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Goldener Handschlag statt feuchter Händedruck: So setzen Sie Ihre Rechte bei Kündigungen durch

In deutschen Unternehmen geht das Gespenst der Massenentlassung um. Waren Kündigungen während den Jahren des Aufschwungs eher Einzelschicksale, müssen jetzt wieder größere Teile der Belegschaften um ihren Job fürchten: Die Deutsche Bank erwägt einen Stellenabbau von 20.000 Arbeitsplätzen, bei Daimler ist der Wegfall von 10.000 Arbeitsplätzen denkbar, Ford reduziert die deutsche Belegschaft um 5.400 Arbeitnehmer und bei BASF stehen 3.000 Stellen auf der Kippe – und das sind nur die medienwirksamsten Beispiele. 

Die gute Nachricht für Betroffene: Oft kann eine Kündigung angefochten oder eine fristlose Kündigung in eine fristgerechte umgewandelt werden. Auch bei der konkreten Abwicklung des Arbeitsverhältnisses gibt es Gestaltungsspielraum, etwa bei der Abfindung. Das Problem: Viele Arbeitnehmer versuchen gar nicht erst, ihre Rechte durchzusetzen.

So schätzt der Fachanwalt für Arbeitsrecht Maik Wünsche, ein Partneranwalt von iubel.de, dass etwa 80 Prozent der Arbeitnehmer keine Klage erheben, obwohl gute Aussichten auf Erfolg bestünden. „Die Menschen sorgen sich um die Kosten eines Rechtsstreits, denn vor dem Arbeitsgericht trägt jede Partei ihre Anwaltskosten selbst“, sagt iubel-Mitgründer und Rechtsanwalt Dr. Jan Stemplewski. „Hinzu kommt, dass die meisten allgemeinen Rechtsschutzversicherungen bei Kündigung nicht greifen. Arbeitnehmer ohne speziellen Arbeitsrechtsschutz verzichten deshalb oft auf hohe Abfindungen, die ihnen eigentlich zustehen.“

Der Sofort-Rechtsschutz von iubel ermöglicht Betroffenen, auch ohne Versicherung ohne Kostenrisiko gegen ihre Kündigung vorzugehen. Und wer dabei die folgenden fünf Punkte beachtet, hat gute Chancen, sich mit dem sprichwörtlichen goldenen Handschlag von seinem Arbeitgeber zu trennen:

1. Zeit ist Geld: Reichen Sie die Klage unbedingt innerhalb von 3 Wochen ein

Gekündigte Arbeitnehmer müssen schnell handeln: Die Kündigungsschutzklage muss innerhalb von 3 Wochen ab Zugang der Kündigung beim Arbeitsgericht eingereicht werden. Ansonsten gilt die Kündigung als wirksam – sogar, wenn sie eigentlich wegen schwerer Mängel unwirksam gewesen wäre. Wichtig: Spricht der Arbeitgeber mehrere Kündigungen aus, muss der Arbeitnehmer jede einzelne Kündigung innerhalb der 3 Wochen anfechten.

2. Kleinbetrieb oder Kündigungsschutz? Berücksichtigen Sie nicht nur Ihre Kollegen

In Kleinbetrieben, also in Unternehmen mit weniger als 10 Mitarbeitern, gilt das Kündigungsschutzgesetz nicht. Arbeitnehmer mit nur wenigen Kollegen denken deshalb oft, dass eine Klage für sie nicht möglich sei. Aber: Nicht nur die Mitarbeiter für das Kerngeschäft zählen, sondern auch Reinigungs- oder Sicherheitskräfte, die beim Arbeitgeber angestellt sind. Die Belegschaft ist also oft größer als gedacht.

3. Keine fixe Formel für die Abfindung: Seien Sie in Verhandlungen selbstbewusst

Formal ist eine Kündigungsschutzklage zwar auf Weiterbeschäftigung gerichtet, meistens läuft es aber auf eine Abfindung hinaus. Was viele nicht wissen: Es gibt keine gesetzliche Formel für die Berechnung der Abfindung. Es kommt vor allem auf das Verhandlungsgeschick an, denn als Faustformel gilt: Bruttomonatsgehalt mal Beschäftigungsdauer in Jahren mal zu verhandelnder Faktor. Dieser Faktor liegt meist zwischen 0,5 und 1. Bei einem Gehalt von 4.000 Euro und bei einer Beschäftigungsdauer von 10 Jahren kann Verhandlungsgeschick also darüber entscheiden, ob der Arbeitnehmer eine Abfindung von 20.000 Euro oder 40.000 Euro erhält. Oft lohnt es sich deshalb, die Verhandlung einem Anwalt zu überlassen, der dem Arbeitgeber unbefangener gegenübertritt als ein gekündigter Arbeitnehmer. 

4. Negative Folgen von Aufhebungsverträgen: Unterschreiben Sie niemals direkt

Als Alternative zur betriebsbedingten Kündigung bekommen Arbeitnehmer oft einen Aufhebungsvertrag angeboten, den viele unterschreiben, ohne sich vorher über die genauen Auswirkungen zu informieren. Das hat oft negative Konsequenzen: Wird das Arbeitsverhältnis durch einen Aufhebungsvertrag beendet, finden zum Beispiel die gesetzlichen Kündigungsschutzregelungen, etwa Kündigungsfristen, keine Anwendung. Zudem folgt in aller Regel eine dreimonatige Sperrzeit für den Erhalt des Arbeitslosengeldes. Dies wirkt sich auch auf den Versicherungsschutz aus, denn der Arbeitnehmer ist im ersten Monat der Sperrzeit nicht gesetzlich krankenversichert.

Deshalb gilt: einen Aufhebungsvertrag niemals direkt unterschreiben! Die durch einen Anwalt begleitete Kündigung ist vielfach der bessere Weg. Oft kann ein Anwalt aber auch im Rahmen eines Aufhebungsvertrags bessere Konditionen aushandeln, beispielsweise eine höhere Abfindung, ein besseres Arbeitszeugnis oder vorteilhafte Kündigungsfristen durch die sogenannte Sprinterklausel.

5. Schneller zum neuen Job: Prüfen Sie, ob Ihnen eine Sprinterklausel nützt

Oft wird Arbeitnehmern die Suche nach einer neuen Arbeitsstelle durch lange Kündigungsfristen erschwert. Im Rahmen eines Aufhebungsvertrags kann ein Anwalt jedoch eine sogenannte Sprinterklausel aushandeln. Damit erhält der Arbeitnehmer die Möglichkeit, das Arbeitsverhältnis vorzeitig mit einer kurzen Ankündigungsfrist, die oft nur wenige Tage beträgt, zu beenden. Ein zusätzlicher Vorteil: Sprinterklauseln sehen regelmäßig vor, dass der Arbeitnehmer bei vorzeitiger Beendigung eine erhöhte Abfindung erhält.

Das alles zeigt: Auch wenn der Schock bei einer Kündigung tief sitzt, sollten Arbeitnehmer den Wert ihrer Arbeit kennen und sich nach oft jahrelanger Tätigkeit nicht einfach abspeisen lassen. In vielen Fällen haben sie das Recht auf ihrer Seite und mit anwaltlicher Unterstützung die Chance auf erhebliche Abfindungen.

Ein Praxisbeispiel

Der Arbeitnehmer eines Sicherheitsdienstes wurde fristlos gekündigt, da sein Kollege sich auf einer Baustelle nicht ordnungsgemäß verhalten hat und er das angeblich hätte verhindern müssen. Das Bruttogehalt des betroffenen Arbeitnehmers betrug 2.200 Euro. Gemeinsam mit einem Rechtsanwalt konnte iubel für seinen Kunden Folgendes erreichen:

  • Eine Abfindung in Höhe von rund 3.000 Euro
  • Die Umwandlung in eine fristgerechte Kündigung; das bedeutet für den Kunden zwei zusätzliche Monatsgehälter, keine negativen Auswirkungen auf Sozialleistungen und ausreichend Zeit, eine neue Arbeitsstelle zu finden
  • Ein positives Arbeitszeugnis den Wünschen des Kunden entsprechend

 

Quelle: iubel
(Foto: adrian_ilie825/Fotolia)

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