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Mitarbeitermobilität der nächsten Generation Z

Crown World Mobility, Experte für weltweites Entsendungsmanagement, hat den Einfluss der nächsten Generation Z auf die Entsendungsrichtlinien untersucht. Die Relocationbranche ist sich seit langem bewusst, dass unterschiedliche Demografien, Kulturen und der mitreisende Lebensstil der Mitarbeiter grundsätzlich eine gewisse Flexibilität bei der Entsendungspolitik und den damit verbundenen Leistungen erfordern. Das „Jugendbeben“ durch die Millennial- und nachkommenden Gen Z-Mitarbeiter hat diesen Bedarf an Freiraum in jüngster Zeit nur weiter erhöht und fordert den Entsendungsprogrammen und -richtlinien kontinuierliche Innovationen ab.

Eine Reihe globaler Studien zeigt, dass sich die Zetts oder „iGeneration“ und die Millennials in den meisten Teilen der Welt insoweit ähneln als sie zunehmend erwarten, dass man ihnen irgendwann in ihrer Laufbahn eine internationale Chance bietet. Sie sind meist finanzbewusster als ihre Vorgänger der Generation X und die Baby Boomer und haben eine Vorstellung vom Wert des Geldes. In den USA beispielsweise müssen die älteren Zetts, die gerade am Anfang ihrer Laufbahn stehen, häufig eine beträchtliche Schuldenlast aus ihren Studienkrediten schultern. Die Möglichkeit umzuziehen – sei es im In- oder Ausland – bedeutet für sie ein potentielles Abenteuer. Für diese jüngste Generation der Digital Natives sind die bisher üblichen Umzugsleistungen jedoch nicht mehr unbedingt geeignet. Ein deutliches Ergebnis der Studien ist der rasante Wandel, der sich bei der Art des Leistungsangebotes der Branche vollzieht – und nicht immer auf der Entwicklung neuer Technologien beruht.

Die Experten von Crown World Mobility haben fünf Bereiche betrachtet, in denen sich Relocation Services verändern, um den Erwartungen und Bedürfnissen dieser nachwachsenden Generation zu entsprechen:

1.      Co-Living, Mitbewohner und alternative Wohnformen

Wohnen ist eines der interessantesten Beispiele für den Bedürfniswandel jüngerer entsandter oder versetzter Mitarbeiter und Ausdruck des bevorzugten Lebensstils der Millennials und Zetts.

Mitarbeiter in ihren frühen bis späten 20ern sind häufig auf der Suche nach der Lebenserfahrung und den Abenteuern, die ein internationaler Einsatz bietet. Meist sind sie alleinstehend und noch nicht bereit für das Eigenheim. Noch unwahrscheinlicher ist es, dass sie das Haus nur für sich mieten, vor allem, wenn ihr neuer Arbeitsort in der Vorstadt oder gar auf dem Land liegt. Die Nähe zu einem Stadtgebiet oder einer Stadt, in der es mehr Möglichkeiten gibt, die Gegend zu erkunden und Kontakt mit Gleichaltrigen aufzunehmen, ist verlockend. Aus diesem Grund entstehen immer mehr neue Wohnmöglichkeiten, die Alternativen für die Unterbringung von Mitarbeitern in ihren frühen Berufsjahren bieten.

Neue Wohnangebote, z. B. Co-Living-Optionen, schießen weltweit wie Pilze aus dem Boden. Bungalow, WeLive, Roam, Unsettled, Lyf, Hmlet, The Collective, Sun & Co, Zoku und Outsight sind nur einige Beispiele für Unternehmen, die gemeinsames Wohnen in unterschiedlicher Form anbieten. Ob Einzimmerwohnung oder gemeinsamer Wohnraum mit Reminiszenzen an den Schlafsaal – Ausstattung und Design der von Mitarbeitern gesuchten Unterkunft sind häufig hochwertig. Zu den Annehmlichkeiten, die viele dieser Wohnformen mitbringen, zählen betreute soziale Aktivitäten wie Kochkurse, Bowlingabende, Happy Hours oder Stadtführungen, durch die eine Wohnungs- oder Hausgemeinschaft aufgebaut werden soll.

Zur Unterstützung dieses flexibleren Lebensstils bieten einige Servicepartner in der Branche bereits ähnliche Annehmlichkeiten im Bereich Corporate Housing an, etwa die Annahme von Paketlieferungen für Mieter, Online-Wartungsportale, in denen man Reparaturanfragen eintragen kann, oder Dienste für die Überprüfung von Mitbewohnern. Für diejenigen, die sich heimisch fühlen wollen, ohne auf die mit gemeinschaftlichem Wohnen verbundene Anbindung und das mögliche Abenteuer zu verzichten, werden Wohnungen in traditionellen Wohngebieten bereitgestellt. Die von solchen Dienstleistern angebotenen Alternativen erleichtern den jüngeren Generationen die Eingewöhnung am neuen Wohnort und die Bildung einer Gemeinschaft und berücksichtigen gleichzeitig ihre Interessen.

 2.      Von A nach B: Pendler, Fahrgemeinschaften und öffentliche Verkehrsmittel

Die Entwicklung alternativer Lebensformen und die wachsende Popularität grüner Verkehrsoptionen haben dazu geführt, dass neue Ansätze gefunden werden müssen, um die Beförderung von Mitarbeitern zu unterstützen.

Jüngere Millennials und Zetts, die gerade ins Berufsleben einsteigen, haben oft nicht das Bedürfnis, ein eigenes Auto zu fahren, und sind, um Geld zu sparen, häufig nicht bereit, die Mietkosten für einen Park- oder Garagenplatz aufzubringen. Bei Bedarf sind sie mit der Anforderung von  Fahrdiensten wie Uber, Crab, Didi und Lyft bestens vertraut. Mittlerweile schließen sich in vielen Teilen der Welt auch kleinere Stadtgemeinden mit der Übernahme umweltfreundlicherer und gesünderer Alternativen zum Autofahren den Großstädten an.

Fahrrad-Sharing-Programme reagieren auf die Notwendigkeit, zugängliche Transportmittel bereitzustellen, und fördern zudem einen gesunden Lebensstil. Umziehende Mitarbeiter brauchen nur eine Kreditkarte, um in der Nähe ihres Wohnortes ein Mietrad mitzunehmen und es an einem Annahmepunkt am Zielort wieder abzustellen. In einigen Städten wurde dieses Angebot auf Motorroller ausgeweitet. Dies sind alles Beispiele für die Unterstützung des von den Zetts verfolgten flexiblen, abenteuerlichen und umweltfreundlichen Lebensstils.

Pendelnde Mitarbeiter, die sich dafür entschieden haben oder aus Kostengründen gezwungen sind, weiter entfernt vom Arbeitsort zu wohnen, können alternative Angebote nutzen, mit denen sich Fahrzeuge günstiger und einfacher als beim Leasing oder der traditionellen Vermietung buchen lassen. Unternehmen wie ZipCar, Car2go, Maven und Hertz bieten verschiedene Optionen an, Autos für ein paar Stunden oder einen ganzen Tag zu mieten. Umziehende Mitarbeiter haben die Möglichkeit, zwischen gelegentlichen Fahrten oder einem Monatsplan zu wählen. ZipCar bietet zudem einen Pendlertarif an, der an Wochentagen den Zugang zu einem „persönlichen“ Zipcar und einem Parkplatz beinhaltet. Für Mitarbeiter, die einen Barzuschuss erhalten, erweist sich diese flexible und kostengünstige Option häufig als sehr effizient, insbesondere wenn sie mit einem Kollegen eine Fahrgemeinschaft bilden und die Kosten teilen.

 3.      Neue Wege für die Unterstützung am Zielort

Auch viele Destination Services Provider (DSPs) erkennen, dass ihr Leistungsangebot zur Unterstützung der jüngsten Mitarbeitergeneration flexibler werden muss. Jüngere Millennials und die nachkommenden Zetts wünschen sich einerseits mehr Anleitung, wie sie am neuen Ort und im neuen Leben ankommen können, wollen andererseits aber selbst entscheiden, wie diese gestaltet wird.

In vielen Fällen benötigen sie mehr Hilfe bei Alltagsfragen im Zusammenhang mit der Eingewöhnung an einem neuen Standort als frühere Generationen. Die meisten dieser Mitarbeiter sind Alleinstehende am Anfang ihrer Laufbahn, die keinen Partner mitbringen, der mit Ihnen die Verantwortung für Dinge wie die Einrichtung der Versorgungsanschlüsse oder die Eröffnung eines Bankkontos teilt. Da Zeit Geld ist, möchten sie diese Dinge möglichst effizient erledigen, ohne dass dadurch viel Arbeitszeit verloren geht, aber dennoch alle ihnen bei Ankunft zur Verfügung stehenden Leistungen in Anspruch nehmen. Aus diesem Grund und zur Maximierung der Effektivität ihrer Programme bieten viele DSP bestimmte Settling-In-Services bereits virtuell an. Ein Beispiel dafür ist die virtuelle Immobilien-besichtigung. Der Mitarbeiter hat durch diese Option die Möglichkeit, vor Eintreffen am Zielort mit der Wohnungssuche zu beginnen. Der Berater vor Ort führt ihn über Online-Plattformen wie Skype oder FaceTime durch die Objekte, sodass er vorab einen Eindruck davon bekommt, welches Angebot ihm bei seiner Ankunft zur Verfügung stehen könnte.

Da bei einer Besichtigung von Objekten im gesamten Gebiet andernfalls die Fahrzeit hinzukäme, schafft diese Option zudem einen Mehrwert für die Leistungen bei Ankunft. Der Mitarbeiter hat so die Möglichkeit, in den ein bis zwei Tagen, die üblicherweise für die Wohnungssuche gewährt werden, mehr Immobilien zu besichtigen als auf dem traditionellen Weg.

Für Mitarbeiter, die sich trotzdem lieber in der Gegend umsehen, dafür aber keinen ganzen Tag Urlaub nehmen möchten, bieten einige lokale DSP-Berater jetzt Treffen in einem Café oder Restaurant an, um dieses Orientierungsangebot effizienter zu gestalten als die üblichen individuellen Touren. Zur Aufwertung der von ihnen durchgeführten Settling-In-Services übernehmen lokale Berater häufig auch zeitaufwendige Aktivitäten wie die Installation lokaler Apps auf dem Smartphone des Mitarbeiters, die Abholung seines neuen Führerscheins oder das Treffen mit dem lokalen Internet-Anbieter in seiner neuen Wohnung. Wesentlich ist, dass Relocation-Unternehmen die Auswahl und die Struktur der traditionell bei Ankunft erbrachten Leistungen den neuen Anforderungen entsprechend flexibler gestalten.

 4.      Interkulturelles Training und Kompetenzbildung

Auch das interkulturelle Training zählt zu den Bereichen, die sich an die Prioritäten entsandter Millennials und Zetts anpassen. Die Erwartung der Millennials, dass der Arbeitgeber in ihre Entwicklung investiert und ihnen Zugang zu einem umfangreichen Lern- und Fortbildungs-angebot bietet, kann entscheidend für den Eintritt in das Unternehmen sein.

Jüngere Entsandte betrachten interkulturelles Training und Kompetenzaufbau als Investition in ihre Zukunft. Zwar hat man bereits vor ein paar Jahren damit begonnen, interkulturelle Schulungen an die Anforderungen der ersten Millennials anzupassen, das digitale Zeitalter hat den jüngeren Generationen jedoch ein starkes Gefühl für die Idee einer globalen Bürgerschaft und einer vernetzten Welt vermittelt. Es ist die daraus erwachsende Neugierde, die ihr Bedürfnis nach persönlicher Weiterentwicklung fördert. Die jungen Arbeitnehmer sind offener für die Bedeutung und den Wert interkultureller Ausbildung. Sie sind besser in der Lage, zu erkennen, dass kulturelle Unterschiede auf verschiedene Weise große Kommunikations-lücken schaffen können. Aus diesem Grund ist ihnen bewusster als den Generationen vor ihnen, dass man sich damit befassen muss, insbesondere vor dem Hintergrund eines geschäftlichen Umfelds. Dieser Anspruch sowie die Gewandtheit dieser Generation bei der digitalen Informationsbeschaffung hat die Form des interkulturellen Trainings verändert.

Die frühere Form des Präsenzunterrichts ist in einen integrierten Schulungsstil übergegangen, der ursprünglich für die frühen Millennials entwickelt wurde und sich für ihre Generationsnachfolger als sehr erfolgreich erwiesen hat. Die heute angebotenen interkulturellen Dienstleistungen beinhalten neben einem individuellen Training nach der Ankunft, bei dem Fragen beantwortet und mögliche Probleme besprochen werden, auch ein virtuelles Trainingstool, mit dem kontinuierlich recherchiert werden kann und das Zugang zu betreuten und geprüften Ressourcen bietet. Diese neuen Optionen entsprechen dem Flexibilitätsbedürfnis der iGeneration und ihrem Interesse, „mehr für weniger“ zu bekommen. Integriertes Lernen und virtuelle Optionen haben den zusätzlichen Vorteil, dass sie für Unternehmen kostengünstig sind. Seit der Ergänzung durch ein virtuelles Tool sind eintägige, statt der traditionellen zweitägigen Schulungen die Regel.

 5.      Weniger mitnehmen?

Als relativ neue Entwicklung bei der Beförderung von Hausrat werden neben dem traditionellen Versand von Haushaltsgütern (HHG) nun vermehrt alternativ auch Sammeltransporte angeboten. Sammeltransporte setzen sich aus kleineren Sendungen zusammen und eignen sich vor allem für Mitarbeiter, die einen Pauschalzuschuss für die Entsendung erhalten haben und nicht viel mitbringen.

Gen Zetts kommen häufig mit ein paar Koffern voller Kleidung und einigen persönlichen Gegenständen aus. Nur selten begleiten sie Möbel, Kunst- oder Wertgegenstände. Sammelladungen sind eine Transportmethode, die es Umzugsunternehmen ermöglicht, mehrere kleinere Sendungen in einem 20- oder 40-Fuß-Container zu kombinieren, was Platz und Kosten spart.

 

Fazit

Viele Aspekte der Branche werden bereits jetzt durch die jüngsten Millennials und die nachkommenden Zetts aufgerüttelt. Diese Generationen sind nicht bereit, allzu viel Geld auszugeben, sie schätzen die Lebenserfahrung, die ein Einsatz oder eine Entsendung mit sich bringt, und sie möchten selbst flexibel entscheiden, wie sie die von ihrem Unternehmen bereitgestellten Leistungen am besten für sich nutzen können. Viele der zuletzt an ihre Bedürfnisse angepassten Änderungen werden schnell zur Norm für die gesamte Branche werden. Die zusätzliche Flexibilität und die neuen Serviceoptionen sind ein Vorteil für die Mitarbeiter jeder Generation. Die Vielzahl der neuen Services, die zur Verfügung stehen, ist nur der Anfang eines Trends zu Umzugsdienstleistungen, die passender, kostengünstiger, flexibler und benutzerfreundlicher sind. Da sich die Bedürfnisse und Erwartungen entsandter Mitarbeitern weiter entwickeln und die Technologie weiterhin verändern wird, wie Verbraucher Informationen erhalten, Entscheidungen treffen und Waren kaufen, werden Umzugsdienstleister auch weiterhin innovative Serviceangebote erarbeiten müssen, um Schritt halten zu können.

Den vollständigen Bericht können Sie hier herunterladen.

Quelle: Crown World Mobility

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