucht wurden. Das Berufsbild „Personaler“ zerfällt heute in fast 100 Variationen. Allein im Bereich Recruiting tauchen ständig neue Herausforderungen und Berufsbezeichnungen auf. Ähnliches erleben wir in den Bereichen Talent Management, HR Analytics, Learning, Payroll, Compensation, Gesundheitsmanagement, HR Digitalisierung und HR Administration. Es entstehen nicht nur neue HR-Berufsbilder – wie z.B. der Feel Good Manager – in den Unternehmen. Auch außerhalb etablieren sich permanent neue HR-Dienstleistungen. Allein ca. 40.000 Coaching-Anbieter sind in Verbänden organisiert, um Defizite in den Unternehmen zu kompensieren. Genauere Zahlen über diese Märkte in Deutschland fehlen. Roy Maurer schreibt, dass in den USA der HR-Markt vor allem im Bereiche der kleinen und mittelständischen Unternehmen wächst. Firmen mit mehr als 50 Mitarbeiter setzen verstärkt auf professionelle Personalarbeit.

Das Einkommen der Personaler wächst überdurchschnittlich

Die steigende Nachfrage nach qualifizierten HR-Spezialisten treibt die Preise nach oben. Der Wunsch von Professor Dr. Armin Töpfer (BWL und marktorientierte Unternehmensführung zuletzt an der TU Dresden) vor 30 Jahren, dass das Personalmanagement eines Tages in puncto Attraktivität das Marketing in den Schatten stellt, hat sich erfüllt. Längst sind auch die meisten Unternehmenslenker überzeugt, dass nur gute Personalarbeit den Unternehmenserfolg garantiert. Deshalb sind sie bereit mehr für Personaler zu zahlen und offensiver in dieses Segment zu investieren. Die Digitalisierung hat den HR-Höhenflug eingeleitet und trägt noch immer wesentlich zur Professionalisierung der Personalarbeit bei. Ein Ende des Höhenfluges ist nicht absehbar.

Es wäre wünschenswert, wenn die Wissenschaft mehr Licht in diese Entwicklungen bringen könnte. Was macht die Digitalisierung mit der Personalarbeit? Welche HR-Kompetenzen braucht der Markt in Zukunft? Wer bildet die Personaler aus und qualifiziert sie weiter? Welche Rollen werden oder können die HR-Verbände DGFP und BPM hier zukünftig spielen? Was geschieht an den Hochschulen? Welche Erkenntnisse bringt die Forschung?

Wir leben in bewegten Zeiten. Prognosen fallen schwer. Niemand kann heute mit Sicherheit sagen, wie die derzeitige Klimadiskussion die Strukturen und Prioritäten in den Unternehmen verändern wird. Doch so viel ist sicher, die Bedeutung von HR steigt weiter. HR gehört die Zukunft. Schließlich möchten wir als Beschäftigte nicht nur verwaltet, sondern auch gut betreut werden. 

Autor: Franz Langecker, Chefredakteur HR Performance

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Teaserbild: Pixabay

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