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Richtlinien für den Einsatz von KI in der Personalarbeit

Der Ethikbeirat HR-Tech, ein mit namhaften Vertreterinnen und Vertretern aus Wissenschaft, Gewerkschaft, Start-ups und etablierten Unternehmen besetztes Gremium, hat neue Richtlinien für den verantwortungsvollen praxisorientierten Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) im HR-Management vorgelegt. Gleichzeitig wurde mit der Veröffentlichung eine umfassende Konsultationsphase gestartet, die alle Interessierten dazu einlädt, die Richtlinien zu kommentieren und durch fundierte Anregungen weiter zu entwickeln.

Die Richtlinien im Überblick

Die vom Ethikbeirat HR-Tech zur Konsultation vorgelegten insgesamt zehn Richtlinien wurden in intensiver Gremienarbeit unter Berücksichtigung der verschiedensten Perspektiven und Kompetenzen der Beiratsmitglieder entwickelt. Sie decken die wesentlichen Themenfelder des Einsatzes moderner Technologien in der Personalarbeit ab. Dazu zählen:
 

  1. Transparenter Zielsetzungsprozess:Vor der Einführung einer KI-Lösung muss die Zielsetzung für die Nutzung geklärt werden. In diesem Prozess sollen alle relevanten Interessensgruppen identifiziert und eingebunden werden.
  2. Fundierte Lösungen: Wer KI-Lösungen anbietet oder nutzt, muss darauf achten, dass diese empirisch evaluiert sind und über eine theoretische Grundlage verfügen.
  3. Menschen entscheiden: Wer KI-Lösungen einsetzt, muss sicherstellen, dass die Handlungsträgerschaft der Menschen bei wichtigen Personalentscheidungen nicht eingeschränkt wird.
  4. Notwendiger Sachverstand: Wer KI-Lösungen in seiner Organisation nutzt, muss diese in ihrer Logik verstehen und erklären können.
  5. Haftung und Verantwortung: Organisationen, die KI-Lösungen nutzen, sind für die Ergebnisse ihrer Nutzung verantwortlich.
  6. Zweckbindung und Datenminimierung: Wer personenbezogene Daten für KI-Lösungen nutzt, muss im Vorfeld definieren, für welche Zwecke diese verwendet werden und sicherstellen, dass diese Daten nur zweckdienlich erhoben, gespeichert und genutzt werden.
  7. Informationspflicht: Vor bzw. beim Einsatz einer KI-Lösung müssen die davon betroffenen Menschen über ihren Einsatz, ihren Zweck, ihre Logik und die erhobenen und verwendeten Datenarten informiert werden.
  8. Achten der Subjektqualität: Für die Nutzung in KI-Lösungen dürfen keine Daten erhoben und verwendet werden, welche der willentlichen Steuerung der Betroffenen grundsätzlich entzogen sind.
  9. Datenqualität und Diskriminierung: Wer KI-Lösungen entwickelt oder nutzt, muss sicherstellen, dass die zugrundeliegenden Daten über eine hohe Qualität verfügen und systembedingte Diskriminierungen ausgeschlossen werden.
  10. Stetige Überprüfung: Wer KI-Lösungen nach den vorliegenden Richtlinien einführt, soll transparent sicherstellen, dass die Richtlinien auch bei der betrieblichen Umsetzung und der Weiterentwicklung beachtet werden.

 

Von den Richtlinien zur Befähigung

Im Anschluss an den Konsultationsprozess werden die Anregungen, Wünsche und Kritiken aus dem öffentlichen Dialog durch die Mitglieder des Ethikbeirats HR-Tech in die Richtlinien eingearbeitet. Die Veröffentlichung der final verabschiedeten Richtlinien zur Anwendung von Künstlicher Intelligenz im modernen HR-Management ist für Ende des Jahres 2019 geplant.

Quelle: Ethikbeirat HR-Tech
(Foto: Trueffelpix/Fotolia)

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