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Deutsche Mitarbeiter wünschen sich mehr Wertschätzung

Geld ist nicht alles – deutsche Mitarbeiter wünschen sich mehr Wertschätzung

In einer aktuellen Studie des HR-Software- und Serviceanbieters ADP wurden deutsche Arbeitnehmer unter anderem zu ihrer Motivation, ihrer Einstellung zum Krankfeiern und der Work-Life Balance befragt. Dabei haben in Deutschland mehr als 500 Arbeitnehmer an der Befragung teilgenommen; in ganz Europa wurden insgesamt rund 2.000 Arbeitnehmer befragt.

Das Ziel den Beruf zur Berufung machen

Obwohl mit Geld allein viele Arbeitnehmer nicht zu motivieren sind, gab ziemlich genau die Hälfte (51 Prozent) an, dass ihre Motivation zur Arbeit zu gehen der Tatsache geschuldet sei, dass der Lebensunterhalt nun mal Geld koste. Daneben zählen aber auch persönliche Gründe wie harmonische Beziehungen am Arbeitsplatz oder gute Karrierechancen. Für jeden Fünften (21 Prozent) ist die Motivation, dass der Job zur Berufung geworden ist. Einige werden motiviert, da sie sich im Job weiterentwickeln können, an der eigenen Karriere arbeiten oder Freude an ihrem sozialen Arbeitsumfeld haben (9-10 Prozent).

Interessant ist, dass nur acht Prozent ihre Motivation aus dem Arbeitgeber selbst und dessen Zielen schöpfen. Viele Unternehmen pochen auf die Identifikation des Mitarbeiters mit Werten und Zielen des Unternehmens – laufen diese ins Leere? Die Identifikation mit den Zielen und Werten eines Unternehmens steigt tatsächlich immer dann, wenn Mitarbeiter ihren Beruf mit Leidenschaft und Freude ausführen: Von denjenigen Arbeitnehmern, die gerne in ihrem Beruf oder in ihrem Unternehmen arbeiten, kennen europaweit ein Drittel die Unternehmensziele in und auswendig; bei denjenigen, die durch den monetären Aspekt motiviert werden, ist es nur etwa ein Fünftel.

Anerkennung, die beim Menschen ankommt

Gute Mitarbeiterführung ist ein komplexes Thema, zu dem viele Seminare und Ratschläge angeboten werden. Verständlicherweise, da das Management und die Vorgesetzen einen spürbaren Einfluss auf die Mitarbeiter und deren Motivation haben. Diese Erkenntnis scheint jedoch noch nicht auf allen Führungsebenen angekommen zu sein: 13 Prozent der Arbeitnehmer sind davon überzeugt, dass Sie in ihrem Unternehmen nicht als Frau Müller oder Herr Schmidt, sondern lediglich als Personalnummer wahrgenommen werden. Jeder Dritte (32 Prozent) gab sogar an, dass sein Arbeitgeber sein Potenzial nicht kenne und sich auch nicht dafür interessiere. Das Gefühl unverstanden oder unterschätzt zu werden zieht sich durch alle befragten europäischen Länder, wobei ganz oben auf der Liste Frankreich mit 52 Prozent steht. Es folgen Großbritannien (50 Prozent), Italien (48 Prozent) und Deutschland (46 Prozent).

Krankfeiern ist doch normal – oder?

Um produktiv wirtschaften zu können ist es wünschenswert, dass Arbeitnehmer möglichst selten krank sind - denn die Abwesenheit von Mitarbeitern in ihrer regulären Arbeitszeit verursacht den Unternehmen Kosten. Leider werden scheinbar in Deutschland auf Seiten der Unternehmen zu wenig Maßnahmen ergriffen, um die Gesundheit und Sicherheit der Mitarbeiter zu gewährleisten, da rund die Hälfte der Befragten (49,9 Prozent) im Bereich des Gesundheitsschutzes und bei der Arbeitssicherheit Nachholbedarf sieht. Gleichzeitig heißt krankgeschrieben auf Arbeitnehmerseite nicht automatisch krank sein – wer kennt nicht die Krankmeldung ohne krank zu sein. Dabei können Arbeitgeber selbst viel dafür tun, dass die Akzeptanz des Krankfeierns sinkt, indem sie die Zufriedenheit und Motivation ihrer Mitarbeiter erhöht. In den europäischen Ländern ist die Akzeptanz solcher falschen Krankmeldungen unterschiedlich verteilt. Großbritannien ist mit 27 Prozent der befragten Arbeitnehmer Spitzenreiter in der Akzeptanz einen "Sickie" zu nehmen. Hierzulande räumen knapp 16 Prozent ein, in den letzten zwölf Monaten einmal krankgefeiert zu haben. Hoffnung machen immerhin 45 Prozent der Befragten, die es als absolut nicht in Ordnung sehen sich krankzumelden, ohne krank zu sein.

Die Motivation entscheidet oder verhindert Kündigungen

Wenn die Motivation beim Arbeitnehmer gering ist passiert es nicht selten, dass dieser den Arbeitgeber wechselt oder zumindest ernsthaft mit dem Gedanken spiel – es ist leicht nachvollziehbar, dass für den Arbeitnehmer in dieser Situation produktives Arbeiten eher unwichtig ist. So gaben 36 Prozent der hierzulande Beschäftigten an, bereits über einen Wechsel des Arbeitgebers nachgedacht zu haben. 16 Prozent beschäftigen sich mit diesem Thema jeden Monat, und elf Prozent denken darüber jede Woche mindestens einmal nach. Diese Unzufriedenheit senkt aber nicht nur die Produktivität am Arbeitsplatz, sondern wirkt sich auch auf das Privatleben aus. Mehr als ein Drittel (35 Prozent) ist davon überzeugt, dass ein schlechter Tag bei der Arbeit ihr persönliches Leben beeinflusst. Andersherum gaben mehr als die Hälfte der deutschen Beschäftigten bei der Befragung an, dass sich ihr persönliches Leben sich auf ihre Leistung bei der Arbeit auswirkt (56 Prozent). Gut 60% der Befragten in Deutschland denken von sich, dass Sie eine ausgewogene Work-Life-Balance leben. Ein Viertel (25 Prozent) würden ihre Situation gerne verbessern und mehr als jeder siebte Arbeitnehmer (15 Prozent), nehmen für sich ein unausgewogenes Verhältnis von Arbeits- und Privatleben wahr.

"Management und Führungskräfte haben einen unmittelbaren und spürbaren Einfluss auf die Motivation ihrer Mitarbeiter", sagte Steven van Tuijl, Managing Director ADP Germany & Poland. "Unsere Untersuchungen haben dokumentiert, dass Unternehmen hier immer noch Fehler machen - dies sollte zu denken geben. Es ist wichtig, dass Manager und Führungskräfte sich die Zeit nehmen, ihre Mitarbeiter richtig zu verstehen. Nur wer um die Fähigkeiten und die Wünsche seiner Angestellten weiß, kann sie inspirieren, fördern und motivieren, was wiederum deren Produktivität steigert und so zum Erfolg des gesamten Unternehmens beiträgt. HR-Teams können und müssen hier eine entscheidende Beraterrolle übernehmen und dafür sorgen, dass entsprechende Entwicklungen angestoßen werden."

Die vollständige Studie finden Sie hier.

Quelle: ADP
(Foto: deagreez/Fotolia)

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