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Neue Rolle für Führungskräfte

Vom Controller zum Business Moderator: Die Keynote von Personalexpertin Sandra Bierod-Bähre zeigt, wie agile Mitbestimmung gelingen kann und wie Führungskräfte ihre neue Rolle finden.

Wir stehen vor einem Kulturwandel: Aktuell ändert sich der Arbeitsalltag in zahlreichen Unternehmen grundlegend. Viele Arbeitnehmer erwarten stärkere Selbstorganisation, etliche Arbeitgeber zögern noch. Doch Sandra Bierod-Bähre ist überzeugt: „Selbstorganisation ist die Grundlage jeder agilen Arbeitsmethode.“ Die Bereichsleiterin Personal der KIND Unternehmensgruppe fordert auf der Zukunft Personal Nord mehr „agile Mitbestimmung“.

Dafür sind laut Bierod-Bähre zentrale Rahmenbedingungen nötig: eine belastbare Vertrauens- und Lernkultur sowie ein offener Austausch ohne Silo-Denken. Denn zukünftig werde die Leistung von Teams im Vordergrund stehen und nicht der Erfolg von Führungskräften. Um Mitarbeiter erfolgreich zu beteiligen, sind demnach die Führungskräfte gefragt. Sie müssten sich verabschieden von starr hierarchisch geführten Strukturen, mit denen veränderte Kundenerwartungen kaum noch erfüllt werden können.

Agile Beteiligung durch „Mitbestimmungs-Scrum“

Die Rolle der Führungskräfte ändere sich grundlegend. Ein Austausch von Wissen und Argumenten ohne Rücksicht auf Hierarchien ist in vielen Unternehmen aber noch nicht selbstverständlich. Deshalb müssten die Unternehmen gemeinsam mit den Führungskräften deren neue Rolle erarbeiten. Denn es sei ein weiter Weg vom leitenden Mitarbeiter, der bislang mit Vorgaben und Kontrollen geführt hat, hin zum Business Moderator, der Ideen eines Teams fließen lassen kann und einen Austausch moderiert, in dem Fehler angstfrei ausgesprochen werden dürfen. Für jeden, der nicht im Team ist, sei folglich kaum zu erkennen, wer welchen Anteil am Ergebnis hat.
Wie sich die gesetzliche Mitbestimmung so agil wie möglich gestalten lässt, zeigt Bierod-Bähre mithilfe eines sogenannten „Mitbestimmungs-Scrum“ in ihrem Vortrag in Hamburg am 8. Mai 2019 um 13.30 Uhr. So haben laut Betriebsverfassungsgesetz die Beschäftigten die Möglichkeit, anstelle des Betriebsrats mit dem Arbeitgeber für sie geltende Regelungen selbst zu verhandeln.

Vor Scrum und Slack: Austausch ohne Silo-Denken

„Agile Mitbestimmung funktioniert ohne Vertrauen nicht“, sagt die Expertin, die alle personalwirtschaftlichen und arbeitsrechtlichen Themen der weltweit mehr als 800 Standorte der KIND-Unternehmensgruppe verantwortet. Ihr Tipp: Betriebsrat und Arbeitgeber sollten ehrlich analysieren, wie es um das Vertrauen bestellt ist und es gegebenenfalls aufbauen oder stärken. Die Kenntnis der agilen Arbeitsmethoden und ein Konzept, welches Ziel erreicht werden soll, gehören auch dazu.
Bevor es im Unternehmen konkret um die Frage nach verschiedenen Organisationsstrukturen wie Scrum, Slack oder Holacracy geht, muss laut Bierod-Bähre gesichert sein, dass die Teams mit der Freiheit und Verantwortung ausgestattet sind, nötige Entscheidungen selbst zu treffen. Ferner sollten die Mitarbeiter verstehen, vor welchen Aufgaben und Herausforderungen das Unternehmen steht. Erst dann sollte es um passende Dialogformate gehen.

Das vollständige Interview mit Sandra Bierod-Bähre ist auf dem Zukunft Personal Blog zu lesen: blog.zukunft-personal.com.

Quelle: spring Messe Management GmbH
(Foto: Robert_Kneschke/Fotolia)

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