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Für zwei Drittel der Arbeitnehmer in Europa sind unbezahlte Überstunden die Regel

Laut neuer Studie von ADP® leisten fast zwei Drittel der europäischen Arbeitnehmer (60%) regelmäßig unbezahlte Überstunden. Die Studie mit über 10.000 europäischen Arbeitnehmern ergab, dass die Befragten im Durchschnitt fast fünf Stunden (4 Stunden und 47 Minuten) pro Woche ohne Bezahlung arbeiten, während ganze 12% der Teilnehmer angaben, dass sie sogar mehr als 10 Stunden pro Woche ohne zusätzliche Bezahlung arbeiten.

Im Rahmen der „ADP Workforce View in Europe 2019“ wurden Arbeitnehmer in Deutschland, Frankreich, Italien, den Niederlanden, Polen, Spanien und dem Vereinigten Königreich zu den aktuellen Problemen befragt, mit denen sie am Arbeitsplatz zu kämpfen haben. Die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben ist seit vielen Jahren Diskussionsthema. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Arbeitgeber auch heute noch unrealistische Erwartungen an die Arbeitnehmer stellen, was dazu führt, dass sie länger arbeiten als vereinbart - und ohne dafür finanziell entlohnt zu werden.

"Es ist ein besorgniserregender Trend"

Steven van Tuijl, Managing Director ADP Germany & Poland, kommentierte: „Trotz zahlreicher hochkarätiger Berichte, die die hohe Relevanz des Mitarbeiterengagements und des Wohlbefindens belegen, scheinen viele Arbeitgeber auf der einfachsten Ebene zu scheitern - Beschäftigte fair für geleistete Arbeitsstunden zu entlohnen. Es ist ein besorgniserregender Trend, der dazu führen kann, dass Mitarbeiter mit Burn-Out kämpfen oder unter anderen Erkrankungen leiden und die Motivation sinkt. Das wiederum wirkt sich langfristig negativ auf die Produktivität und Leistung auswirkt."

Europäische Arbeitnehmer im Bildungssektor arbeiten am häufigsten regelmäßig mindestens fünf Stunden unbezahlt pro Woche (69%). Die IT-, Telekommunikations- und Finanzdienstleistungsbranche hat jedoch die längste Arbeitszeit, wobei die meisten Mitarbeiter mehr als zehn zusätzliche Stunden pro Woche arbeiten (18% bzw. 16%).

Deutschland ist Spitzenreiter bei unbezahlten Überstunden

 

Dabei ist Deutschland Spitzenreiter bei unbezahlten Überstunden: Rund 71% der Befragten gaben an, regelmäßig unbezahlte Überstunden zu leisten. Es folgen Spanien (67%) und Großbritannien (66%), wohingegen in Polen mit 43% am wenigsten Arbeitnehmer im Vergleich unbezahlte Überstunden leisten. Fast ein Viertel (22%) der britischen Arbeitnehmer glaubt, dass sie mindestens zehn Stunden pro Woche kostenlos arbeiten, mehr als doppelt so viele wie in anderen europäischen Ländern. In Deutschland gaben 10,7% an, dass sie mehr als 10 Stunden pro Woche ohne finanziellen Ausgleich ableisten. Unbezahlte Überstunden nehmen auch bei den jüngsten Beschäftigten deutlich zu. 17% der 16- bis 24-jährigen Europas geben an, mehr als zehn Stunden pro Woche zu leisten. In Deutschland gaben dies rund 10% der Befragten in diesem Alter an.

ADP

 

„Es ist die Aufgabe von Führungskräften und Managern, realistische Arbeitsbelastungen und Erwartungen festzulegen, während sichergestellt wird, dass die Mitarbeiter über die Ressourcen und die Unterstützung verfügen, die es ihnen ermöglichen, ihre Ziele innerhalb der vertraglich vereinbarten Arbeitszeit zu erreichen“, fährt Steven van Tuijl, Managing Director ADP Germany & Poland, fort. „Es gibt einen Handlungsbedarf, um den Fokus von der Menge der geleisteten Arbeitsstunden auf die Qualität der Produktion zu verlagern. Dies geht zurück auf die übergeordnete Frage, wofür Mitarbeiter arbeiten - und die Qualität der Produktion ist der Schlüssel dazu. Arbeitnehmer werden nicht durch das ständige Ausführen von Prozessen motiviert, sondern durch Qualitätsarbeit, die zur Mission des Unternehmens beiträgt und sie motiviert. Wenn Überstunden wirklich notwendig sind, müssen die Arbeitgeber dafür sorgen, dass die zusätzlichen Stunden belohnt und anerkannt werden.“

Über die Studie

„The Workforce View in Europe 2019“ untersucht die Einstellung der Mitarbeiter zur Zukunft der Arbeit. Die Untersuchung für ADP wurde im Oktober 2018 von der unabhängigen Marktforschungsagentur Opinion Matters durchgeführt. Die Stichprobe bestand aus 10.585 erwerbstätigen Erwachsenen in acht europäischen Ländern, darunter Deutschland, Frankreich, Italien, den Niederlanden, Polen, Spanien, der Schweiz und dem Vereinigten Königreich.

Quelle: ADP
(Foto: Gorodenkoff/Fotolia)

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