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AOK-Fehlzeitenreport: Klare Regelungen fürs Homeoffice sind dringend nötig

Zu den Ergebnissen des neusten AOK-Fehlzeitenreports erklären Beate Müller-Gemmeke, Sprecherin für ArbeitnehmerInnenrechte und aktive Arbeitsmarktpolitik und Maria Klein-Schmeink, Sprecherin für Gesundheitspolitik:

Homeoffice braucht klare Regeln zum Schutz der Beschäftigten vor psychischen Belastungen. Dabei gilt der Arbeitsschutz auch bei mobilem Arbeiten. Es darf nicht dazu führen, dass die Arbeitszeit sich immer weiter entgrenzt. Arbeitsbedingungen müssen deshalb so gestaltet sein, dass sie der Gesundheit nicht schaden. Die Bundesregierung darf die Ergebnisse des AOK-Fehlzeitenreports nicht ignorieren. Sie muss endlich handeln.

Die Studie der AOK weist auch auf die Vorzüge vom Homeoffice hin: Beschäftigte können sich die Arbeit freier einteilen, vielen gelingt es besser, Arbeit und Privatleben miteinander zu vereinbaren. Allerdings verschwimmen auch schnell die Grenzen zwischen Job und Privatleben. Notwendig sind also Regeln und Schutz, damit die Vorteile von Homeoffice überwiegen. Dabei ist insbesondere die Arbeitszeit bei der mobilen Arbeit von großer Bedeutung. Das Arbeitszeitgesetz gilt auch für das Homeoffice. Hier muss die Bundesregierung schnellstmöglich für Klarheit sorgen und das EuGH-Urteil zur Dokumentation von Arbeitszeiten zügig umsetzen. Die Arbeit im Homeoffice muss gleichzeitig freiwillig sein und alternierend zur Büroarbeit. So geht der Kontakt zu den Kolleginnen und Kollegen nicht verloren und es entstehen keine Nachteile zum Beispiel bei Fort- und Weiterbildungen. Außerdem muss ein Rückkehrrecht zum Arbeitsplatz bestehen, wenn für die Beschäftigen bei Homeoffice die Belastungen überwiegen.

Arbeitsminister Heil hat bereits im März angekündigt, dass er ein Recht auf Homeoffice schaffen will. Nun muss er endlich liefern und klare Regelungen auf den Weg bringen, die einen Rahmen schaffen und die Beschäftigten gleichzeitig vor psychischen Belastungen schützen. Unsere Fraktion hat einen entsprechenden Antrag ins Parlament eingebracht. Den könnte sich Hubertus Heil ja mal anschauen.

Quelle: BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

(Foto: Fotolia/Blue Planet Studio)

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